Zebrastreifen kommt jetzt doch

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Zwischen den Einmündungen Am Bichl und Bahnhofstraße wird in der Münchner Straße nun der Zebrastreifen angebracht.

Bad Aibling - Auch wenn der Vorlauf etwas zäh war - nun kommt er doch, der Zebrastreifen in der Münchner Straße. Allerdings nicht ganz dort, wo er ursprünglich hin sollte:

Zwar nicht direkt dort, wo früher die Fußgänger-Ampel war, aber immerhin nur fünf Meter von der Einmündung Bahnhofstraße entfernt. Nach dem Placet der Verkehrsplaner fiel jetzt auch die Entscheidung im Stadtrat einstimmig pro Fußgängerüberquerung. Im März soll sie errichtet werden.

Grund für die Anordnung genau an dieser Stelle ist laut Bauverwaltung die Straßenverkehrsordnung. Diese sieht in Tempo-20-Bereichen keine Zebrastreifen vor beziehungsweise hält sie für "entbehrlich". Überdies muss der erforderliche Abstand (anders als bei der früheren Ampel-Regelung am Modehaus Ulrich) von fünf Metern zum Einmündungsbereich eingehalten werden.

Außerdem soll der neue Zebrastreifen an dieser Stelle, im Übergangsbereich von Tempo 30 zu Tempo 20, der tatsächlichen Geschwindigkeitsreduzierung dienen. Denn: Wie berichtet, bereiten gerade die Autofahrer, die trotz der Hinweise auf den verkehrsberuhigten Geschäftsbereich und die geänderte Verkehrsführung (Rechts-vor-Links Regelung an der Bahnhofstraße) mit unverminderter Geschwindigkeit Richtung Stadtmitte fahren, den Fußgängern Probleme beim Überqueren der Straße.

Das Verkehrsplanungsbüro BSV jedenfalls hat, wie Bauamtsleiter Andreas Krämer dem Stadtrat mitteilte, nach einem Ortstermin jetzt auch die Errichtung eines Fußgängerüberwegs - beantragt von Otto Steffl (CSU) - unterstützt. Dieser soll einschließlich der erforderlichen Beschilderung und Beleuchtung errichtet werden, sobald es die Witterung zulässt - voraussichtlich im März.

Konrad Gartmeier (CSU) merkte an, dass seiner Meinung nach kein einziger Berufsschüler diesen Überweg nutzen werde, und auch Richard Lechner (SPD) meinte: "So geht der Fußgänger nicht." Darum gehe es allerdings auch nicht, betonte die Verwaltung. Schließlich sei im Tempo-20-Bereich gerade vorgesehen, dass sich die Fußgänger ihre Wege selbst suchen und die Fahrbahn dort queren können, wo sie wollen. Der Zebrastreifen sei in erster Linie für die schwächeren Verkehrsteilnehmer gedacht.

Im Zusammenhang mit dieser Angelegenheit kamen in der Diskussion noch weitere innerstädtische Verkehrsthemen aufs Tapet. So bat Richard Lechner (SPD) zum wiederholten Mal, das Schild mit der Aufschrift "Verkehrsführung geändert" gegen den Hinweis "Vorfahrt geändert" auszutauschen. "Wird gemacht", sagte Krämer letztlich dann zu. Stefan Glas (CSU) hielt es für die einfachste Lösung, ein Schild "Abknickende Vorfahrt" anzubringen.

Wie mit der Aufklärung für Verkehrsteilnehmer am Einmündungsbereich Irlachstraße zum Marienplatz verfahren wird, steht indes noch nicht fest.

Markus Stigloher (CSU) und Josef Taufler (SPD) betonten - ebenfalls zum wiederholten Mal -, dass das Richtung Rosenheimer Straße angebrachte runde Schild (weißer Pfeil auf blauem Grund) lediglich die Fahrtrichtung, nicht jedoch die Vorfahrtsregelung anzeige: "Das verwirrt die Autofahrer. Viele auf der Vorfahrtstraße Richtung Stadtmitte bleiben stehen, weil sie nicht sicher sind, ob hier genauso wie bei der Bahnhofstraße rechts vor links gilt." Was wiederum Ulrich Nowak (ÜWG) zu der Bemerkung veranlasste, dass so immerhin eine weitere Verlangsamung des Verkehrs eintrete.

Einen Zebrastreifen für die Kirchzeile brachte Sepp Glaser (SPD) noch einmal ins Spiel: "Auch dort haben wir den Übergang von Tempo 30 zu Tempo 20, wo in der Regel zu schnell gefahren wird." Krämer teilte dem Gremium mit, dass zusammen mit dem Verkehrsplanungsbüro ohnehin weitere Punkte geprüft werden sollen.

Er bat darum, nicht in blinden Aktionismus auszubrechen, der für ein Wirrwarr an Schildern sorge. Sinnvoller sei es, die Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt, in das Bad Aibling mit seinem innerstädtischen Verkehrskonzept aufgenommen wurde (wir berichteten), abzuwarten.

Die Aufklärungsarbeit sei schwierig, räumten Krämer und Bürgermeister Felix Schwaller ein. Doch habe man gemäß der Straßenverkehrsordnung alles richtig gemacht. Ob der Autofahrer die Regelungen alle kenne beziehungsweise sich daran halte, sei eine andere Sache.

Kritik an den Zuständen in der Kolbermoorer Straße übte abschließend erneut CSU-Rat Gartmeier. Oft parkten dort bis zu fünf Fahrzeuge hintereinander am Straßenrand: "Nicht nur die Busfahrer haben da zunehmend Probleme mit dem Durchkommen.

So kann das nicht weiter gehen." Überdies forderte er zum wiederholten Male einen Zebrastreifen für die Kolbermoorer Straße am Ludwigskreisel.

Ein Anliegen, das auch Lechner unterstützte. Für ihn unverständlich: "Das Landratsamt macht da nicht mit und ist sogar der Meinung, dass die anderen dort angebrachten Zebrastreifen eigentlich weg gehören."

Mangfallbote

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