Clubheim der Hells Angels in Tuntenhausen eröffnet

"Das ist geschäftsschädigend" - Anwohner wollen keinen Rockerclub

+
Im Tuntenhausener Ortsteil Schönau hat ein Tatoostudio und Clubheim der Hells Angels eröffnet
  • schließen

Tuntenhausen/Schönau - Große Verunsicherung herrscht derzeit im Ortsteil Schönau der Gemeinde Tuntenhausen. Am Wochenende feierten rund 160 Biker und Rocker die Eröffnung eines neuen Clubheimes. Die Polizei war mir einem Großaufgebot vor Ort. Bürgermeister und Anwohner finden klare Worte.

Es könnte idyllischer nicht sein: Das 600 Seelen Örtchen Schönau, ein Ortsteil der Gemeinde Tuntenhausen mit seinen alten Bauernhäusern mit buschigen Geranien an den Balkonen, Kirche, Schule, einem Kramerladen. Doch diese Idylle scheint seit dem Wochenende getrübt. Am 20. Juli eröffnete dort nämlich in der Ortsmitte ein Clubheim des Motorradclubs "Hells Angels", wie das Polizeipräsidium Oberbayern Süd mitteilte. Aufgrund dieser Eröffnung waren fast 150 Beamte am Wochenende vor Ort im Einsatz, um die Gäste der Eröffnungsfeier an mehreren eingerichteten Kontrollstellen zu kontrollieren.

"Das ist geschäftsschädigend"

Viele Bewohner von Schönau sind von diesem neuen Etablissement wenig begeistert. Franz Wennsauer, der unweit des Clubheims eine Waschstraße betreibt, sagt gegenüber unserer Reporterin: "Das ist geschäftsschädigend. Als am Samstag die Kontrollen waren, hat sich keiner mehr zu uns getraut. Samstag ist normalerweise der beste Tag, aber ab 16 Uhr war niemand mehr da." Wennsauer wolle nach eigener Aussage alles dafür tun, dass "die wieder wegkommen. Meine Mutter ist am Sonntag in die Kirche gegangen und hatte Angst. Auch die Kinder sind nicht begeistert."

Ein Anwohner sagt uns: "Das passt hier in so ein kleines Dörfchen überhaupt nicht hin. Wir wissen gar nicht, was da auf uns zu kommt mit so einem Rockerclub. Die Leute sind verunsichert."

"Wir wollen die einfach nicht da haben"

Die ländliche Idylle von Schönau ist nach Auffassung einiger Anwohner durch die Eröffnung des Rocker-Clubheims gestört.

Klare Worte kommen auch aus dem Rathaus: "Wir wollen die einfach nicht da haben und werden alles dafür tun, dass die verschwinden", sagt Tuntenhausens Erster Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG), der selbst in Schönau wohnt. "Derzeit können wir aber nicht dagegen vorgehen, weil wir keine Handhabe haben. Die Nutzung des Gebäudes ist vom Bebauungsplan her so möglich." Wenn dann könne die Polizei dagegen vorgehen. "Wenn die aber auch keine Handhabe haben, weil die sich strafrechtlich korrekt aufführen, dann kann man nichts machen." Die Gemeinde wolle laut dem Rathauschef jedenfalls weitere Veranstaltungen des Rockerclubs verhindern - sofern es möglich sei. "Wir werden auch den Parkplatz bei Veranstaltungen nicht mehr zur Verfügung stellen." 

Bürgerversammlung am 31. Juli

Bei einer Bürgerversammlung am Mittwoch, 31. Juli um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle in Schönau will der Bürgermeister die Einwohner von Schönau zum Stand der Dinge informieren und mit ihnen über das weitere Vorgehen diskutieren.

"Die sind total nett"

Den Gebäudeeigentümer selber haben wir nicht erreicht, konnten aber mit seiner Tochter am Telefon sprechen. Sie sagte uns, dass sie die ganzen Bedenken überhaupt nicht verstehen könne. "Wir kennen die selber schon lange. Die sind total nett, da hat es noch nie was gegeben. Es gibt überhaupt keinen Grund zur Besorgnis."

Quelle: mangfall24.de

Zurück zur Übersicht: Tuntenhausen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT