Aus Vagen kommt Münchner Strom

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Im Leitzach-Kraftwerk in Vagen, das von den Stadtwerken München betrieben wird, wird Strom für die Landeshauptstadt produziert.

Feldkirchen-Westerham - Dem weiteren Betrieb des Leitzach-Kraftwerks in Vagen steht aus der Sicht der Gemeinde Feldkirchen-Westerham nichts im Weg.

Der Verlängerung des zum Jahresende auslaufenden Gestattungsvertrages hat der Bauausschuss zwar geschlossen zugestimmt, vorher aber länger darüber diskutiert.

Um diese Stellungnahme hatte das Landratsamt Miesbach die Gemeinde Feldkirchen-Westerham in ihrer Eigenschaft als Träger öffentlicher Belange gebeten."Den Antragsunterlagen zufolge soll lediglich die wasserrechtliche Bewilligung verlängert werden", schreibt Hermann Weber von der Bauverwaltung. Und weiter:"Weil bauliche Veränderungen oder andere Umstellungen im Arbeitsablauf unabhängig von der wasserrechtlichen Erlaubnis beraten werden müssten, sieht die Verwaltung derzeit keinen Grund, sich einem Weiterbetrieb zu widersetzen" steht in der Tischvorlage geschrieben.

Die Zweite Bürgermeisterin Ursula Borkenhagen ist grundsätzlich vom Verfahren dieser Stromgewinnung überzeugt, mahnte aber dennoch eine gewisse Vorsicht an. Sie will auch die Meinung des Bundes Naturschutz einbezogen und eventuelle Verbesserungen berücksichtigt wissen. Georg Schnitzenbaumer (Freie Wähler) glaubt, dass diese Energiegewinnung mit dem Vor- und Rücklauf des zum Antrieb der Turbinen verwendeten Wassers aus dem Seehamer See immer noch beispielhaft und auch weiterhin zukunftsträchtig sei.

Sepp Hupfauer (Freie Wähler Feldolling) legt Wert darauf, dass der Seehamer See mit seinem großen Rückhalte-Volumen wirksam auch in das Gesamtkonzept des Hochwasserschutzes Mangfalltal einbezogen werde. Betreiber des Leitzach-Kraftwerks in Vagen sind die Stadtwerke München. Vereinfacht dargestellt, wird der Strom aus dem Wasser des etwa einen Quadratkilometer großen Seehamer Sees gewonnen. Durch riesige Rohre gelangt das Wasser über das Leitzachtal zum Kraftwerk in Vagen. Dort treibt es über die großen Turbinen die Generatoren an, die den Strom produzieren. Nach dem Durchlaufen der Turbinen wird das Wasser in den drei Speicherseen solange zurückgehalten, bis der in Spitzenzeiten benötigte Bedarf an Strom in München gedeckt ist.

Zu den Industrie- und Gewerbeansiedlungen entlang der Mangfall unterscheidet sich das Leitzach-Kraftwerk grundsätzlich. Es wird nicht aus einem ständig fließenden Gewässer angetrieben, sondern aus einem im Seehamer See ruhenden Wasser. Erst bei Bedarf läuft es über großdimensionierte Rohre in das Leitzachtal, dann hinauf nach Schöffleiten und hinunter nach Vagen.

me/Mangfall-Bote

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