Volkstrauertag: Hoffnung auf Frieden

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Zug zum Ehrenhain: die Vereinsabordnungen.

Kolbermoor - Unter großer Beteiligung der Ortsvereine und Bürger beging Kolbermoor den Volkstrauertag. Der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal ging ein Gottesdienst voraus.

Ein stattlicher Zug mit Abordnungen der Ortsvereine bewegte sich zur Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit und im Anschluss an den Gottesdienst Richtung Ehrenhain, wo die Feuerwehr die Mahnwache hielt.

Feierlicher Gottesdienst.

In seiner Predigt ging Pfarrer Blasius Wagner, gesäumt von den Fahnenabordnungen der Vereine, auf den Sinn des Volkstrauertages ein. "Es ist noch nicht alles Vergangenheit, was damals geschah. Dass die Wunden der Kriege heilen mögen, darum wenden wir uns am Kriegerdenkmal immer auch betend an Gott." Durch hingebende Liebe, so der Geistliche, "könnte sich die Trauer dieses Tages in echte Freude verwandeln".

Die Stadtkapelle stimmte in die anschließende Gedenkfeier am Kriegerdenkmal ein, an der sich neben zahlreichen Bürgern stattliche Vereinsabordnungen beteiligten, allen voran der Veteranen- und Reservistenverein, die Trachtenvereine "Immergrün" und "D'Mangfalltaler", die Feuerwehr, der Trommlerzug, Abordnungen der Schützen Wendelstein und Bavaria, des Rauchclubs und des Siedlervereins sowie der Gesangverein Concordia, der die Trauerstunde zudem umrahmte.

Volkstrauertag Kolbermoor

Die evangelische Pfarrerin Birgit Molnár stellte das Matthäus-Evangelium vom Weltgericht in den Mittelpunkt mit dem Wortlaut "Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan" und rief Bilder von Kindersoldaten in Afrika, gequälten Gefangenen im Irakkrieg, Massengräbern, Amokläufen und geschundenen Kindern ins Gedächtnis, brachte Gefühlskälte und Hass damit in Verbindung. Der Zweite Weltkrieg liege zwar 65 Jahre zurück, dennoch seien Kriege allgegenwärtig, so die Pfarrerin, die gleichzeitig betonte: "Jesus ist da", die Liebe Gottes höre nie auf.

Am Kriegerdenkmal wurde der Verstorbenen gedacht.

Den Fürbitten der beiden Geistlichen Molnár und Wagner schloss Bürgermeister Peter Kloo mahnende Worte an, einleitend mit einem Zitat von Bundespräsident Theodor Heuss (1952): "Sorgt ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibe." In Deutschland herrsche zwar seit 65 Jahren Friede, die Lust, politische Auseinandersetzungen militärisch zu lösen, sei dennoch nicht vergangen, betonte Kloo mit Verweis auf weltweit über 200 Kriege seit 1945 - auch unter Beteiligung von deutschen Soldaten. Als "Feinde des Friedens" nannte er Habgier, Ehrgeiz, Neid, Wut und Stolz (Petrarca) - der Volkstrauertag sei eine gute Gelegenheit, inne zu halten und darüber nachzudenken, wie jeder einzelne in seinem täglichen Denken und Handeln diese Feinde des Friedens vermeiden könne, so Kloo. Mit der Hoffnung auf Frieden schloss das Stadtoberhaupt seine Ansprache und legte einen Kranz nieder, begleitet von drei Kanonenschüssen und dem Lied "Ich hatt' einen Kameraden", bevor Veteranenvorstand Achim Hübner die Trauerstunde beendete.

von Rosi Gantner/Mangfall-Bote

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