Ziel: Heimische Betriebe unterstützen

Bad Aibling - Die Stadtwerke Bad Aibling benötigen neues Arbeitsgerät: eine Hubarbeitsbühne. Sie soll den bisherigen Steiger – 15 Jahre alt und ausgedient – ersetzen. Kosten: 102.000 Euro.

Dem stimmte der Werkausschuss zu. Die Wirtschaftsförderung hatte ÜWG-Stadtrat Rudi Gebhart im Blick: Daten von Bauwerbern sollen an heimische Firmen weitergegeben werden.

Aus dem Jahr 1995 stammt die bisherige Hebebühne der Stadtwerke und ist laut dem technischen Leiter Stefan Barber "am Ende ihrer Lebenszeit" angelangt, wie er in jüngster Sitzung des Werkausschusses erläuterte.

Das gewünschte Neufahrzeug soll nun ein Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschreiten, um von allen Führerscheininhabern gefahren werden zu können (bisheriges 4,8 Tonnen) und auch über die derzeitige Arbeitshöhe von 13 Metern hinausgehen samt einem flexiblen Arbeitskorb - "um beispielsweise die Kuppeln der Therme reinigen zu können", führte Barber aus. Aber auch für Sportplatz- und Weihnachtsbeleuchtung würde ein höherer Ausleger benötigt. Weitere Anforderungen: möglichst ein Allradfahrzeug, einfache Bedienung, erleichterter Zustieg (Verletzungsrisiko reduzieren) und lange Haltbarkeit.

Die Wahl der Stadtwerke fiel nun auf einen Steiger der Firma Ruthmann, der eine Arbeitshöhe von 20 Metern erreicht und sehr flexibel ist. "Sogar ein waagrechtes Auslegen ist möglich", erklärte Barber die Neuerungen. Basisfahrzeug wäre ein Renault oder Nissan.

Die Kosten belaufen sich Barber zufolge auf etwa 110.000 Euro, wobei der ausgediente Steiger der Stadtwerke zu 8000 Euro in Zahlung genommen würde.

Der Anschaffung erteilte der Werkausschuss einhellig sein Einvernehmen.

Im Hauptverwaltungsausschuss brachte Stadtrat Gebhart eine Idee in Sachen Wirtschaftsförderung vor - im Namen und im Auftrag des Wirtschaftsforums Mangfalltal: Daten von Bauwerbern, die im Bauamt vorsprechen oder die ihre Baugenehmigung auf dem Verwaltungsweg erhalten, sollen künftig an das Wirtschaftsforum weitergeleitet werden. Dieses könne dann ihre Firmen aus der Bauwirtschaft über die bevorstehenen Projekte informieren und somit die heimische Wirtschaft stärken - "damit erhöht sich die Chance, dass die Aufträge in der Region bleiben", führte Gebhart aus.

Grundvoraussetzung für das Vorgehen: eine Einverständniserklärung der Bauwerber. Ein entsprechendes Formular könne ausgearbeitet werden. "Rechtlich ist es abgesichert, wenn der Bauwerber ja oder nein erklärt", erläuterte Gebhart. In der Nachbargemeinde Großkarolinenfeld werde dieses Vorgehen bereits praktiziert, informierte er seine Ratskollegen. Sein abschließender Appell: "Ein Versuch wäre es wert."

"Grünes Licht" erteilte jetzt die Verwaltung dem Vorstoß des Wirtschaftsforums: "Es spricht nichts dagegen, wenn die Bauwerber die Einverständniserklärung unterzeichnen", erklärte der geschäftsleitende Beamte Peter Schmid auf Anfrage unserer Zeitung. "Wer nicht will, dass seine Daten weitergegeben werden, muss die Erklärung nicht unterschreiben."

von Rosi Gantner/Mangfall-Bote

Rubriklistenbild: © dpa

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