Machbarkeitsstudie für Sport- und Fliegerhalle vorgestellt

Zukunftsmusik für fünf Millionen Euro

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„Variante 4“ sähe diverse Nutzungen an den Seiten der Sport- (links) und Fliegerhalle (rechts) vor. Neu errichtet werden könnte der Verbindungsbau mit Café, Garderobe und Abendkasse. Dahinter platziert sind hier die für die Jugend gedachten Container.

Bad Aibling - Zukunftsmusik für geschätzte rund fünf Millionen Euro erklang in der jüngsten Stadtratssitzung zum Thema Sport- und Fliegerhalle.

Insgesamt fünf Versionen für die Ausbau- und Nutzungsstufen der Sport- und Fliegerhalle zeigten die beauftragten Planer im Zuge ihrer Machbarkeitsstudie auf. Abgesehen von dem Hinweis darauf, dass auf absehbare Zeit für die Umsetzung keine Mittel zur Verfügung stehen, plädierten die Kommunalpolitiker vor allem dafür, zunächst die Vereine ins Boot zu holen.

Teils sehr ernüchternd waren die Zustandsbeschreibungen von Böden, Elektrotechnik, energetischer Effizienz und vor allem des Daches in den unterschiedlichen Hallenbereichen. Hier sahen die Fachleute jede Menge Handlungsbedarf.

Wie Bürgermeister Felix Schwaller hob jedoch auch Architekt Werner Schmidt aus Brannenburg den besonderen Charme und die Ästhetik der rund 70 Jahre alten Stahlbaukonstruktionen hervor. Diese mussten zuletzt mit einem Aufwand von rund 300 000 Euro statisch ertüchtigt werden (wir berichteten).

Sport- und Fliegerhalle ab September geöffnet

In ihrem Sanierungskonzept erläuterten die Planer, wie aus den beiden Hallen plus Zwischenbau (welcher allerdings abgebrochen und erneuert werden müsste) ein attraktives Veranstaltungszentrum mit den Primärfunktionen Sport und Veranstaltung entstehen könnten. Eine wichtige Bedeutung käme den Planungen zufolge dem Zwischenbau zu, in dem ein Café, Garderobe, Foyer, Abendkasse et cetera untergebracht werden könnten.

Abstand nahm der Stadtrat rasch von Version 1, die den Abbruch des östlichen und westlichen Anbaus vorgesehen hätte sowie von Version 5. Von Letzterer, die aus der Sporthalle eine Doppel-Halle gemacht hätte, hatten aber auch die Planer bereits abgeraten: Vor allem der technische Aufwand aufgrund der Hallenkonstruktion, jedoch auch die finanziellen Erfordernisse wären zu groß.

Die aufeinander aufbauenden Varianten 2 bis 4 sehen den Erhalt und die Sanierung der Hallenanbauten sowie ein erweitertes Raumangebot für Jugend und Vereine vor. Bei Variante 2 würden im westlichen Anbau der Sporthalle Jugend- und Vereinsräume sowie im östlichen Anbau der Fliegerhalle Künstlerumkleiden, Büros und WC untergebracht werden. Im nördlichen Teil der Sporthalle fänden Geräte, Technik und Übungsräume Platz, analog dazu in der Fliegerhalle Technik, Cateringküche und Lager.

Variante 3 sieht zusätzlich die Nutzung eines der bestehenden Squash-Container hinter dem künftig transparenten Zwischenbau vor. Dieser könnte als Nebenraum genutzt werden. Variante 4 ist um den zweiten Container erweitert, wobei dann diese beiden Räumlichkeiten für die Jugend genutzt werden könnten, während der Anbau im Westen der Sporthalle den Vereinen zur Verfügung gestellt werden könnte.

Je nach Ausbauvariante und Zuschussmöglichkeiten kämen auf die Stadt schätzungsweise zwischen 4,5 und 5,3 Millionen Euro zu (siehe auch Kasten „Kostenschätzung“). CSU-Fraktionsvorsitzender Erwin Kühnel bekannte, dass die Summen den Stadtrat nicht schocken könnten, nachdem man einst von Städteplaner von Angerer mit der Nennung einer Summe von 14 Millionen Euro bereits „vorgeschockt“ worden sei. Doch sei der Sportpark in Mietraching die Zukunft des Aiblinger Sportes und müsse daher sehr gut durchdacht sein. Unabdingbar sei für ihn als Sportreferent ein runder Tisch mit den Vereinen, um auch deren Ideen aufzunehmen.

Max Leuprecht (GOL) wollte im Vorfeld der Variante 5 eine klare Absage erteilen, da ansonsten seiner Meinung nach die Vereine bestimmt für die Doppelturnhalle (die dann laut Planer jedoch kaum noch Platz für eine Tribüne böte) votierten. Er glaube nicht, dass die genannten Kosten hierfür ausreichend seien.

SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Lechner befürchtete, dass sich wohl sehr viele andere Bewerber ebenfalls um Mittel aus den Fördertöpfen bemühen werden, so dass zunächst sämtliche finanzielle Aspekte abgeklärt werden müssten. Er erinnerte an die Spar-Appelle in den jüngsten Sitzungen und warnte davor, bei der Bevölkerung falsche Hoffnungen zu wecken, die man letztlich nicht erfüllen könne. Zudem forderte er dringend – und sei es nur provisorisch – eine Lösung die undichten Stellen des Daches.

„Warum nicht alles wegreißen und für 14 Millionen Euro neu bauen? Dann haben wir wenigstens gleich was Gescheites, in dem wir nicht immer wieder ausbessern und nachbessern müssen“, meinte hingegen Josef Schmid (CSU). Dem Argument, dass die Sporthalle fast rund um die Uhr belegt sei, hielt er entgegen, dass dann eben für ein Jahr keine Halle stehe, vorher sei das schließlich auch gegangen. Schwaller betonte jedoch, dass für einen Neubau keine Fördermittel zu erwarten seien. Zudem verwehrte er sich gegen einen Abriss. Die Hallen selbst seien in einem guten Zustand und gehörten zur Geschichte Bad Aiblings.

Bauamtsleiter Andreas Krämer wies eindringlich darauf hin, dass es momentan für beide Hallen keine baurechtliche Zulassung gebe. Diese müsse so bald wie möglich hergestellt werden. Daher solle sich der Stadtrat für eine Ausbauvariante entscheiden, damit diese in die Genehmigungsplanung einfließen kann.

Letztlich beschloss der Stadtrat gegen eine Stimme, die Varianten 1 und 5 auszuschließen. Zudem sollen baldmöglichst die baurechtlichen Voraussetzungen mit den entsprechenden Genehmigungen für beide Hallen eingeholt und ein Gespräch mit den Vereinen anberaumt werden.

Eva Langwieder/Mangfall-Bote

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