Willinger Straße: Es bleibt beim Nein

Bad Aibling - Klare Absage für ein Bauvorhaben an der Willinger Straße: So, wie die Sanierung eines Mehrfamilienhauses dort geplant und beantragt ist, kann sie nicht verwirklicht werden.

Zum einen fehlen die benötigten Abstandsflächen, zum anderen gibt es noch offene Fragen bezüglich des Bestandschutzes.

Nachdem der Bauausschuss in einer früheren Sitzung das gemeindliche Einvernehmen mit 5:5 Stimmen abgelehnt hatte, verlangte nun das Landratsamt Rosenheim eine rechtliche Begründung für diese Ablehnung. Als verantwortliche Baugenehmigungsbehörde muss das Amt über die Genehmigungsfähigkeit entscheiden, da keine Zustimmung der unmittelbar angrenzenden Nachbarn vorliegt.

Diese hatten ihrerseits auf fehlende Abstandsflächen für das Vorhaben hingewiesen. Im Bereich der Nordfassade sollen neue und zum Teil großflächige Fenster errichtet werden. Ein Grundeigentümer habe in einem schriftlichen Einspruch festgestellt, dass die Umbaumaßnahme nur realisiert werden könne, wenn entsprechende Abstandsflächen zugekauft würden. Er hatte dem Bauwerber laut Verwaltung zwar vorgeschlagen, die nötige Fläche zu erwerben, es sei jedoch keine Einigung über den Ankauf erzielt worden.

Das Entgegenkommen der Nachbarschaft, die zu einem Grundverkauf - noch dazu zu einem "nicht überzogenen Preis"- bereit sei, bezeichnete Richard Lechner (SPD) als beachtlich. Er schlug vor, den Antrag zurückzustellen und den Bauwerber auf die Möglichkeit hinzuweisen, sich mit den Nachbarn zu einigen. Außerdem forderte er eine Überprüfung der Fragen bezüglich der Abstandsflächen und des Bestandschutzes durch das Landratsamt. Dem schloss sich der Ausschuss an.

Denn laut Bestandsplan des Architekten war bisher im Erdgeschoss Werkstatt- und Büronutzung vorhanden. In den drei darüberliegenden Geschossen waren angeblich elf Wohnungen mit Größen von 14 bis 80 Quadratmeter installiert. Dem Bauamt liegt jedoch keine baurechtliche Genehmigung dieser alten Nutzung vor. Dieser Angelegenheit wird nun nachgegangen.

Wie berichtet, soll das bestehende Mehrfamilienhaus südöstlich der Willinger Straße umgebaut und zum Teil durch Veränderung der Dachlandschaft erweitert werden. Im Erdgeschoss sollen eine Doppelgarage und eine Wohneinheit errichtet werden. In den darüber liegenden sind insgesamt neun weitere Wohnungen geplant.

Dies führte auch zu unterschiedlichen Auffassungen über die Berechnung der Stellplätze. Allerdings mussten die Ausschussmitglieder hinnehmen, dass der von ihnen nach wie vor monierte Stellplatznachweis nach Aussage des Landratsamtes plausibel und auch korrekt ist. Auch die Art und Weise der Berechnung - der Architekt sieht einen Überschuss von fünf Stellplätzen, Bauausschuss und Verwaltung hingegen ein Defizit von zehn Plätzen - sei rechtlich zulässig.

Trotz dieser Rechtslage betonten mehrere Ausschussmitglieder in der jüngsten Sitzung, dass die Situation zu unübersichtlich, zu eng und zu gefährlich sei - vor allem auch für Kinder.

Das Gremium beschloss einstimmig, das gemeindliche Einvernehmen zu verweigern, da sich das Maß der baulichen Nutzung und der Grundstücksfläche, die überbaut werden soll, nicht in die nähere Umgebung einfüge. Durch die zusätzlichen Garagen und Stellplätze verblieben kaum Freiflächen. Der Versiegelungsgrad erschien dem Ausschuss zu hoch.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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