Vollsperrung mindestens fünf Monate

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Bad Aibling - Die Rosenheimer Straße bleibt auch im kommenden Jahr eine Baustelle. Voraussichtlich von März bis Juli müssen sich die Verkehrsteilnehmer noch einmal auf eine Vollsperrung einstellen.

Grund: Die Errichtung eines Stauraumkanals, der verhindern soll, dass bei zu starken Regenfällen Schmutzwasser ungeklärt in Mangfall und Glonn gelangt. Nach Wunsch des Bauausschusses soll diese 1,8-Millionen-Euro-Maßnahme möglichst im Schichtbetrieb abgewickelt werden, um Zeit zu sparen.

Um künftig eine ordnungsgemäße Mischwasserentsorgung zu gewährleisten, muss in der Rosenheimer Straße ein Speichervolumen von insgesamt 1250 Kubikmeter geschaffen werden. 740 Kubikmeter fasst das derzeit entstehende Regenüberlaufbecken (wir berichteten). Weitere 510 Kubikmeter nimmt der neue Stauraumkanal nach seiner Fertigstellung auf.

Wie Helmut Aigner von der beauftragten Fachfirma (Dünser Aigner Kollegen Ingenieurplanungsgruppe) dem Ausschuss erklärte, misst der neue Kanal ab Höhe der ehemaligen Gaststätte Neugarten bis zum neuen Regenüberlaufbecken 300 Meter. Durch den Bau werden zwei bestehende Regenüberläufe überflüssig.

Erhalten bleibt der bisherige Stauraumkanal, um das neue Bauwerk bei Starkregen, wie er laut Klaus Ax vom städtischen Tiefbauamt drei- bis fünfmal im Jahr vorkommt, zu entlasten. Zeitgleich wird die Trinkwasserleitung in diesem Bereich neu verlegt. Kosten: 150000 Euro.

"Das wird keine einfache Baustelle", prophezeite Aigner und zeigte anhand eines Planes auf, wieviele Leitungen (Gas, Strom, Wasser, Leerrohre) bereits unter der Straße verlegt sind, welche die Trasse immer wieder queren. Für den Durchgangsverkehr muss der betreffende Teil der Straße in der Bauzeit komplett gesperrt werden. Die Zufahrt für Anlieger, Lieferverkehr und Einsatzfahrzeuge soll laut Verwaltung während der Bauzeit aber sichergestellt werden.

Um die Zeitspanne möglichst kurz zu halten sollen die Maßnahmen vorzugsweise im Zweischichtbetrieb inklusive Samstagsarbeit durchgeführt werden. Das war auch den Ausschussmitgliedern ein großes Anliegen.

Wie berichtet stößt es Kommunalpolitikern und Bevölkerung sauer auf, dass bei der derzeitigen Baustelle an der Rosenheimer Straße jeden zweiten Freitag nicht gearbeitet wird. Grund dafür sind, wie zu erfahren war, tarifliche Festsetzungen für die Bauarbeiter.

Den Kostenunterschied zwischen Ein- und Mehrschichtbetrieb (Anfrage Thomas Höllmüller, CSU) schätzen die Verantwortlichen als "nicht so extrem" ein. Als beispielsweise der Einbahnstraßenbereich der Rosenheimer Straße für 400000 Euro gebaut wurde, entfielen laut Ax auf den Mehrschichtbetrieb 15000 Euro.

Bauzeit eventuell bis Oktober?

Wenn in mehreren Schichten gearbeitet werde, fielen zwar höhere Personalkosten an, andererseits könnte die Baustelle aber schneller abgewickelt werden. Bei Einschichtbetrieb hingegen könnte sich die Bauzeit bis Oktober hinziehen, gab Bürgermeister Felix Schwaller zu bedenken.

Ob allerdings die Anlieger damit einverstanden sind, dass auch nachts und samstags gearbeitet wird, will man zunächst bei Anliegerversammlungen (erster Termin: 24. November) abklären. Erst dann soll entschieden werden, ob die Arbeiten entsprechend ausgeschrieben werden. Laufe es auf einen Einschichtbetrieb hinaus, so soll in jedem Fall in der Ferienzeit im August durchgearbeitet werden, verlangte Markus Stigloher (CSU).

Besonderes Augenmerk muss laut Bauausschuss dem Seniorenheim Haus Wittelsbach zukommen. Höllmüller forderte einen Notfahrplan, damit das Haus jederzeit erreichbar sei. Dieter Bräunlich (ÜWG) hält zudem einen "glatten Zugang" für unabdingbar, damit Senioren mit ihren Gehhilfen weiterhin gefahrlos in die Stadt oder in den Kurpark gelangen können.

Im Verlauf der Sitzung ging Aigner noch auf die aktuelle Baustelle in der Rosenheimer Straße ein und wies Vorwürfe zurück, die Bauzeit würde sich verzögern. Es sei in den vergangenen Monaten allerdings zu verschiedenen Behinderungen gekommen, die weder von der Stadt noch von der Baufirma zu verantworten seien. Als man die Spundwände einbringen wollte, habe man beispielsweise festgestellt, dass sich Wasser- und Gasleitungen ganz woanders befanden als in den Bestandsplänen vermerkt. Dann sei auch noch die Baugrube mit Wasser vollgelaufen.

Totalsperre wegen Sachschadens

Zudem habe Schwerlastverkehr, der die Straße eigentlich gar nicht hätte befahren dürfen, die Sicherheit auf der Baustelle gefährdet (wir berichteten). Dabei entstand erheblicher Sachschaden. Deshalb erfolgte auch die Totalsperre in der vergangenen Woche.

Aigner betonte, dass es innnerhalb der letzten Bauphase zwar zu Verzögerungen gekommen sei, diese sich jedoch nicht auf die Gesamtbauzeit (bis März 2011) auswirkten. Auf Höllmüllers Frage, inwiefern die Kosten aufgrund dieser Schwierigkeiten steigen, meinte Aigner, bisher befinde man sich noch im Rahmen, es sei keine Erhöhung zu erwarten.

Einstimmig empfahl der Bauausschuss schließlich dem Stadtrat, dem Neubau des Stauraumkanals mit Investitionskosten in Höhe von rund 1,8-Millionen-Euro zuzustimmen.

Mangfall-Bote

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