Einfach auf der A93 zurückgelassen

Schleuser lässt Flüchtlinge an der Autobahn stehen: Gefahr war ihnen „offenbar nicht bewusst“

Der Samstagnachmittag des 30. Januars war für zwei Flüchtlinge besonders gefährlich, als sie sich auf einmal auf dem Standstreifen der Autobahn A93 befanden. Ein Schleuser hätte die beiden an einer Raststätte zurückgelassen. Die Polizei ermittelt jetzt gegen die Fahrer.

Die Mitteilung der Polizei im Wortlaut:

Rosenheim/Oberaudorf – Nachdem zwei syrische Staatsangehörige am späten Samstagnachmittag, den 30. Januar, offenbar von einem bislang unbekannten Schleuser an der Inntalautobahn ausgesetzt worden waren, hat die Rosenheimer Bundespolizei die Ermittlungen aufgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge wurden die Migranten zu Fuß, auf Lastwagen und in Pkws quer durch Europa bis nach Deutschland geschleust.

Auf der A93 nahe der Anschlussstelle Oberaudorf bemerkten Bundespolizisten zwei Personen, die auf dem Standstreifen der Autobahn liefen. Sofort stoppten die Beamten ihr Fahrzeug und brachten die zwei Fußgänger hinter der Leitplanke in Sicherheit. Bei der anschließenden Kontrolle berichteten die beiden, dass sie zuvor an einem Parkplatz ihr Schleuserfahrzeug verlassen mussten.

Da sie vom Fahrer dort einfach zurückgelassen worden waren, hätten sie sich schlichtweg zu Fuß auf den Weg gemacht. In welche Gefahr sie sich damit begeben hatten, war ihnen offenbar nicht bewusst. Eigenen Angaben zufolge stammen die beiden ursprünglich aus Syrien. Einreise- oder Aufenthaltspapiere führten der 24-Jährige und sein 15-jähriger Begleiter nicht mit.

Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Minderjährige der Obhut des Rosenheimer Jugendamtes anvertraut. Seinem Mitreisenden hingegen verweigerten die Bundespolizisten die Einreise und überstellten ihn den österreichischen Behörden. Die Rosenheimer Bundespolizei konzentriert sich inzwischen auf die Ermittlungen gegen den unbekannten Schleuser.

Pressemitteilung Bundespolizei Rosenheim

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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