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Alkohol - mach dich frei!

Nach dem Rausch wachte sie mit Fremden auf!

Nathalie Stüben: Coach für Suchtbewältigungs-Management.
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Nathalie Stüben: Coach für Suchtbewältigungs-Management.

Nathalie Stüben war gerade einmal 30, als sie begriff: Ich bin alkoholabhängig und muss mit dem Trinken aufhören. Auf ihrem Weg aus der Sucht merkte sie, dass vieles von dem, was sie über Alkoholabhängigkeit zu wissen glaubte, nicht stimmte. Heute klärt sie darüber auf und hilft Betroffenen die Sucht zu überwinden. 

Mach‘s wie Nathalie:

Hole dir deine Freiheit zurück!

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„Die ersten 30 Tage ohne Alkohol“

„Abstinenz stabilisieren“

Rosenheim - Wer Nathalie Stüben heute begegnet, ahnt nicht, was die 35-jährige Journalistin hinter sich hat. „Dieses Leben, das ich heute führe, hätte ich vor fünf Jahren nicht mehr für möglich gehalten.“ Nichts habe sie sich sehnlicher gewünscht als zu heiraten und Kinder zu bekommen. 

„Aber allein beim Gedanken daran, schwanger zu sein, schoss mir sofort in den Kopf: Wie willst Du denn bitte neun Monate lang auf Alkohol verzichten?“ Es erschien ihr unmöglich. Heute lebt Nathalie Stüben mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern glücklich in Rosenheim.

„Ich will verändern, wie wir über Alkoholabhängigkeit und Abstinenz denken. Ich möchte Betroffene so früh wie möglich dazu motivieren, die Reißleine zu ziehen. Und ich möchte ihnen zeigen, dass Abstinenz wenig mit Kampf und Qual zu tun hat – und ganz viel mit Freiheit.“  

Nathalie Stüben

Still und heimlich in die Abhängigkeit

In Deutschland trinken rund zehn Millionen Erwachsene so viel Alkohol, dass sie damit ihrer Gesundheit schaden. Hinzu kommen rund 1,6 Millionen Suchtkranke. Sie sind von der Droge abhängig: entweder physisch oder psychisch. Da gibt es einen Unterschied, den aber viele nicht kennen.

Nathalie Stüben kannte ihn damals auch nicht. „Wir haben so ein Bild im Kopf, wie Abhängigkeit aussieht: gebeugte Gestalten, die sich morgens als erstes die Wodkaflasche zum Mund führen, um ihr Zittern zu lindern. Dabei ist das die Ausnahme. Abhängigkeit beginnt schon viel früher.“  

Nathalie Stüben

In Stübens Fall äußerte sie sich, indem die junge Frau alle paar Tage von einem unglaublichem Drang überwältigt wurde, wieder etwas alkoholisches zu trinken – und wenn sie trank, dann fand sie meistens kein Ende. „Aber ich hatte halt auch immer nüchterne Phasen. Am Anfang Wochen und Monate, später immerhin Tage. Deshalb dachte ich, dass ich kein Problem habe. Falsch gedacht.“ 

Doppelt gesehen - Mehr Schein als Sein

In ihrem „Mein Weg“-Video auf YouTube beschreibt sie das Doppelleben, das sie damals führte. Auf der einen Seite machte sie Karriere beim Bayerischen Rundfunk, war beliebt und geschätzt. Hinter den Kulissen fing der Alkohol an, ihr Leben zu beherrschen. „Da war ich permanent damit beschäftigt, Alkohol zu organisieren, ihn zu trinken und mich davon zu erholen. Mir Trinkregeln aufzustellen, sie zu brechen, abzustürzen und aufzuwachen mit nackten Typen neben mir und Panik im Bauch.“ Immer wieder fragte sie sich: Wie konnte es nur so weit kommen? 

Denn Stüben hatte eine schöne Kindheit. In der Pubertät fing sie an, beim Essengehen ein Glas Wein zu trinken, beim Feiern auch mal mehr. Wie man das so macht als Jugendliche, wenn man dazugehören will. „Ich habe nicht getrunken, um irgendwas zu betäuben oder so. Ich habe getrunken, weil man in Deutschland trinkt. Und ich habe unterschätzt, dass Alkohol eine Droge ist, die mein Hirn verändert und abhängig macht.“ So wurde aus dem kultivierten Glas Wein über die Jahre hinweg eine schlechte Gewohnheit, aus der schlechten Gewohnheit eine Sucht.  

Irgendwann gestand Sie sich ein, dass Sie ein ernsthaftes Problem mit Alkohol hatte, trotzdem trank sie weiter. Sie verdrängte, denn ihre Scham war einfach zu groß .„Nichts fürchtete ich mehr, als mich Alkoholikerin nennen zu müssen. Und das muss man schließlich, wenn man ein Problem hat und dann aufhört.“ Wieder falsch gedacht. „Niemand muss sich so nennen. Erst recht nicht, wenn es einen daran hindert, was zu ändern.“ 

Mein 30 Tage Programm - „Die ersten 30 Tage ohne Alkohol“

Kein Schluck mehr!

Heute spricht Stüben über ihre Alkoholvergangenheit, offen und öffentlich. Ähnlich unkonventionell verlief ihr Weg aus der Sucht. „Ich habe es mit einem Mix aus Recherche und Ausprobieren herausgeschafft. In US-amerikanischen Podcasts hörte ich denjenigen zu, die dieser Hölle vor mir entkommen sind. Parallel dazu informierte ich mich über Neurobiologieökonomische und politische Hintergründe, über SuchtmedizinVerhaltenspsychologie, positive Psychologie, über alles, was ich finden konnte.“

So bahnte sie sich ihren eigenen Weg hinaus aus der Abhängigkeit. „Und immer wieder dachte ich mir sowas wie: Wieso hat mir keiner gesagt, dass ich nicht jeden Tag trinken muss, um abhängig zu sein? Wieso wusste ich nicht, dass ich mich nicht Alkoholikerin nennen muss? Wie kann es sein, dass Abstinenz einen so schlechten Ruf hat?“ In ihr entstand der Wunsch, ihr Wissen zu teilen. Sie fing an, ein Angebot zu schaffen, das sich an die Menschen richtet, die sich im Graubereich zwischen schlechter Gewohnheit und körperlicher Abhängigkeit befinden

Mein 60 Tage Programm: „Abstinenz stabilisieren“

MACH DICH FREI!

Mittlerweile betreibt Stüben ihren beliebten YouTube-Kanal „Ohne Alkohol mit Nathalie“, ihren gleichnamigen Podcast, einen Blog, einen Instagram-Account und die beiden Online-Programme „Die ersten 30 Tage ohne Alkohol“ und „Abstinenz stabilisieren“. Sie beschäftigt Mitarbeiter:innen und hat vor Kurzem beim Bayerischen Rundfunk gekündigt, um sich ganz ihrer Mission zu widmen.

Nathalie Stüben

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