Anlieger fordern reines Wohngebiet

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Der Schein trügt: Von außen sieht das Haus für Kinder zwar so gut wie fertig aus; innen allerdings müssen noch die Böden verlegt werden. Auch fehlen noch die Schreinerarbeiten, die Möblierung und vieles mehr.

Rohrdorf - Der Bebauungsplan „Mangfallstraße“, der die Grundlage für eine Betriebserweiterung der Firma Planatol schaffen soll, geht in die öffentliche Auslegung.

Der Bebauungsplan "Mangfallstraße", der die Grundlage für eine Betriebserweiterung der Firma Planatol schaffen soll, geht in die öffentliche Auslegung. Einstimmig billigte der Rohrdorfer Gemeinderat unter Berücksichtigung der Abwägungsergebnisse bei seiner jüngsten Sitzung den Entwurf.

Im Zuge der frühzeitigen Bürgerbeteiligung hatten die Anwohner über einen Rechtsanwalt umfangreiche Einwände erhoben. Den zentralen Streitpunkt bildet die im Planentwurf vorgesehene Festsetzung der drei Doppelhäuser an der Mangfallstraße als allgemeines Wohngebiet. Die Anlieger fordern dagegen eine Festsetzung als reines Wohngebiet, in dem strengere Regelungen für den Immissionsschutz gelten. Zudem bestehen grundsätzlich Bedenken hinsichtlich der zu erwartenden Lärmbelastung; ebenso wird die technische Umsetzbarkeit der geplanten Schallschutzwand zu den Firmenparkplätzen hin in Zweifel gezogen.

Die Planungsabsicht, in diesem Bereich ein Mischgebiet zu entwickeln, sei bereits bei der Errichtung der Wohnhäuser bekannt gewesen, hielt Bürgermeister Christian Praxl den Einwänden entgegen. Zumal allein ein Blick auf das historisch gewachsene Gewerbegebiet an der Fabrikstraße verdeutliche, dass es "ein reines Wohngebiet nördlich der Fabrikstraße nicht geben kann". Eine frühere Planung, bei der die Gewerbefläche bis nahe an die Wohnhäuser gereicht hätte, hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Normenkontrollverfahren gekippt (wir berichteten).

Die Außenansicht des Hauses für Kinder in der Wacholderstraße ist zwar vielversprechend, doch steht ein Fertigstellungstermin noch nicht fest. Zumindest ist der Estrich inzwischen so weit abgetrocknet, dass die Bodenleger mit der Arbeit beginnen können. Zudem stehen unter anderem noch die Innen-Schreinerarbeiten aus.

Bis zum Einzug in das neue Domizil, das dann insgesamt sechs Krippen- und Kindergartengruppen beherbergt, ist ein Teil der Kinder in den Containern untergebracht; außerdem wurde der Turnraum in der Schule am Kapellenberg zu einem zusätzlichen Ausweichquartier umfunktioniert. Die bestehenden Werbeflächen für den Lebensmittelmarkt in Thansau genügen, meint der Gemeinderat.

Bereits im April hatte der Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag der Gesellschaft für Außenwerbung verweigert; das Unternehmen will direkt am Netto-Gebäude (in Richtung Bahnübergang/Geh- und Radweg) eine feste, knapp vier mal drei Meter große Wandtafel für eine sogenannte "Wechselplakatierung", also für termingebundene wechselnde Anschläge, des Lebensmittelmarktes anbringen. Für diesen seien bereits ausreichend Werbeflächen genehmigt und verwirklicht worden, hieß es zur Begründung. Zudem würde sich eine weitere Werbeanlage in diesem Bereich störend auf das Ortsbild auswirken.

Mittlerweile hat das Landratsamt das Einvernehmen ersetzt, wie der Bürgermeister bei der Sitzung mitteilte. Gegen diesen Bescheid haben die Rohrdorfer nun Einspruch eingelegt.

Pilger (Oberbayerisches Volksblatt)

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