Arbeitsmarkt wird vor Ort schwieriger

Raubling – „Glaubt man den Umfragen in Unternehmen, dann wird es immer schwieriger werden, neue Mitarbeiter zu bekommen.“ So zeigt sich laut Peter Driessen von der IHK die derzeitige Arbeitsmarktsituation.

Driessen, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, war Gastreferent bei einem Treffen Raublinger Unternehmer, das Bürgermeister Olaf Kalsperger angeregt hatte.

„Zwischen den Betrieben bestehen oftmals keine Kontakte und Verknüpfungen“, begründete Bürgermeister Kalsperger seinen Vorstoß, Raublinger Unternehmer für einen Gedankenaustausch an einen Tisch zu bekommen. „Deshalb glauben wir, dass es einem gemeinsamen Standort dient, wenn auch ein persönliches Netzwerk vorhanden ist.“

Für die Durchführung fand Kalsperger die Unterstützung von Krones-Werksleiter Dr. Helmut Schwarz.

Die aktuelle Arbeitsmarksituation und deren Entwicklung stand im Mittelpunkt des Gedankenaustauschs, an dem neben rund 15 Unternehmern auch Sebastian Bauer, Vorsitzender des IHK-Gremiums Rosenheim sowie mehrere Gemeinderäte teilnahmen.

Die Konjunktur sei auf ungewöhnlich stabiler Fahrt, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Driessen in seinem Referat. "Die Konjunkturlage ist seit Februar auf dem höchsten Niveau seit 20 Jahren. In Bayern haben wir nahezu eine Vollbeschäftigung, die Arbeitslosenzahl liegt derzeit bei 3,4 Prozent. Da dürfte es für sie mittelfristig schwer werden, Mitarbeiter vor Ort zu bekommen", gab Driessen zu bedenken. Anhand von Prognosen, die seiner Meinung nach sehr stabil sein werden, müsse man darauf vorausschauend planen. Demnach würde zwar die Bevölkerung in einem Zeitraum von 25 Jahren in Bayern um 2,5 Prozent steigen, aber den Mangel an Arbeitskräften nicht abdecken.

"Die Wirtschaftlichkeit wurde auch in Gebieten untersucht, in denen die Einwohnerzahlen ab- oder zunahmen. Dabei wurde festgestellt, dass in Gegenden, wo mehr Kinder geboren werden, die Wirtschaft besser floriert", sagte der Hauptgeschäftsführer. Also könne auch das Thema Familienfreundlichkeit dazu beitragen, zukünftig Fachkräfte zu bekommen.

Dies sei aber nur eines von vielen Instrumenten, das die IHK den Firmen empfiehlt. Sie biete aktuell das "Online IHK-Prognose-Tool für die Wirtschaft" an, das zur Analyse und Prognose von Fachkräfteangebot und -nachfrage in Bayern sowie in seinen Regionen und Bereichen bis zum Jahr 2025 die Firmen unterstützen soll. Zu finden ist es im Internet unter der Startseite der IHK für München und Oberbayern.

"Laut heutiger Prognosen wird 2022 jeder zehnte Betrieb einen Arbeitsplatz nicht mehr besetzen können", sagte Driessen und gab zu bedenken, dass diese Probleme nur gemeinsam gelöst werden könnten.

Die Gemeinde habe nur sehr geringe Möglichkeiten, auf den Arbeitsmarkt einzuwirken, resümmierte Bürgermeister Kalsperger. Sie könne nur familienfreundliche Bedingungen schaffen, um den auch im Jahr 2010 stark rückläufigen Geburtenzahlen in Raubling entgegenzuwirken.

Dr. Helmut Schwarz, Werksleiter der Firma Krones Rosenheim-Raubling, stellte sein Unternehmen kurz vor und lud zu einem Rundgang im Werk ein, das derzeit nach neuesten Fertigungsmethoden zahlreiche Maschinenvarianten zum Packen und Palletieren für alle Leistungsbereiche in Rosenheim und Raubling produziert.

ru/Oberbayerisches Volksblatt

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