Pressemitteilung Bundespolizei Flughafen München

Justizschulden machen Reisepläne zunichte

Nicht bezahlte Schulden bei der bundesdeutschen Justiz können schnell die Reisepläne durcheinanderbringen. Das mussten am Wochenende zwei Männer am Münchner Flughafen feststellen.
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Nicht bezahlte Schulden bei der bundesdeutschen Justiz können schnell die Reisepläne durcheinanderbringen. Das mussten am Wochenende zwei Männer am Münchner Flughafen feststellen.

Flughafen München - Sie haben offenbar ihr Erspartes lieber in ein Flugticket gesteckt, als ihre noch ausstehenden Schulden bei der deutschen Justiz zu begleichen.

Die Pressemeldung im Wortlaut

Sie haben offenbar ihr Erspartes lieber in ein Flugticket gesteckt, als ihre noch ausstehenden Schulden bei der deutschen Justiz zu begleichen. Das sollte sich am Freitag (19. Februar) und am Samstag (20. Februar) rächen. Der Kroate und der Türke waren mit offenen Haftbefehlen im Gepäck, der eine am Freitagnachmittag auf dem Weg nach Dubai, der andere am Samstagmittag auf dem Weg nach Izmir, bei der Ausreisekontrollstelle der Bundespolizei im Terminal 2 aufgetaucht. Die Bundespolizisten haben die beiden schließlich umgehend aus dem Verkehr gezogen, nachdem sie die Suchanfragen der Justiz im polizeilichen Fahndungssystem entdeckt hatten.

Am Freitag zogen Bundespolizisten einen 48-jährigen Kroaten aus dem Verkehr, als er vom Erdinger Moos nach Dubai fliegen wollte. Die Staatsanwaltschaft in Osnabrück hatte den gebürtigen Kölner mit Vollstreckungshaftbefehl gesucht, nachdem er der niedersächsischen Staatskasse aus einer Verurteilung im Juli letzten Jahres noch 945,50 Euro schuldig geblieben war. Im November 2020 hatte der Wahl-Österreicher wohl noch gute Miene zum Bösen Spiel gemacht und knapp 110 Euro an die Justiz überweisen. Anschließend aber war der Geldfluss gleich wieder versiegt und bis dato auch kein Geldeingang mehr bei den Behörden in Niedersachsen zu verzeichnen.

Als nun Bundespolizisten am Münchner Airport den Haftbefehl vollstreckt und den Gesuchten festgenommen hatten, bezahlte dieser die ausstehende Summe dann doch.

Zudem bat die Staatsanwaltschaft in Würzburg um den Fährerschein des 48-Jährigen. Auch dieser Bitte kamen die Bundesbeamten nach und stellten den Lappen sicher.

Gleich im Anschluss an Geld- und Führerscheinübergabe durfte der säumige Zahler die Wache der Bundespolizei auch wieder verlassen. Sein Flug auf die arabische Halbinsel allerdings war zu diesem Zeitpunkt bereits ohne ihn abgeflogen. Auch mit dem eigenen Auto war ein Fortkommen vom Flughafen mangels Führerschein nun legal nicht mehr ganz so einfach.

Am Samstag verfing sich ein 29-jähriger Türke im Fahndungsnetz der Bundespolizei. Auch der gebürtige Münchner musste am Moos-Airport seine Reisepläne, wie tags zuvor der gebürtige Kölner, kurzfristig ändern. Ursprünglich wollte der junge Mann ins Land seiner Vorfahren fliegen. Bei der grenzpolizeilichen Ausreisekontrolle haben Bundespolizisten seine Reisepläne allerdings zunichtegemacht. Sie entdeckten nämlich einen offenen Haftbefehl, ausgestellt auf den Kontrollierten. Die Staatsanwaltschaft München I suchte seit Anfang der Woche mit Vollstreckungshaftbefehl nach dem Türken. Der Gesuchte war vor knapp einem Jahr vom Münchner Amtsgericht wegen Erschleichens von Leistungen zu 500 Euro Geld- oder ersatzweise 50 Tagen Haftstrafe verurteilt worden. Auch er hatte offenbar anfangs eine erste Rate in Höhe von 50 Euro an die Justizkasse überwiesen, bevor der Geldfluss versiegt war und noch Restschulden über 528,50 Euro inklusive Verfahrenskosten übriggeblieben waren.

Nachdem die Grenzpolizisten am Münchner Flughafen der Bitte aus München nachgekommen waren und den säumigen Zahler festgenommen hatten, sah es anfangs ganz so aus, als ob der 29-Jährige die Sonne an der türkischen Ägäisküste mit gesiebter Luft in München-Stadelheim tauschen müsste. Erst nach langer Suche fand sich eine Bekannte aus Moosburg, die an der dortigen Polizeidienststelle die Justizschulden des Schwarzfahrers beglich. So konnte der Türke zwar die Wache der Bundespolizei als freier Mann wieder verlassen und dem Gefängnis in letzter Minute noch entgehen, sein Flug in die türkische Hafenstadt war jedoch bereits ohne ihn in der Luft.

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