Wiechs: Schäden im Kirchengebälk entdeckt

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Ein Restaurator begutachtet den nördlichen Seitenaltar nach Abnahme der gelösten Fassungsschichten.

Bad Feilnbach-Wiechs - In der katholischen Filialkirche St. Laurentius in Wiechs steht eine Innensanierung wegen Fäulnis- und Gebälkschäden an.

Im Dachstuhl stellten die vom Erzbischöflichen Ordinariat München (EOM) beauftragten Statiker und Architekten bei einer Sichtprüfung Fäulnis- und Gebälkschäden fest.

Darüber hinaus nahmen sie Kontrollmessungen für Setzungen im Fundament und so genannte Distometermessungen vor. Letztere Methode stammt ursprünglich aus dem schweizerischen Tunnelbau. Damit lassen sich Gewölbeverschiebungen messen. Das Ergebnis liegt Ende 2010/Anfang 2011 vor und soll Aufschluss über erforderliche Sanierungsmaßnahmen geben.

Auch die Altäre bedürfen einer Sanierung. Nach den 2009 erfolgten restauratorischen Vorarbeiten und Arbeitsproben an den Seitenaltären und der Hochaltarmensa nahmen nun Restauratoren aus dem Pfaffenwinkel die gelösten Fassungsschichten und die Poliervergoldungen einschließlich der Kreidegründe ab.

Dabei mussten die Restauratoren sehr vorsichtig vorgehen, denn die Stuckoberflächen und ältere, tragfähige Fassungen durften dabei nicht beschädigt werden. Fast 500 Arbeitsstunden dauerten die Altararbeiten einschließlich der Dokumentationen und der stucktechnisch restaurierten Musterfläche am nördlichen Seitenaltar.

Die restaurierte Musterfläche am nördlichen Seitenaltar dient als Arbeitsprobe

Diese Musterfläche wird im Frühjahr 2011 vom EOM begutachtet. Dann erst lassen sich auch die Auswirkungen der Salzbelastung auf die Stuck- und Fassungsoberflächen beurteilen. Die Kosten für das Gesamtprojekt "Altäre" werden vom EOM vorsichtig auf etwa 100000 Euro geschätzt. "Die Pfarrei hat zwar Rücklagen, und auch Zuschüsse werden beantragt", so Pfarrer Ernst Kögler. Allerdings gebe es noch eine große Finanzierungslücke, weshalb man um jede Spende dankbar sei. "Eine gewaltige Aufgabe liegt vor unserer Pfarrei, mit baulichen, künstlerischen und finanziellen Herausforderungen an alle Beteiligten", ergänzt Kögler.

Die Teilinnensanierung der Kirche St. Laurentius liegt derzeit noch beim strategischen Planungsausschuss des EOM zur Genehmigung. Erst nach der Genehmigung erfolgt der Startschuss für die Planung und Kostenermittlung. Im Zuge der anstehenden Innensanierung hat eine Gruppe um Kirchenpflegerin Martina Kolb die Oberkirche und die Gewölbeoberseiten gereinigt - und war damit fast drei Monate beschäftigt. Sie bargen rund fünf Kubikmeter Schutt, Holzteile, Unrat und Rückstände früherer Reparaturarbeiten in mühevoller Kleinarbeit. Denn in den Gewölbezwickeln - der Name lässt es schon vermuten - ist es sehr eng. Darüber hinaus wurde das Obergeschoss auf der Mauerkrone, dem Dachfuß- und Traufbereich und auf allen Gewölbeoberseiten mit Saugern vomn Feinstaub befreit.

khg/Mangfall-Bote

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