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In Rosenheim festgenommen

316.000 Euro durch Schockanrufe erbeutet: Traunsteiner Landgericht verhängt hohe Haftstrafen für Geldabholer 

Ältere Frau telefoniert und wird womöglich Opfer eines betrügerischen Schock-Anrufers
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Anrufe, die Furcht und Schrecken verbreiten: Schockanrufer zocken Senioren auch in der Region Rosenheim ab.

Im Juni 2021 wurden in Rosenheim vier Personen nach einem Schockanruf mit Geldabholung festgenommen. Nun wurden am Landgericht Traunstein die Urteile gesprochen.

Die Pressemeldung im Wortlaut:

Bei allen Mitgliedern der so genannten „Abholergruppe“ handelt es sich um polnische Staatsangehörige im Alter von 24, 24, 53 und 59 Jahren. Die Gruppierung beging von März bis Juni 2021 organisiert und arbeitsteilig 12 Betrugsstraftaten in unterschiedlichen Besetzungen nach dem Muster des sogenannten Schockanrufs

Über Callcenter in Polen nahmen die „Keiler“ (Anrufer) telefonisch Kontakt zu den Geschädigten auf. Den Opfern wurde vorgetäuscht, dass eine ihnen nahestehende Person einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe und sich aktuell in Untersuchungshaft befindet. Zur Abwendung einer Freiheitsstrafe bzw. für die Freilassung der Unfallverursacher forderten die Anrufer jeweils einen hohen Geldbetrag im fünf- bis sechsstelligen Bereich als Sicherheitsleistung bzw. Kaution.

Bande erbeutete 316.000 Euro

Die Täter setzen bei ihrer perfiden Maschen auf den Schockmoment. Sie wollen ihre Opfer in extreme Aufregung versetzen und es dadurch zum unüberlegten Handeln verleiten. Durch diese Begehungsweise gelang es, bei 12 Geschädigten in ganz Bayern verteilt, Bargeld und Schmuck in Höhe von insgesamt 316.000 Euro zu erbeuten

Am 23. Juni 2021 kam es nach einer erneuten Geldabholung von 20.000 Euro in Rosenheim zur Festnahme der vier Täter. Unter Federführung der Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft Traunstein für grenzüberschreitende Kriminalität nach dem sog. „Traunsteiner Modell“ konnten durch den koordinierten Einsatz von mehreren Polizeidienststellen der Polizeipräsidien Oberbayern Süd und Mittelfranken die Täter unmittelbar bei Tatausführung beobachtet und festgenommen werden. Dabei kam es zur Sicherstellung von hohen Bargeldsummen, Mobiltelefonen und weiteren Beweismitteln. Die Täter wurden mit erlassenen Haftbefehlen in umliegende Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

Landgericht Traunstein verhängt hohe Haftstrafen

Jetzt fanden am Landgericht Traunstein die Verhandlungen gegen die vier Personen statt. Dabei wurden Haftstrafen in Höhe von vier Jahren und neun Monaten, fünf Jahren, sieben Jahren und sechs Monaten und zehn Jahren und acht Monaten verhängt. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Die sehr hohe Haftstrafe von zehn Jahren und acht Monaten für einen 24-jährigen Angeklagten war insbesondere darauf zurückzuführen, dass er eine gehobene Stellung innerhalb der „Abholergruppe“ eingenommen hatte. Das Gericht war davon überzeugt, dass er als „Teamführer“ für die Organisation und Logistik vor Ort zuständig war.

Diese grenzüberschreitenden Taten werden von der Staatsanwaltschaft Traunstein und der bayerischen Polizei mit Nachdruck verfolgt. Die hohen Strafen belegen erneut, dass Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichte gegen diese perfide Betrugsmasche mit aller Konsequenz vorgehen. 

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern süd

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