Mit Training fit für die Lehrstelle

Bruckmühl - Hilfestellung für die künftige Berufslaufbahn geben, dass ist einer der Schwerpunkte bei der Jugendsozialarbeit von Bruckmühl.

In mehreren Aktionen sollen dabei die Schüler ihre Stärken und somit einen geeigneten Beruf für sich finden. Wie die Sozialpädagoginnen der Diakonie Rosenheim dabei vorgehen, erläuterten sie dem Marktgemeinderat in ihrem Jahresrückblick

Gerade beim Übergang von der Schule zum Beruf fühlen sich Buben und Mädchen oft allein gelassen oder stehen vor scheinbar "unüberwindbaren Hindernissen", wie Pädagogin Sabine Weigl gegenüber den Gemeinderäten erklärte. Deshalb habe man unter anderem schon vor einigen Jahren den "Tag der Berufe für die siebten Klassen" eingeführt (wir berichteten). Dieser habe sich bewährt, ebenso wie das Bewerbungstraining für die achten Klassen.

Zwar hat sich nach Angaben von Sabine Weigl die Ausbildungsplatzsuche vereinfacht, dennoch stünden für Hauptschüler die Chancen schlecht: "Es gibt wieder mehr Lehrstellen, doch verhindern oftmals schlechte schulische Leistungen oder mangelnde persönliche Reife einen Vertrag mit den Hauptschülern", so die Pädagogin. Sie verwies gleichzeitig darauf, dass die Absolventen auch jünger seien als Real- beziehungsweise Wirtschaftsschüler oder gar Gymnasiasten. Hier greifen mittlerweile eine Einzelfallbetreuung sowie das Patenprojekt und der Bewerbertreff.

Bei der Berufsorientierung der siebten Klasse werden in Kooperationen mit den Hauptschulen von Bad Aibling und Feldkirchen-Westerham Betriebe erkundet. "Die Jugendlichen können sich dann einen Betrieb aus einer Vorschlagsliste aussuchen, bei dem sie einen Vormittag lang in die jeweilige Berufswelt hineinschnuppern", so Sabine Weigl. 2010 beteiligten sich unter anderem Maschinenbau Hatec, das Salus-Haus und die IHK-Akademie. Bei diesen Projekten sei man sehr auf das Entgegenkommen der Betriebe im Mangfalltal angewiesen, "welchen wir hier Dank sagen möchten für ihr Engagement", betonte Sabine Weigl gegenüber dem Gremium.

Dass diese Orientierungsprogramme Früchte tragen, sehe man bei der Praktika-Wahl in der achten Klasse. Wurden bis dato teils die Praktikumsstellen "aus dem Bauch heraus" ausgewählt, würden sich jetzt einige Jugendliche auf zwei Berufssparten konkretisieren und hätten eine Vorstellung, wie sie ihr Geld verdienen möchten.

Ebenfalls als Vorschule für den "Ernst des Lebens" sei das Bewerbungstraining zu sehen. Hier würden Vorstellungsgespräche nachgestellt und geübt, Bewerbungsmappen angelegt sowie eine Einweisung für das richtige Benehmen, für vorteilhafte Kleidung und für den ersten Eindruck vermittelt. "Gleichzeitig entsteht auch ein erster Kontakt zum Arbeitsamt. Hier erfahren die Jugendlichen, wo sie welche Informationen zu Lehrstellen oder Arbeitsplätzen erhalten", informierte die Pädagogin abschließend zu diesem Arbeitsfeld.

Schließlich ging sie noch auf den Sektor "Betreuung und Förderung" ein. So gebe es Nachmittagsbetreuungen an den beiden Grundschulen Bruckmühl, Heufeld sowie am Standort Götting. An die 60 Buben und Mädchen nutzen ihr zufolge diese Angebotspalette bereits.

Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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