A8-Ausbaupläne inakzeptabel für Frasdorf

Frasdorf - Die derzeit vorliegenden Planungen zum Autobahnausbau sind nicht ausreichend. Darauf hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung geeinigt.

Mit der Entscheidung gegen die vorliegenden Pläne wende sich das Gremium jedoch nicht gegen den vorgesehenen 6+2-Ausbau. Neben einer zukunftsorientierten Immissionsschutzvorsorge sei die Erhaltung der einzigartigen Voralpenlandschaft für die künftige Entwicklung der Gemeinde auch im Hinblick auf Tourismus von erheblicher Bedeutung. Nachdem die Gemeinde Frasdorf seit 70 Jahren durch die Autobahn betroffen, getrennt und zweigeteilt sei, müsse bei einer neuen Planung, die den Lebensraum Chiemgau auf lange Zeit nachhaltig prägen werde, besonders darauf geachtet werden, dass wieder eine ökologisch wirksame Vernetzung der getrennten Landschaftsteile erfolge.

In der aktuellen Planung werde das Problem der Schallausbreitung, besonders bedingt durch die teilweise enge Tallage für höher gelegene Wohngebiete, nicht berücksichtigt. Nach Ansicht des Gemeinderates könnten nur überdeckte und begrünte Einhausungen - in Frasdorf mittlerweile allgemein nur noch als Grünbrücken bezeichnet - auf den betroffenen Streckenabschnitten Abhilfe schaffen.

Forderung: Planung überarbeiten

Der Gemeinderat Frasdorf forderte deshalb - gegen die Stimme von Josef Stein - die bestehenden Planungen zu überarbeiten. Dabei bedürften die vier Abschnitte Frasdorf-West mit Daxa und Oberacherting, Frasdorf-Ort, Frasdorf-Leitenberg und Frasdorf-Umrathshausen einer besonders detaillierten Betrachtung. Der Gemeinderat sah diesen Beschluss als wichtige Voraussetzung für die weitere Arbeit des Arbeitskreises beim Landratsamt Rosenheim und als solidarische Unterstützung der Frasdorfer Bürgerinitiative an.

"Wir sind in der glücklichen Lage, dass sich die Ziele der Bürgerinitiative und der Gemeinde Frasdorf in allen Bereichen vollkommen decken. Wir wollen den Erhalt unseres Chiemgauer Landschafts- und Ortsbildes als Grundlage für die touristische Weiterentwicklung der Region, nicht mehr, aber auch nicht weniger", sagte Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller.

Bauland für Einheimische

Die fünf neu ausgewiesenen Baugrundstücke an der Frasdorfer Wendelsteinstraße wurden nach dem Einheimischenmodell vergeben. Die Verwaltung wurde angewiesen, bei Notarverträgen die Voraussetzungen entsprechend den Vorgaben des Gemeinderates zu regeln.

Bei der Änderung des Flächennutzungsplanes für Unteracherting wurden Stellungnahmen der beteiligten Behörden soweit möglich und notwendig in die Planung eingearbeitet.

Die Verbindung zwischen der Staatsstraße 2362 und der Kreisstraße RO5 am westlichen Ortsrand soll im kommenden Jahr saniert werden. Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller wies darauf hin, dass die für den Straßenbau vorgesehenen Haushaltsmittel in diesem Jahr bereits verplant seien und der Ausbau in diesem Jahr nicht mehr möglich sei.

reh/Oberbayerisches Volksblatt

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