Tourismus beschert 27 Millionen Euro

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Winteridylle in Bad Feilnbach: So präsentiert sich derzeit Gästen der Blick vom Café Moosmühle aus auf den Wendelstein, im Vordergrund das Damwildgehege der Moosmühle, deren Begründer Franz Xaver Huber, gebürtig aus Wasserburg, Vater der Trachtensache genannt wurde und vor dem Prinzregenten Luitpold plattelte.

Bad Feilnbach - Rund 27 Millionen Euro Einkommen erzielen die Feilnbacher jährlich aus dem Tourismus. Knapp drei Millionen Euro mehr als noch 2001.

Diese und weitere Zahlen rund um den Wirtschaftsfaktor Tourismus wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt. Dr. Manfred Zeiner vom Deutschen Wirtschaftswissenschaftlichen Institut für Fremdenverkehr (dwif) stellte die Ergebnisse seiner Untersuchung dem Gremium vor. Demnach liegt die Tourismus-Region Oberbayern an zwölfter Stelle im europaweiten Vergleich, nach beliebten Urlaubszielen wie den Balearen, den Kanaren oder Berlin. Dies sei jedoch nur dem starken Zugpferd München geschuldet, das der Region Oberbayern diesen Platz verschafft. Weiter betonte Dr. Zeiner, dass Tourismus "kein stabiler Faktor ist, der von allein funktioniert".

Das Institut ermittelte die Daten aus Unterlagen über Bad Feilnbach, wie Übernachtungs- und Beherbergungsstatistiken sowie weiteren Quellen wie Internetrecherchen, Besucherzahlen bedeutender Einrichtungen und Informationen der Tourist-Information. Diese Ermittlungen erbrachten das Ergebnis von rund 401.000 Übernachtungen und 300.000 Tagesreisenden im Durchschnitt. Für die Berechnungen wurden 701.000 Aufenthaltstage ermittelt, die sich unterschiedlich verteilen. Der Großteil der Aufenthaltstage wird mit knapp 43 Prozent von den Tagesreisenden gehalten, gefolgt von den gewerblichen Betrieben mit 37 Prozent. Der Rest verteilt sich auf die privaten Vermieter (5,7 Prozent) sowie auf das Touristik- und Dauercamping (14,3 Prozent).

Diese Aufenthaltstage erbringen einen Umsatz von 44,3 Millionen Euro. Dabei stammen 73 Prozent von den gewerblichen Betrieben, 13,3 Prozent von den Tagesreisenden, und jeweils knapp sieben Prozent von Privatvermietern und aus der Campingbranche.

Mit 51,2 Prozent (22,7 Millionen Euro) verdient das Gastgewerbe, also die Berherbergungs- und Gastronomiebetriebe, am meisten am Tourismus. Die Dienstleister, also Anbieter von Freizeitangeboten, Personenbeförderungsunternehmen und dergleichen erhalten von den 44,3 Millionen Euro Umsatz 40,4 Prozent (17,9 Millionen Euro). Mit 8,4 Prozent (3,7 Millionen Euro) bildet der Einzelhandel hier das kleinste Segment.

Vom Brutto-Umsatz werden 2,1 Millionen Euro an Mehrwertsteuer abgezogen. Dies sei, so Zeiner, ein vergleichsweise geringer Betrag, da einige Leistungen wie Klinikaufenthalte nicht der Steuerpflicht unterliegen. Ebenfalls zu subtrahieren seien die Vorleistungen die erbracht werden müssen, also etwa der Aufwand zur Bereitstellung von Betten oder Kauf von Lebensmittel in der Gastronomie.

Rein rechnerisch leben in Bad Feilnbach 1060 Personen vom Tourismus. Auch die Kommune profitiere von dieser Branche. Rund 1,1 Millionen Euro fließen an die Gemeinde als Steueraufkommen zurück. Interesse fand auch die Statistik der Übernachtungszahlen im Vergleich. Seit 2000 konnte eine Steigung beobachtet werden, die lediglich in den Jahren 2001 bis 2004 einen Einbruch beschreibt.

kok/Mangfall-Bote

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