Ja zu Zuschüssen und Defizitübernahme

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Auch die Jugendarbeit des DLRG-Ortsverbandes - hier beim Gesundheitstag an einer Heufelder Schule - würdigte der Hauptausschuss mit seiner Bewilligung des Zuschusses.

Bad Aibling - Auf städtische Unterstützung können die Wasserwacht im BRK, die DLRG und das Montessori Kinderhaus auch in diesem Jahr setzen.

Der Hauptausschuss bewilligte in seiner jüngsten Sitzung Mittel in Höhe von insgesamt 53.000 Euro. Den größten Brocken macht dabei die Defizitübernahme für das Kinderhaus in Höhe von knapp 50.000 Euro aus.

Die Wasserwacht im BRK hatte einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro zu den Kosten für das Schwimmtraining im Hallenbad Prantseck beantragt. Zu ihren Aufgaben zählen insbesondere die Betreuung und Ausbildung von Jugendlichen. Wie Kämmerer Andreas Mennel erklärte, zähle die Wasserwacht derzeit 1075 Mitglieder, darunter 600 Jugendliche. Wie im Vorjahr stimmte der Hauptausschuss dem Zuschuss einstimmig zu.

Beim DLRG-Ortsverband trainieren, wie es in dessen Antrag heißt, wöchentlich zirka 160 Kinder und Jugendliche unter Anleitung von geschulten Trainern und Helfern, die ehrenamtlich arbeiten. Ziel der Übungsstunden sei es, die Kondition und den Schwimmstil zu verbessern und dadurch die Sicherheit im Wasser zu stärken sowie unter anderem auch Rettungsschwimmer auszubilden.

Für die Benutzung des Hallenbades Prantseck zahlt der Ortsverband wöchentlich zirka 400 Euro nur für die Übungszeiten. Dies ergebe bei 35 Trainingswochen einen Gesamtbetrag von rund 14.000 Euro. Die Einnahmen aus den Kostenbeteiligungen der Trainingsteilnehmer belaufen sich hingegen auf maximal 10.000 Euro.

Für das Schwimmtraining hatte der Ortsverband deshalb einen Zuschuss in Höhe von 1500 Euro beantragt. Zudem erbat er auch einen Mietzuschuss für das Wasserrettungszentrum. Der Ortsverband trägt die Mietkosten von jährlich 10.800 Euro. Durch Untervermietung können Einnahmen in Höhe von 1000 Euro erzielt werden, und durch Sponsoren könnten auch die restlichen 9800 Euro verringert werden, dennoch bleibe eine große Summe übrig, hieß es in dem Schreiben.

Der Hauptausschuss beschloss, für die Jugendarbeit im Jahr 2011, insbesondere auch zur Abdeckuung der Kosten für die Benutzung des Hallenbades, einen Zuschuss in Höhe von 1000 Euro. Weitere 1000 Euro stellte er als Mietkostenzuschuss zur Verfügung.

Beim Antrag des Montessori-Kinderhauses, das Betriebsdefizit 2010 in Höhe von knapp 50.000 Euro zu übernehmen, schluckte das Gremium zwar, stimmte aber dennoch bei einer Gegenstimme zu. "Die Höhe gründet fast ausschließlich auf den Mietkosten", erklärte Bürgermeister Felix Schwaller. Er bezeichnete das Defizit als vertretbar und nachvollziehbar.

Da der Haushaltsentwurf für die Einrichtung nicht - wie laut Betriebsvereinbarung vorgesehen - zum Oktober 2009 eingereicht worden sei (was der Träger mit einem Personalwechsel begründet und bedauert habe), habe die Stadt den Defizitausgleich auch nicht in ihren Haushalt 2010 aufnehmen können, so Schwaller. Somit seien nun im aktuellen Hauhaltsjahr diese überplanmäßigen Ausgaben angefallen. So etwas solle künftig aber nicht mehr passieren, forderte Dritter Bürgermeister Otto Steffl (CSU).

Sein Parteikollege Erwin Kühnel wies darauf hin, dass die Einrichtung laut den Plänen des Diakonischen Werkes für ein Bildungshaus im kommenden Jahr in ein anderes Gebäude umziehen werde und wollte wissen, was die Stadt dafür dann bezahlen müsse. Innerhalb so kurzer Zeit sehe er nicht ein, wieder eine Menge Geld auszugeben. Schwaller konnte dazu noch nichts Konkretes sagen und wollte erst ein Gespräch mit den Verantwortlichen abwarten. Jedoch könne man nicht binnen kürzester Zeit zwei Kindergärten ausrüsten und finanzieren. Wie der Bürgermeister gestern auf Anfrage mitteilte, habe sich bei dem mittlerweile erfolgten Gespräch ergeben, dass das Kinderhaus doch in dem bestehenden Gebäude verbleiben werde.

Die Energiekosten monierte Konrad Gartmeier (CSU): "Wir zahlen viel für die alte Hütte und dann für die Heizung noch dazu. Irgendwas ist da doch nicht im Lot." Und auch Dr. Birgitt Matthias (SPD) forderte, die Mittel der Stadt zielgenau einzusetzen. Ihr sei zwar eine gute Ausstattung sehr wichtig, doch wenn immer neue Konzepte auftauchten, müsse man aufpassen, was man alles finanziere.

Zweite Bürgermeisterin Heidi Benda (GOL) zeigte sich ebenfalls überrascht von der Höhe des Defizits, betonte aber, es sei in Bad Aibling immer gute Tradition gewesen, die Defizite von Kindergärten zu übernehmen, schließlich wolle man eine hundertprozentige Versorgung. Die Frage sei, ob eine Ermahnung zum sparsamen Wirtschaften hilfreich sei. "Schaden tut es aber bestimmt nicht", so Benda abschließend.

Eva Langwieder (Mangfall-Bote)

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