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Gemeinderat bezuschusst Gutachten

Brenner-Nordzulauf erneut ein Thema: Wird die Trasse in Tuntenhausen wirklich gebraucht?

Die geplante Trasse des Brenner-Nordzulaufs könnte nach bisherigen Planungen der Bahn direkt über die Fußballfelder des SV Ostermünchen gehen.
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Die geplante Trasse des Brenner-Nordzulaufs könnte nach bisherigen Planungen der Bahn direkt über die Fußballfelder des SV Ostermünchen gehen.

Die Planungen zum Brenner-Nordzulauf gehen weiter. Am Dienstag, 26. April, wollen Bürgermeister und Bürgerinitiative der Gemeinde Tuntenhausen über den aktuellen Stand der Planungen informieren. Gleichzeitig soll eine neue Studie klären, ob der Brenner überhaupt gebraucht wird.

Tuntenhausen – Der Brenner-Nordzulauf im Bereich der Gemeinde Tuntenhausen bleibt ein heiß diskutiertes Thema. Schon im jüngsten Gemeinderat wurde er thematisiert. Am Dienstag, 26. April, laden Bürgermeister Georg Weigl und die Bürgerinitiative Tuntenhausen zu einer Informationsveranstaltung ins Alte Schulhaus Hohenthann ein. Dann geht es um den Stand der Planungen für die Trasse von Ostermünchen bis Grafing.

Die Bürgerinitiativen im Rosenheimer Norden – Tuntenhausen, Großkarolinenfeld und Schechen – wollen ein Gutachten zum Bedarf der Neubaustrecke in Auftrag geben.

Gutachten soll Bedarf ermitteln

Dieses kostet 3000 Euro. Jede der drei Gemeinde wurde gebeten, sich mit 1000 Euro zu beteiligen – auch Tuntenhausen. Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) wollte dem Gemeinderat diese Entscheidung überlassen, auch wenn er über eine Investition von 1000 Euro allein entscheiden könnte. Doch er vertrat eine eher ablehnende Haltung, denn zum einen sei der Bedarf nie das Hauptargument für den Brenner-Nordzulauf gewesen. Zum anderen sei jetzt der falsche Zeitpunkt: „2025 entscheidet der Bundestag über den Brenner-Nordzulauf. Dann braucht man ein aktuelles Gutachten. Nicht jetzt.“ Auch sieht der Bürgermeister die Gemeinde nicht in der Pflicht, für ein solches Gutachten Geld auszugeben.

Theresia Englhart (Frauenliste) befürwortete den Antrag: „Wir sollten ein Zeichen des Widerstandes setzen, dass dieser unsinnige Brenner unsere Infrastruktur zerstört.“ Zudem bewertete sie den finanziellen Zuschuss der Gemeinde als „Wertschätzung für unsere Bürgerinitative“. Markus Hauser (CSU/FWG) schlug vor, sowohl in diesem Jahr als auch 2025 Gutachten erstellen zu lassen, um Vergleichszahlen zu haben. Auch Andreas Gigglinger (CSU/FWG) plädierte für ein Gutachten, denn: „Wer sich nicht rührt, wird auch nicht gehört.“ Ebenso Marcus Straßer (Liste 83104): „Wir sollten die Bürgerinitiative unterstützen, damit sie das Gutachten in Auftrag geben kann.“

Bürgermeister Weigl betonte, dass die Gemeinde bereits viel Einfluss genommen und unter anderem erreicht habe, dass die Bahn nach einer alternativen Ausgestaltung der Verknüpfungsstelle Ostermünchen suche, bei der die heutige Bestandsstrecke und der Bahnhof erhalten bleiben könnten.

Stefan Hofbauer (UW Ostermünchen) machte die Position der Bürgerinitiativen klar: „Es geht nicht in erster Linie darum, wie gebaut wird, sondern darum, ob gebaut werden muss, ob wir den Brenner-Nordzulauf überhaupt brauchen.“ Mit der Gegenstimme des Bürgermeisters befürwortete der Gemeinderat schließlich, sich mit 1000 Euro an dem Gutachten zu beteiligen.

Als Mitglied der Bürgerinitiative gegen den Brenner-Nordzulauf hatte sich Hofbauer schon beim Tagesordnungspunkt „Landschaftsplan“ zu Wort gemeldet. Gegenwärtig erarbeitet die Gemeinde mit Umfragen unter der Bevölkerung, Klausurtagungen und Planungsrunden einen neuen Flächennutzungsplan.

Landschaftsplanung wirkt wie eine Farce

Begleitet wird dieser von einem Landschafsplan. Matthias Goetz vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München hatte den Arbeitsstand vorgestellt und dabei auch erläutert, wie wichtig dieses Konzept sei, um Landschaft und Natur in der Gemeinde zu erhalten. Schlagworte wie Klimaschutz, Flächensparoffensive, Stärkung des ländlichen Raumes, Renaturierung, Artenschutz, Erhalt bedeutender Grünflächen oder Sicherung der CO2-speichernden Funktion der Wälder ließen da schon die Frage aufkommen, wie das zu den Planungen für den Brenner-Nordzulauf passt.

Deshalb hakte Hofbauer nach: „Ist der Landschaftsplan ein Instrument, um die Interessen der Gemeinde zu vertreten? Der Brenner tangiert jeden einzelnen Punkt. In 15 Jahren ist dieser Plan nur noch Makulatur.“ Doch Goetz musste aufkeimende Hoffnungen nehmen: „Verhindern kann man das Projekt damit sicher nicht. Man kann mit dem Landschaftsplan nur das Argument der Raumwiderstände untermauern.“ Gleichzeitig wies er aber darauf hin, dass in Gutachten die Raumwiderstände für die Brenner-Trasse bereits beurteilt worden sind und schätzte ein: „Das würde eine Gutachterschlacht werden – mit der Frage, wer gewinnt.“

Bürgermeister Weigl betonte, dass allen bewusst sei, dass der Brenner zu wesentlichen Einschnitten führen werde: „Ein Flächenverbrauch von 40 Hektar in unserer Gemeinde sind 40 Hektar zu viel.“ Er wies aber auch darauf hin, dass es viele Bereiche in der Gemeinde gebe, die mit dem Landschaftsplan geschützt werden könnten.

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