Ein Stück regionale Baugeschichte 

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Rosenheim - Die Baugesellschaft Hans Holzner feiert 75-jähriges Jubiläum. Ein Großprojekte der jüngsten Vergangenheit war das neue Teleskop beim Wendelstein-Observatorium. 

Am 1. August 1937, auf den Tag vor 75 Jahren, ist im Rosenheimer Anzeiger - dem Vorläufer der OVB-Heimatzeitungen - eine Geschäftsempfehlung zu lesen. Der frischgebackene Maurermeister Hans Holzner zeigt die Übernahme des Baugeschäfts Bradl aus Bamham an und empfiehlt sich für alle anfallenden Bauarbeiten.


Seither spiegelt die Geschichte der Baugesellschaft Hans Holzner die rasante Entwicklung der Region Rosenheim wider - im Verkehr, im Städtebau, in der Bildung, in Wissenschaft, Kunst und Technik und kulturell. Die Bauwerke prägen Stadt- und Ortsansichten, die Palette beim Hoch-, Tief- und Straßenbau reicht vom Vorplatz bis zur Autobahn, vom Wohnhaus bis zur Industrieanlage, von der Klinik bis zur Wohnsiedlung, von der Brücke bis zum Klärwerk.

Das großzügige Areal an der Innlände in Rosenheim, das bis heute der Firmensitz ist, erwirbt der Bauunternehmer bereits drei Jahre nach der Firmengründung. Der Wiederaufbau nach Kriegsende ist Herausforderung und Chance zugleich. Der erste Großauftrag zum Bau der Queralpenstraße 1950 bleibt nicht der einzige. Die Region ist im Aufbruch, zahlreiche Großprojekte folgen, etwa der Bau des Bahnhofs in Rosenheim.


1974 übernehmen die beiden Söhne Hans und Manfred Holzner den Betrieb, der zum 60. Geburtstag neu strukturiert wird. Manfred Holzner übernimmt die Leitung des firmenrechtlich ausgelagerten Schotterwerkes mit Sitz in Nußdorf, Hans Holzner wird Alleingesellschafter der Hans Holzner Hoch-, Tief- und Straßenbau GmbH, die seit 2007 eine 100-prozentige Tochter der österreichischen Habau-Unternehmensgruppe ist.

"Südostbayern hat sich zu einer der führenden Regionen Deutschlands entwickelt", sagt Geschäftsführer Johann Staffner: Das sei ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Unternehmens. Politische Weichenstellungen, der Innovationsgeist der Unternehmer und die Tatkraft der Menschen hätten dem Bausektor stets Impulse gegeben, so Staffner weiter.

Mit 120 Mitarbeitern realisiert die Firma zusammen mit den Partnerunternehmen jährlich ein Bauvolumen von etwa 38 Millionen Euro und ist derzeit in allen Bereichen voll ausgelastet.

Dass Südbayern und Tirol ihr Gesicht auch in den vergangenen Jahren laufend verändert haben, zeigt der Blick auf einige der jüngsten Holzner-Großprojekte: Innsbruck bekam eine neue Rathaus-Galerie (2002), Flintsbach eine neue Bahnbrücke (2003), das Wendelstein-Observatorium ein vollautomatisches Hochtechnologie-Teleskop (2007), der Tierpark Hellabrunn eine neue Eisbärenanlage (2010), Rosenheim im Zuge der Landesgartenschau 2010 die Innterrassen und einen freigelegten Mühlbach mit Brücken, Schattdecor in Rohrdorf ein neues Firmengebäude (2007), die Fachhochschule Rosenheim einen Neubau für den Studiengang Holztechnik (2006) und Bad Aibling ein neues Rathaus (2012). 

Oberbayerisches Volksblatt

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