Stadtwerke: "Abkochgebot bleibt bestehen"

Landkreis - Weiterhin keine Entwarnung für das Versorgungsgebiet der Stadtwerke Rosenheim sowie für die Gemeinden Stephanskirchen und Schechen: Das Abkochgebot bleibt bestehen!

Das Ordnungsamt der Stadt Rosenheim hat in enger Abstimmung mit dem Staatlichen Gesundheitsamt Rosenheim und den Stadtwerken Rosenheim nach Vorliegen der aktuellen Messwerte zur Gesundheitsvorsorge die Aufhebung des Abkochgebots für das Versorgungsgebiet der Stadtwerke sowie für die Gemeinden Stephanskirchen und Schechen noch zurückgestellt. Die derzeit mittlerweile flächendeckende Chlorung des Leitungsnetzes wird noch für einige Zeit andauern, da die Chlorkonzentration noch nicht an allen Messpunkten im Netz den geforderten Wert überschritten hat. Die Stadtwerke Rosenheim bedanken sich für das Verständnis und die positiven Fragen und Anregungen aus der Bevölkerung.

Pressemitteilung der Stadtwerke Rosenheim GmbH & Co. KG

Die Chlorkonzentration ist gesundheitlich unbedenklich:

Die Konzentration von Chlor in unserem Trinkwasser ist unbedenklich - sowohl für den Verzehr als auch für die Hygiene. Auch wenn die Entwarnung für die Verunreinigung durch Keime im Trinkwasser in den kommenden Tagen kommen sollte: Das Wasser soll über mehrere Wochen weiter gechlort werden. Diese Maßnahme hält das Gesundheitsamt Rosenheim für erforderlich. Die Konzentration der Chemikalie im Trinkwasser beträgt im Schnitt 0,1 bis 0,3 mg/Liter, also weniger als im Schwimmbad. Eine Menge, die laut Aussage des Gesundheitsamtes sowohl für den Verzehr als auch für die körperliche Hygiene wie Duschen und Zähneputzen unbedenklich ist.

Der Vorsitzende des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Franz Bergmüller sieht außerdem laut Angaben von Radio Charivari kein Problem in dem verunreinigten Trinkwasser in der Region. Küchen in Hotellerie und Gaststätten müssten zum Beispiel von Haus aus eine hohe Wassertemperatur fahren um zu Spülen. Außerdem werde auch das meiste Essen heiß gekocht, sagt Bergmüller.

Das Abkochgebot für unten genannte Gemeinden bleibt weiterhin bestehen!

Mitteilung der Marktgemeinde Bruckmühl:

Die Gemeinde Bruckmühl gab indes am Dienstagmittag bekannt, dass mit einer Aufhebung des Abkochgebots nicht vor Donnerstag gerechnet werden kann. Der Grund: Erst muss der Gemeinde der Nachweis gelingen, dass auch an der entlegensten Wasserabnahmestelle eine Chlorkonzentration von mindestens 0,1 mg/Liter vorhanden ist. Im speziellen Fall der Gemeinde Bruckmühl ist wegen der Leitungslänge von etwa 80 km damit eben nicht vor Donnerstag zu rechnen.

Für die Verunreinigung selbst können nach Auskunft vom Bruckmühler Wassermeister Franz Thalhammer zwei mögliche Gründe in Betracht gezogen werden:

  • Zum einen wurde eine Entlüftungsvorrichtung des Wasserleitungsnetzes bei dem letzten größeren Unwetterereignis überspült.
  • Zum anderen wurde bei einer Baumaßnahme in Götting in der vergangenen Woche die Wasserleitung beschädigt. Dabei könnte es jeweils zu einem Eintrag von Keimen in das Wassernetz gekommen sein.

Seit dem Bekanntwerden von Verunreinigungen Mitte und Ende letzter Woche wird in Rosenheim, Stephanskirchen, Großkarolinenfeld, Schechen und Rohrdorf Chlor dem Trinkwasser beigemischt. Auch Söchtenau ist davon betroffen.

Das Abkochgebot in den Gemeinden hat weiterhin Bestand:

Wie bereits mehrfach berichtet, sind vermutlich während des Unwetters am Sonntag, 10. Juli, Keime in die Trinkwasserversorgung gelangt. Für folgende Gemeinden und Städte besteht laut Gesundheitsamt deshalb ein Abkochgebot für Trinkwasser:

Ansprechpartner Gesundheitsamt:

  • Herr Faber: 0176 / 62692410

Auf Anfrage von rosenheim24.de bestätigte das Gesundheitsamt, dass das Abkochgebot für die oben genannten Gemeinden und Städte weiterhin besteht. Obwohl das betroffene Wasser gechlort werde, sei man noch nicht so weit. Die Proben, die dem betroffenen Trinkwasser täglich entnommen werden, seien noch nicht hundertprozentig keimfrei. Wie lange das Abkochgebot noch bestehen bleibt, sei daher auch noch nicht abzusehen. Laut Vorschriften muss das Wasser noch 30 Tage gechlort werden.

Auf Anfrage von rosenheim24.de bestätigte Anton Wenisch vom Bauamt Söchtenau, dass in seiner Gemeinde ab heute (Montag) das Trinkwasser nicht mehr abgekocht werden müsse! Demnach habe Hartmut Lau vom Gesundheitsamt Rosenheim grünes Licht für die Aufhebung des Abkochgebots gegeben. Durch die Verbreitung des Chlors im Trinkwassernetz sei nun keine Gefahr mehr durch Verunreinigung mit Keimen gegeben.

Das Abkochgebot:

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Keimbelastetes Trinkwasser kann unter Umständen Ihre Gesundheit beeinträchtigen und zu einer Magen und Darmerkrankung führen. Lässt man das Wasser jedoch mindestendens 5 Minuten lang sprudelnd kochen, werden die betreffenden Keime effektiv abgetötet. (Ein Wasserfilter kann das Abkochen nicht ersetzen!) Aus diesem Grund gilt für Wasser, das für nachfolgend aufgeführten Zwecke benutzt wird, ab sofort auf weiteres ein Abkochgebot:

  • zum Trinken, sowie zur Zubereitung von Getränken (Saftschorlen, Kaffee, Tee, etc.)
  • zur Zubereitung von Nahrung, insbesondere für Säuglinge, Kleinkinder und Kranke
  • zum Abwaschen von Salat, Gemüse und Obst
  • zum Spülen von Gefäßen und Geräten, in denen Lebensmittel zubereitet oder aufbewahrt werden
  • zum Zähneputzen und zur Mundpflege
  • für Medizinische Zwecke (Reinigung von Wunden, Nasenspülen, etc.)
  • zum Herstellen von Eiswürfeln zur Kühlung von Getränken

Zu Reinigungszwecken, für Haustiere und Vieh, sowie für die Toilettenspülung ist kein Abkochen nötig. Auch die Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden) kann mit nicht abgekochtem Wasser erfolgen, sofern darauf geachtet wird, dass das Wasser nicht getrunken bzw. auf offene Wunden gelangen kann.

Martin Vodermair

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