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Winterreifen werden Pflicht

OVB
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Alle Hände voll zu tun haben derzeit die Reifenhändler. Hier überprüft Manfred Thaler vom Eska-Reifendienst in Rosenheim die Profiltiefe. Vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter, empfohlen werden aber mindestens vier Millimeter.

Rosenheim/Landkreis - Der erste große Wintereinbruch hat für Chaos auf den Straßen gesorgt. Allein 51 Unfallmeldungen gingen gestern zwischen 6 und 11 Uhr im Polizeipräsidiums in Rosenheim ein.

Dossier:

Winterreifen (auf rosenheim24.de)

Die Geduld aller Verkehrsteilnehmer wurde nach den Schneefällen in der Nacht zum Montag auf eine harte Probe gestellt. Von Bad Endorf nach Rosenheim dauerte die Fahrt gestern morgen eineinviertel Stunden, von Großkarolinenfeld bis in die Rosenheimer Innenstadt war man mit dem Auto 45 Minuten unterwegs.

Passend zum Wetter tritt in wenigen Tagen die neue Winterreifenpflicht in Kraft. Der Bundesrat hat eine entsprechende Änderung der Straßenverkehrsordnung beschlossen. Autofahrer müssen demnach bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- und Reifglätte mit Winterreifen unterwegs sein. Die Regelung ist gültig, sobald sie im Bundesgesetzblatt verkündet wird.

Bei den Reifendiensten in der Region sorgte bereits die Ankündigung des Gesetzes für Hochbetrieb. "Jetzt kommen nur noch die Leute, die sich jedes Jahr nach dem ersten Schneefall auf den letzten Drücker Winterreifen aufziehen lassen", meint Manfred Thaler, Innendienst-Leiter beim Eska-Reifenzentrum in Rosenheim: "Der große Ansturm war aber schon im November." Deutlich mehr Autofahrer haben sich heuer für Winterreifen entschieden. Thaler berichtet von Engpässen bei den Standardgrößen: "Es gibt tatsächlich zu wenig Reifen."

ADAC-Test: Winterreifen:

Der ADAC -Test Winterreifen für kleine Reifen

Schnee, Matsch, Glatteis: Winterreifen sollten einiges aushalten. Ob Sie Ihre Reifen tatsächlich gut durch den Winter bringen, hat der ADAC nun geprüft. Zwar erreichte keiner der 28 getesteten Reifen die Bestnote, allerdings gibt es durchaus beachtenswerte Unterschiede in der Qualität. Testsieger wurde der Dunlop SP Winter Sport 3D MO, der in allen sicherheitsrelevanten Kategorien gut abschnitt und die Bestnote auf Nässe erzielte. © ADAC
Der Goodyear UltraGrip 7+ erzielte in den sicherheitsrelevanten Disziplinen sehr gute Ergebnisse und wird vom ADAC als sehr ausgewogener Reifen empfohlen. © ADAC
Als letzter von dreien erzielte der Esa-Tecar Super Grip 7 die Note "gut". Mit der Sicherheit gab es auch bei diesem Reifen keine Probleme. © ADAC
Der Continental ContiWinterContact TS830 bekam ein "sehr gut" für Verschleiß und auf Schnee, leichte Schwächen zeigte er aber auf trockener Strecke. Gesamturteil: durchschnittlich © ADAC
Der Fulda Kristall Montero 3 wurde in allen Sicherheitskategorien als "sehr gut" bewertet. Auf Nässen zeigte der Pneu leichte Schwächen © ADAC
Beim Verschleiß ist der Semperit Speed-Grip "sehr gut", urteilte der ADAC. Leichte Defizite wurden auf Nässe und Schnee festgestellt. © ADAC
Der Kleber Kristall HP2 erzielte die Bestnote beim Verschleiß, als Winterreifen hatte er aber einige Schwächen auf Schnee, Nässe und Eis © ADAC
"Sehr gut auf Schnee" meint der ADAC, dafür hat der Vredestein Snowtrac 3 leichte Probleme auf nasser und trockener Straße © ADAC
Der Maloya Davos fährt auf Schnee einwandfrei, auf nasser und trockener Straße hat er aber leichte Schwächen © ADAC
Der Kumho I'ZEN KW23 zeigte sowohl auf nasser Strecke, als auch auf Schnee und Eis einige Schwächen, auch beim Verschleiß schnitt der Reifen nur durchschnittlich ab © ADAC
Auf trockener Straße erhielt der Yokohama W.drive V903 die Bestnote. Auf Nässe reagierte der Pceu jedoch schwach. © ADAC
"Schwach auf trockener Straße, sehr schwach auf Nässe" urteilte der ADAC. Der Star Performer Winter ist damit nicht empfehlenswert. © ADAC
Der Goodyear Vector 4Season ist beim Verschleiß vorbildlich, allerdings hat der Reifen leichte Schwächen auf Nässe und Schnee © ADAC
Den höchsten Verbrauch und leichte Schwächen auf nasser Straße sowie schwach auf Schnee: Für den ADAC fiel der Vredestein Quatrac 3 durch © ADAC

Auch bei Pneuhage in Rosenheim und Bad Aibling mussten schon Kunden weggeschickt werden, weil keine passenden Reifen aufzutreiben waren. "Für manche Größen beträgt die Wartezeit drei bis vier Wochen, manche Größen bekommen wir heuer gar nicht mehr", berichtet Niederlassungsleiter Alexander Lang. Das neue Gesetz und der Wintereinbruch sorgten auch bei Pneuhage für einen Kundenansturm. Dabei schätzt Lang die Umrüstquote in der Region traditionell bereits auf 85 bis 90 Prozent: "Viele Autofahrer waren sich aber unsicher, ob ihre Reifen ausreichen oder noch gut sind."

