Abstimmung im Minutentakt

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Auf diesem Grundstück an der Salzstraße in Feldkirchen-Westerham sollen drei neue Gebäude errichtet werden. Erneut muss der Bauwerber jedoch an seinen Planungen nachbessern.

Feldkirchen-Westerham - Bereits zum dritten Mal stand jetzt das Thema Bebauung eines Grundstücks an der Salzstraße zur Diskussion im Gemeinderat Feldkirchen-Westerham.

Für die Mitglieder des Gremiums brachte dieser Punkt eine Litanei an Abstimmungen mit sich. Ergebnis: Der Bauwerber muss seine Pläne erneut abändern.


Das öffentliche Interesse an der jüngsten Sitzung war so groß, dass sogar die Stühle für die Zuschauer knapp wurden. Grund dafür war die Bauvoranfrage zu einem Grundstück an der Salzstraße. Dort sollen eines der prägendsten Häuser Feldkirchen-Westerhams abgerissen und drei neue Gebäude errichtet werden (wir berichteten).

Bereits mehrfach hatte der Gemeinderat über die Pläne diskutiert und einiges daran auszusetzen gehabt. Jetzt stellten Verwaltung und Architekt die überarbeiteten Entwürfe für das Bebauungsgebiet an der Salzstraße vor. In der neuesten Version wurde bereits die zuletzt als zu eng bemängelte Tiefgarageneinfahrt "entschärft".


Ebenfalls eingearbeitet: zwei neue Parkplätze nördlich der Zufahrt. Zu wenig für Theo Biller (CSU). Er zeigte sich gänzlich unzufrieden mit der künftigen Parkplatzsituation. Die Salzstraße sei diesbezüglich bereits an ihrer Kapazitätsgrenze angelangt, man müsse sie deshalb dringend entlasten. Nur zwei Stellplätze am südlichen Ende der Straße würden "hinten und vorne" nicht reichen und seien keinesfalls besucherfreundlich. Noch nicht einmal der Geschäftsverkehr könne damit ordentlich abgewickelt werden.

Heinz Oesterle (SPD) schloss sich Biller an. Die Salzstraße sei eine einzige Katastrophe. "Die Parkplatzsituation gefällt mir überhaupt nicht", kritisierte er den neuen Plan.

Dr. Otmar Rieß (ÜWG) ärgerte sich, als sich erneut eine lange Diskussion um das Thema andeutet. Zum dritten Mal habe man den Bauwerber jetzt im Gemeinderat antanzen lassen und jetzt schicke man ihn schon wieder heim, weil er nachbessern müsse. "Wir verlieren langsam an Glaubwürdigkeit", gab er zu bedenken.

Doch auch die Verwaltung war nicht zufrieden mit dem Entwurf. Bauamtsleiter Peter Solnar sprach das Problem "Wandhöhe" an. Laut Plan soll das südlichste Gebäude 6,80 Meter hoch werden. "Viel zu hoch", meinten Solnar und auch Ursula Borkenhagen (Grüne), denn eigentlich sollten die Gebäude nach Süden hin niedriger werden. Sie favorisierten eine Höhe von 6,30 Meter.

Eine Verbesserung zur bestehenden Situation werde damit erreicht, dass das nördliche Gebäude (wie auch die benachbarten Häuser) giebelseitig zur Salzstraße errichtet werden soll. Da im rechtskräftigen Bebauungsplan so genannte Baulinien enthalten sind, muss dieses außerdem zwingend entlang des südlichen Endes der Straße gebaut werden. Im Erdgeschoss sollen laut neuem Plan Arkaden entstehen.

Zweite Bürgermeisterin Ursula Borkenhagen lobte zwar, dass der Bauwerber die Pläne nachgebessert habe. Ihr erschien jedoch die Gebäudemasse insgesamt zu wuchtig. Im Vergleich zum Anfang Februar vorgestellten Plan hatte der Bauwerber die Grundflächen des nördlichen und südlichen Hauses vergrößert.

Der Architekt, dem in der Sitzung das Redrecht erteilt wurde, bat das Gremium während der Diskussion um Gelassenheit, es handele sich schließlich "nur" um eine Bauvoranfrage.

Abschließend bat Bürgermeister Bernhard Schweiger (CSU) zur Abstimmung. Mit 17:5-Stimmen beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, auf Grundlage des besprochenen Entwurfs die erforderliche Bebauungsplanänderung einzuleiten.

Danach wurde über folgende Änderungen entschieden: Mehrheitlich mit 15:7-Stimmen forderte das Gremium, dass das nördliche Gebäude um mindestens zwei Meter nach Süden versetzt wird, um an der Salzstraße weitere Parkplätze zu schaffen. Mit 13:9-Stimmen wurde die Gebäudelänge von 22 auf 20 Meter reduziert.

Lediglich mit einer Gegenstimme beschloss der Gemeinderat, die Wandhöhe des südlichen Hauses auf 6,30 Meter zu reduzieren. Gleichzeitig sprach man sich dafür aus, dessen Länge von 24 auf 22,5 Meter zu verkürzen (14:8).

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