Berufsschule wird zum Kompetenzzentrum

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Die Aiblinger Berufsschule.

Bad Abling - Berufsschule war gestern. In Bad Aibling wird jetzt die Berufsschule Umgebaut zu einem Metall- und Bautechnikkompetenzzentrum.

Lesen Sie hier den Originalartikel aus dem Oberbayerischen Volksblatt:

Kompetenzzentrum: Startschuss

Planer und Baufirmen stehen in den Startlöchern: Kommende Woche werden die Arbeiten für den Ausbau der Berufsschule Bad Aibling wieder aufgenommen - erst die Parkplätze, mit Beginn der Osterferien erfolgt dann der Abriss der ersten Gebäude.

Geplant sind am Berufsschulstandort Bad Aibling Um- und Ausbauten in Höhe von 27,5 Millionen Euro. Entstehen soll ein modernes Kompetenzzentrum für Metall- und Bautechnik.

Die ersten Schüler und auch Lehrer sind bereits umgezogen: in eigens aufgestellte Container an der Ellmosener Straße und in das ehemalige Hauswirtschaftsgebäude (je zwei Klassen). Ihr Trakt auf der Südwestseite des Geländes (Bautechnik-Theorie) fällt mit Ferienbeginn der Abrissbirne zum Opfer.

An selber Stelle ist ein Neubau für den Bereich Anlagenmechanik (SHK, Heizung-, Sanitär-, Klimatechnik) vorgesehen, der nach Angaben des Landratsamtes Rosenheim (Sachaufwandsträger und "Bauherr") bis zum Herbst 2011 bezugsfertig sein soll - "spätestens, da die Anlagenmechaniker von Rosenheim nach Bad Aibling wechseln müssen, weil auch an der dortigen Berufsschule ein Umbau ansteht", erklärte Thomas Stähle vom Büro Aldinger-Architekten aus Stuttgart auf Anfrage.

Anfang April rücken die Abrissbagger dann einem weiteren Gebäude zu Leibe: einem Flügel des u-förmigen Traktes im Zentrum des Geländes. Darin waren zuletzt die Metalltechniker untergebracht (ehemals Kfz-Werkstätten), sie mussten ebenfalls in das Hauswirtschaftsgebäude umziehen. An dieser Stelle entsteht bis Herbst 2011 ein eigenes Gebäude für die Metallfertigungstechniker, nördlich davon (Parkplatzbereich) ein weiteres für die Metallbauer, westlich davon werden die Industrie- und Feinmechaniker angesiedelt.

Der verbleibende Rest des u-förmigen Gebäudes wird dann in einem zweiten Abschnitt dem Erdboden gleich gemacht. Hier ist der neue "Campus" vorgesehen, ein offener Aufenthaltsbereich mit überdachtem Rundgang, der unter anderem an die westlich geplante neue Pausenhalle/Mensa anschließt. Anbauten erhalten überdies die Maurer und Zimmerer (Bautechnik): Sie bekommen je zwei Theorie-Klassenzimmer. Denn: Das neue Berufschulkonzept beinhaltet stets Theorie und Praxis im Miteinander, weshalb die Räume, wie berichtet, entsprechend angeordnet werden.

Schritt drei ist schließlich die energetische Sanierung der Bestandsgebäude: Erhalten bleiben der Gebäuderiegel entlang der Ellmosener Straße, die Verwaltung, ebenso der Hauswirtschaftstrakt (für Jugendliche ohne Ausbildung und Hausmeisterwohnung) und die beiden Bauhallen zur Eichenstraße hin. Der Startschuss dazu soll Architekt Stähle zufolge im Herbst 2012 fallen - "da der Schulbetrieb aufrecht erhalten werden muss, müssen wir Schritt für Schritt vorgehen", so der Planer, "logistisch nicht immer einfach."

Im Zuge der Sanierung sollen die in die Jahre gekommenen Gebäude aus der Nachkriegszeit (1951 bis 1953) auf Vordermann gebracht werden, unter anderem mit einem "innovativen Haustechnikkonzept", verspricht Stähle. Neben Fassaden- und Dachdämmung sowie neuen Fenstern erhält das Berufsschulzentrum eine Biomasseheizanlage. Von der Hackschnitzel-Heizzentrale im Untergeschoss des Metallbau-Gebäudes aus sollen dann via Nahwärmenetz die einzelnen Schulhäuser versorgt werden.

Nicht nur in Sachen Gebäudesubstanz - Strähle: "damals wurde mit sparsamsten Mitteln gebaut" -, auch im Untergrund des Berufsschulareals hinterließ die Nachkriegszeit ihre Spuren: jede Menge Altlasten. "Hausmüll und Bauschutt, aber kein Giftmüll", kann der Architekt beruhigen - dennoch kommen die Entsorgungskosten auf den Kreis zu. Im Vorfeld habe man bereits Bodenproben genommen und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt, teilweise müssten Bereiche entnommen, andere könnten versiegelt werden, so Strähle zum weiteren Vorgehen. Die "Sünden" entstammen den Untersuchungen zufolge offenbar der Nachkriegszeit. Damals war die dortige ehemalige Kiesgrube vergefüllt worden.

Die mäßigen Bodenverhältnisse sind auch dafür verantwortlich, dass die Neubauten aufwändig begründet werden müssen: Strähle zufolge werden die Bauten auf so genannten Schottertragsäulen errichtet, da erst in den Tiefen tragfähige Bodenschichten vorhanden sind. "Wir müssen den Boden deshalb extrem verdichten."

Mit dem Abschluss der gesamten Ausbau- und Umbaumaßnahme samt Sanierung des Altbestands rechnet Strähle nicht vor Sommer 2013 - "diese Zeit werden wir mindestens benötigen."

Positive Nachrichten kamen gestern von der Regierung von Oberbayern: Sie gab "grünes Licht" für den vorzeitigen Baubeginn und sagte Fördergelder in Höhe von 10,26 Millionen Euro zu bei veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von 27,54 Millionen Euro. Und auch die regionale Wirtschaft kann sich freuen: Bei der Vergabe der Baumeisterarbeiten in nicht öffentlicher Sitzung des Kreisausschusses kam das Rosenheimer Unternehmen Pfeiffer-Bau zum Zuge.

Oberbayerisches Volksblatt

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