Tatsächlich sorgt auch das neue Gesetz hier nicht unbedingt für mehr Klarheit. Denn Autofahrer müssen nun bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Winter- oder Allwetter- beziehungsweise mit Ganzjahresreifen mit dem "M+S"-Symbol unterwegs sein. Automobilverbände monieren, dass es dafür keine verbindlichen Vorgaben gibt. Jeder Autohersteller könne das Logo auf seine Reifen drucken. Laut Alexander Lang kann man sich auf die Kennzeichnung von europäischen Herstellern verlassen. "Bei Reifen aus asiatischer Produktion sollte man aber noch mal genauer hinschauen", rät er.

So bleibt ihr Auto im Winter fit:

Der ADAC -Test Winterreifen für kleine Reifen

Schnee, Matsch, Glatteis: Winterreifen sollten einiges aushalten. Ob Sie Ihre Reifen tatsächlich gut durch den Winter bringen, hat der ADAC nun geprüft. Zwar erreichte keiner der 28 getesteten Reifen die Bestnote, allerdings gibt es durchaus beachtenswerte Unterschiede in der Qualität. Testsieger wurde der Dunlop SP Winter Sport 3D MO, der in allen sicherheitsrelevanten Kategorien gut abschnitt und die Bestnote auf Nässe erzielte. © ADAC
Der Goodyear UltraGrip 7+ erzielte in den sicherheitsrelevanten Disziplinen sehr gute Ergebnisse und wird vom ADAC als sehr ausgewogener Reifen empfohlen. © ADAC
Als letzter von dreien erzielte der Esa-Tecar Super Grip 7 die Note "gut". Mit der Sicherheit gab es auch bei diesem Reifen keine Probleme. © ADAC
Der Continental ContiWinterContact TS830 bekam ein "sehr gut" für Verschleiß und auf Schnee, leichte Schwächen zeigte er aber auf trockener Strecke. Gesamturteil: durchschnittlich © ADAC
Der Fulda Kristall Montero 3 wurde in allen Sicherheitskategorien als "sehr gut" bewertet. Auf Nässen zeigte der Pneu leichte Schwächen © ADAC
Beim Verschleiß ist der Semperit Speed-Grip "sehr gut", urteilte der ADAC. Leichte Defizite wurden auf Nässe und Schnee festgestellt. © ADAC
Der Kleber Kristall HP2 erzielte die Bestnote beim Verschleiß, als Winterreifen hatte er aber einige Schwächen auf Schnee, Nässe und Eis © ADAC
"Sehr gut auf Schnee" meint der ADAC, dafür hat der Vredestein Snowtrac 3 leichte Probleme auf nasser und trockener Straße © ADAC
Der Maloya Davos fährt auf Schnee einwandfrei, auf nasser und trockener Straße hat er aber leichte Schwächen © ADAC
Der Kumho I'ZEN KW23 zeigte sowohl auf nasser Strecke, als auch auf Schnee und Eis einige Schwächen, auch beim Verschleiß schnitt der Reifen nur durchschnittlich ab © ADAC
Auf trockener Straße erhielt der Yokohama W.drive V903 die Bestnote. Auf Nässe reagierte der Pceu jedoch schwach. © ADAC
"Schwach auf trockener Straße, sehr schwach auf Nässe" urteilte der ADAC. Der Star Performer Winter ist damit nicht empfehlenswert. © ADAC
Der Goodyear Vector 4Season ist beim Verschleiß vorbildlich, allerdings hat der Reifen leichte Schwächen auf Nässe und Schnee © ADAC
Den höchsten Verbrauch und leichte Schwächen auf nasser Straße sowie schwach auf Schnee: Für den ADAC fiel der Vredestein Quatrac 3 durch © ADAC

Die neue Regelung gilt für alle Kraftfahrzeuge, also auch für Motorräder. Ausgenommen sind Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft, da sie ohnehin mit grobstolligen Reifen fahren. Lastwagen und Busse müssen nur auf den Antriebsachsen Winter- oder Allwetterreifen haben.

Bislang war im Gesetz nur von einer "geeigneten", "an die Wetterverhältnisse angepassten" Ausrüstung die Rede. Für die Polizei bedeutet die Neuregelung mehr Klarheit. Eigene Kontrollen deswegen werde es aber nicht geben, erklärte gestern ein Polizeisprecher in Rosenheim. Aber im Rahmen von gängigen Überprüfungen, bei denen Beleuchtung und freie Sicht durch die Windschutzscheibe kontrolliert werden, werfen die Beamten nun auch einen Blick auf die Reifen. "Vor allem, wenn Fahrzeuge an Steigungen hängen bleiben, werden die Kollegen genauer hinschauen", so der Sprecher. Ändern werden sich auch die Bußgelder: Fahren auf Eis und Schnee ohne geeignete Reifen kostet 40 Euro. Werden dabei andere Verkehrsteilnehmer behindert, sind 80 Euro fällig. In Österreich müssen übrigens schon seit 1. November alle Autos mit Winterschlappen unterwegs sein.

Klaus Kuhn (Oberbayerisches Volksblatt)

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