Trinkwasser: Bauern wehren sich

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Ein Traktor beim Gülle ausfahren

Rosenheim/Landkreis - Die Bauern der Region wollen den Vorwurf, ihre Gülleausbringung sei schuld am kürzlichen Trinkwasserproblem, nicht auf sich sitzen lassen.

Der Bayerische Bauernverband, Kreisverband Rosenheim, begrüßt die Aussage von Landrat Josef Neiderhell, dass die Verursacher der mikrobiologischen Verunreinigung nicht der Landwirtschaft zuzurechnen seien. Die Darstellung der Stadtwerke Rosenheim, die Landwirtschaft hätte mit der Gülleausbringung die Verunreinigung mit coliformen bzw. E.colibakterien allein zu verantworten, sei damit richtiggestellt.

Pressemitteilungen Landratsamt Rosenheim:

Der Bauernverband betont in einer Stellungnahme, die Landwirtschaft sei durch diverse Gesetze und Auflagen an strenge Kriterien gebunden, was die Ausbringung von Gülle auf Grünland und Ackerflächen anbelangt. "Gülle ist ein wertvoller Wirtschaftsdünger, der nicht leichtfertig entsorgt wird, wie durch Äußerungen der Stadtwerke vielleicht der Eindruck erweckt wurde, sondern durch gezielte Düngegabe für einen entsprechenden Futterertrag sorgt", heißt es in der Pressemitteilung. Im Wasserschutzgebiet der Stadtwerke Rosenheim entlang des Mangfalltales unterliege die Landwirtschaft weiterführenden Bewirtschaftungsauflagen, sei es durch Satzungen vorgegeben oder durch freiwillige Vereinbarung. "In den letzten Jahren gab es hierbei keinen größeren Grund zur Beanstandung, jedenfalls wurde uns nichts vorgetragen", so BBV-Kreisgeschäftsführer Stefan Kürschner. Vor solchen Wetterereignissen sei jedoch das beste Wasserschutzgebiet nicht geschützt und nun so tun, als ob die Landwirtschaft der alleinige Verursacher der Verunreinigung gewesen wäre, sei zu einfach gedacht. Bei solchen Wassermassen könne auch das örtliche Kanalabwassernetz überlastet worden und ein entsprechender Eintrag erfolgt sein. Dass nun die örtlichen Landwirte mit weiterführenden Auflagen überzogen werden, sieht der Bauernverband ohne weitere Prüfung der Auswirkungen erst einmal skeptisch.

Kreisobmann Sepp Bodmaier plädiert für einen intensiven Informationsaustausch zwischen Landwirten, Wasserbetreibern und Genehmigungsbehörden, bevor es zu weiteren rechtlichen unveränderbaren Ausweisungsschritten kommt. Er gibt zu bedenken, dass die Wasserqualität des Rosenheimer Trinkwassers durch die umsichtige Bewirtschaftung der Landwirte in der Qualität so erhalten geblieben und kontinuierlich verbessert worden sei. "Wir sind jederzeit gesprächsbereit, jedoch lassen wir uns pauschal den Schwarzen Peter nicht zuschieben", so Bodmaier.

Mit einem finanziellen Ausgleich der eintretenden Bewirtschaftungsauflagen alleine ist es nach Ansicht des Bauernverbands nicht getan. Wenn Landwirte auf Teilen ihrer Grundstücke überhaupt keine Gülle ausbringen dürfen, kann nicht einfach auf den verbleibenden Flächen umso mehr verteilt werden. Die gesetzlichen Bestimmungen lassen nur eine gewisse Menge an maximaler Gülleaufbringung zu. Hier erwartet der Bayerische Bauernverband einen intensiven Beratungsaustausch.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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