Hendl-Streit und Kritik-Hagel

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Vorsitzender Achim Hübner ehrte Hans Hübner, Richard Bonaty und Hans Langzauner (von rechts) für ihre langjährige Vereinstreue.

Kolbermoor – Turbulent ging es in der Jahreshauptversammlung des Veteranen- und Reservistenvereins Kolbermoor zu. Der Vorsitzende bekam so manche Kritik aus den Reihen der Mitglieder zu hören.

Lesen Sie hier den Bericht aus dem Mangfall-Boten:


Diesmal hagelte es Kritik

Turbulent ging es in der Jahreshauptversammlung des Veteranen- und Reservistenvereins Kolbermoor zu. Der Vorsitzende bekam so manche Kritik aus den Reihen der Mitglieder zu hören. Unter anderem sei einem verstorbenen Mitglied am Grab nicht die letzte Ehre erwiesen worden, zudem sei man durch das abgesagte Bürgerfest auf 200 Hendln sitzen geblieben. Die Entlastung der Vorstandschaft fiel diesmal aus.

Wie bei vielen anderen Vereinen werden auch im Veteranen- und Reservistenverein Kolbermoor Veranstaltungen und wichtige Termine immer weniger von den Mitgliedern angenommen und mitgetragen. Diese Entwicklung verdeutlichte der Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden Achim Hübner. So musste unter anderem der Ausflug nach Kehlheim mangels Teilnehmer abgesagt werden. Mit nur sechs Mitgliedern fuhr der Verein an Fronleichnam zum Jubiläum nach Ostermünchen, wo eine Feldmesse und ein Festzug auf dem Programm standen. Ebenso schlecht war die Mitgliedsteilname am Volkstrauertag. "Als Ausrichter haben wir die Pflicht, unserer gefallenen Soldaten und Kameraden zu gedenken. Da kann man nicht mit nur fünf Mitgliedern hinter der Vereinsfahne marschieren", sagte Hübner.


Äußerst dürftig sei auch das Interesse an der Weihnachtsfeier gewesen. Nur 25 Mitglieder hätten beim sehr schönen besinnlichen Teil, der vom Trachtenverein Immergrün gestaltet worden war, zugehört. Klare Worte in Bezug auf die Weihnachtsfeier hatte Kassier Klaus Kontny parat: "Diese Feier wird nicht mehr angenommen. In fünf Jahren wird die Vorstandschaft alleine da sitzen und die über 135-jährige Tradition dieser Feier wird zu Ende gehen." Der Aufwand und die Kosten würden sich nicht mehr rentieren.

Aus den Mitgliederreihen war als Verteidigung zu hören, dass man in mehreren Vereinen gleichzeitig aktiv sei und dadurch "nicht jedes Jahr zu jeder Weihnachtsfeier gehen kann". Obwohl mannach Verlusten durch die Weihnachtsfeier im Jahr 2008 die Ausgaben 2009 zu reduzieren versucht hatte, riss auch diese schlecht besuchte Feier ein Loch in die Vereinskasse, wie Klaus Kontny berichtete. Ein weiteres Verlustgeschäft sei den Veteranen durch das kurzfristig abgesagte Bürgerfest entstanden. Dabei sei man auf 200 gewürzten Hendln sitzen geblieben.

Um den finanziellen Schaden zu begrenzen, habe der Verein ein "Hendlfest" am Glasberg gefeiert. Doch auch hierfür seien wieder Aufwandskosten entstanden, die fast so hoch wie die Einnahmen waren. Ob man mit den Wirtsleuten für das Hendlfest nicht bessere Konditionen aushandeln hätte können, warum die Hendl gewürzt gekauft werden müssen, ob man beim Bürgerfest-Verkauf die Hendl weglassen soll und warum man die Hendl nicht zurück geben kann - darüber entfachte schließlich eine heftige Diskussion. Immer wieder beteuerte der Vorsitzende, dass er wiederholt Verhandlungen um bessere Konditionen geführt habe. Die Leute würden nach Hendln auf dem Bürgerfest verlangen und "wenn wir das nicht machen, macht ein anderer Verein das Geschäft". Die Hendl selbst zu würzen, sei ein zu großer Aufwand und der Lieferant würde alles zurücknehmen, nur keine Hendl. Obwohl der Kassier seine Kontakte hatte spielen lassen und 40 Kilo Hendl an eine Klinik verkaufen konnte, war das Ganze ein Verlustgeschäft.

Außerdem meinte Hübner, nächstes Jahr würden Neuwahlen anstehen und "dann wird sich vielleicht etwas ändern". Weitere Kritik aus den Mitgliederreihen war zu hören, weil kein Vertreter des Vereins bei der Beerdigung eines langjährigen Mitgliedes gewesen sei. Der Vorsitzende räumte ein, dass hier die Kommunikation nicht funktioniert habe und er vom Tod des Mannes nicht informiert worden sei. Auf Anregung eines Mitgliedes werde man sich bei der Familie des Verstorbenen jedoch melden und ein Blumengesteck binden lassen. Unverständnis zeigten die Anwesenden zudem darüber, dass kein Vorstandsmitglied bei der Versammlung des Ortskartells gewesen sei. Laut Hübner werde man dies ändern und nächstes Mal mit dabei sein.

Für ihre Treue zum Verein wurden Hans Hübner (20 Jahre), Andreas Gegenfurtner (20 Jahre), Richard Bonaty (40 Jahre) und Hans Langzauner (40 Jahre) geehrt.

dli/Mangfall-Bote

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