242 Tonnen Salz gegen Blitzeis

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Die "Winterdienst-Flotte" des städtischen Bauhofs steht für den nächsten Einsatz schon Gewehr bei Fuß.

Bad Aibling (MB) - Nicht Schnee, sondern Blitzeis, überfrierende Nässe und Glätte machen dem Winterdienst der Stadt Bad Aibling heuer zu schaffen.

242 Tonnen Salz und zirka 200 Tonnen Splitt wurden schon auf Straßen sowie Geh- und Radwegen verteilt.  Damit steigt der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr: Denn mit der bis jetzt genutzten Menge hatte man den ganzen Winter 2008/2009 bestritten.

Gemäß einer Bauernregel ist man vor einem plötzlichen Wintereinbruch erst ab der Eisheiligen "Sophie" (15. Mai) sicher. Doch bis dahin herrscht nicht "Alarmbereitschaft" bei Bauhofleiter Peter Stefan und seinem Team. Bereits 31-mal rief er bislang seine Mitarbeiter zum Großeinsatz. "Dann waren alle verfügbaren 17 Fahrzeuge und 36 Einsatzkräfte unterwegs, um die Straßen zu räumen oder zu salzen", so Stefan. Hauptgrund waren aber nicht extreme Schneemassen (dafür nur fünf Einsätze), sondern das Blitzeis oder gefrierende Nässe.

Insgesamt betreut der Aiblinger Winterdienst 118 Kilometer Straßen sowie an die 100 Kilometer Geh- und Radwege. Drei bis vier Stunden dauert eine Einsatzrunde. Neuralgische Punkte sind Peter Stefan zufolge dabei die Hubertusstraße, die Harthauser Straße sowie Am Kreuth, wo viele Fahrzeuge am Straßenrand parken würden (wir berichteten). "Da kommen wir oft nur mühsam in Schlangenlinien durch", erläuterte Stefan. Doch die Bauhof-Mitarbeiter wissen sich zu helfen:

Zettel als Erinnerung für parkende Anlieger

Zunächst wird ein gelber Hinweiszettel an der Windschutzscheibe hinterlegt. Damit bittet die Stadt, die Autos nur auf einer Straßenseite abzustellen, damit der Schneeräumdienst durchgeführt werden kann. Die meisten Anlieger folgen erfahrungsgemäß diesem Appell. Für Unverbesserliche haben die Winterdienstler aber auch Halteverbotsschilder an Bord, die sie dann kurzfristig und abschnittsweise aufstellen.

Diese Problematik bereitet Peter Stefan aber weniger Sorge als die sinkende Moral der Anwohner, die Gehsteige zu räumen und zu streuen. "Wir sind schon froh, wenn überhaupt einer zur Schneeschaufel greift."

Im Stadtgebiet sind neben dem Räum- und Streudienst auch drei Bauhof-Trupps unterwegs, die per Hand den Schnee beseitigen und Splitt streuen.

Sobald der Wetterdienst Schnee oder Eis vorhersagt, werden die Tanks der Fahrzeuge noch am Vorabend mit Salz gefüllt - um morgens schneller vor Ort zu sein. Seit zwei Jahren bezieht die Stadt Bad Aibling ihr Salz aus der zentralen Salzversorgung von Landkreis und Staatlichem Bauamt in Noderwiechs. Die dortige kollektive "Vorratskammer" ist unerschöpflich - "es gibt Verträge, dass dort Salz und Sole nie ausgehen dürfen", so der Bauhofleiter. Auf Sole wird aber gerne verzichtet, da vorranging für Landstraßen benutzt. Der Bauhof verwendet nur Salz und Splitt.

Bereits zum dritten Mal wurden in diesem Winter die Splittkisten im Stadtgebiet nachgefüllt. Diese sind für die Gehwege, die nicht gesalzen werden dürfen. Gerade nach dem jüngsten eisigen Wochenende sei der Splitt in den Kisten knapp geworden. "Wer nicht bis zum Auffüllen im Laufe des Montags warten wollte, kam einfach zum Bauhof und hat sich was mitgenommen", so Peter Stefan. Zehn Tonnen Splitt habe er für solche Engpässe stets gelagert.

Jede Nacht klingelt bei ihm oder dem Diensthabenden um 1.45 Uhr der Wecker. "Dann heißt es, die Lage sondieren. Ist Schnee gefallen, geht der Weckruf rundum, ab spätestens 3 Uhr sind wir dann im Einsatz", so der Bauhofleiter.

Wecker klingelt erstmals um 1.45 Uhr

Ohne Schneefall klingle der Wecker noch einmal um 3.45 Uhr. Sei es eisig, starte die Route um 4.30 Uhr. Bei grenzwertigem Wetter fahre der Diensthabende selbst Kontrollpunkte an, um die Straßenlage richtig einschätzen zu können. Erst dann erfolge die Alarmierung.

Silvia Mischi/Oberbayerisches Volksblatt

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