Kolbermoor

Messe kann Sprungbrett sein

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Sandra Boschem und Selina Grigat (von links) erzählten den Mädchen von ihrer Ausbildungszeit zur Industriekauffrau bei der Firma Stangelmayer.

Viele der Firmen waren "alte Hasen", die bei der vierten Ausbildungsmesse in der Pauline-Thoma-Hauptschule auch heuer ihren Info-Stand aufgebaut hatten. Doch CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Raab, die zusammen mit der Schule als Veranstalter fungierte, freute sich auch über zahlreiche neue Teilnehmer in der Runde.

 So mancher Betrieb hatte eine noch offene Ausbildungsstelle "im Gepäck" mit dabei, was die Schüler bei ihrem Rundgang durch die Aula enorm motivierte. Viele Schüler und Eltern waren gekommen, um sich an den Ständen der zahlreichen Firmen über Ausbildungswege, Praktikumsstellen oder Bewerbungskriterien zu informieren.


Hauptsächlich waren es renommierte Kolbermoorer Firmen, die sich im Foyer präsentierten. Darunter waren wieder so bekannte Namen wie Elektro Hartinger, Auto Eder, Rofa, Heinritzi Betriebs GmbH, Stangelmayer oder Duschl oder aber -Kathrein aus Rosenheim zu finden. Ergänzt wurde die Messer durch Stände der Bundesagentur für Arbeit, des Berufsförderzentrums und der IHK Oberbayern.

Stolz stellte die Firma Hartinger und Sohn GmbH ihren gerade ausgelernten Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Max Baumgartner, vor. Der 20-Jährige schloss seine dreieinhalbjährige Ausbildung im Februar als Innungsbester ab. "Das ist jedoch nicht alleine mein Verdienst. Vielmehr beweist mein Abschluss, wie gut mein Ausbildungsbetrieb war", sagte Baumgartner.


Ausstellung von Musterstücken

Dass die Ausbildungsmesse tatsächlich das Sprungbrett in einen Betrieb sein kann, zeigte sich am Beispiel von Sascha Auer. Der ehemalige Schüler der Pauline-Thoma-Schule ergatterte durch eine frühere Messe ein Praktikum bei der Firma Hartinger, was ihm schließlich dort zu einer Stelle verhalf. Heute absolviert Auer die gleiche Ausbildung wie Max Baumgartner.

Noch zwei freie Ausbildungsplätze für 2009 offerierte die Firma Stangelmayer. Trotzdem hielt sich das Interesse am Info-Stand in Grenzen, wie Industriekauffrau Sandra Boschem feststellte: "Wahrscheinlich können sich viele Schüler unter einer Wäscherei nichts vorstellen. Doch wir haben gerade für Hauptschüler interessante Berufe zu bieten." Auch Selina Grigat denkt mit Freude an ihre Ausbildung bei Stangelmayer zurück und gab den Jugendlichen den Rat, sich nicht von den Einstellungs-Anforderungen der Betriebe abschrecken zu lassen.

Am Stand der Firma Rofa konnten die Jugendlichen ihr handwerkliches Geschick unter Beweis stellen.

Viel zu sehen gab es am Stand der Firma Rofa, wo Musterstücke ausgestellt waren. "Dadurch können die Schüler sehen, was man bei uns während der Ausbildung in der Praxis alles lernt", berichtete Marketingleiterin Daniela Costenoble. Unzählige Fragen musste Wehrdienstberater Frank Eisheuer, Feldwebel aus Traunstein, beantworten. Er hielt drei Vorträge vor insgesamt 150 Schülern.

Für die Bundeswehr interessierten sich auch erstaunlich viele Mädchen. Am Stand der Berufsfachschule für Altenpflege machte Lukas Haseleu Halt. Der 15-jährige Aiblinger Realschüler hat sich noch auf keinen bestimmten Berufswunsch festgelegt, sondern deckte sich mit Info-Material ein. "Eine solche Messe ist toll. Hier wird der Jugend die regionale Vielfalt der Berufszweige vor Augen geführt. Gerade in jungen Jahren fällt einem die richtige Orientierung oft schwer", meinte Diplom-Pädagogin Susanne Noller von der Berufsfachschule für Altenpflege in Rosenheim.

Schüler besser vorbereitet

Diese Unentschlossenheit in Bezug auf ihren Ausbildungswunsch konnten so manche Schüler nur bestätigen: Weder Stephanie Freska und Nathalie Pimperl noch Valentin Lux wussten, womit sie später einmal ihr Geld verdienen wollen. Doch die 13-Jährigen waren sich einig, dass "die Messe einem viele Infos gibt, sich die Betriebe übersichtlich präsentieren und die Firmenmitarbeiter durchwegs sehr nett sind".

Eine erste Bilanz zusammen mit Daniela Raab ergab, dass es bei den beteiligten Firmen sehr gut angekommen war, dass heuer zahlreiche Eltern ihre Kinder begleitet hatten und die Schüler wesentlich besser vorbereitet auftraten als in den vergangenen Jahren. Auch kamen heuer viele Schüler von auswärts, aus Bad Aibling, Rosenheim und Bruckmühl.

"Für den Friseurausbildungsplatz bei Valenta´s haben sich zehn Bewerberinnen gefunden, die jetzt alle zum Probearbeiten eingeladen wurden. Und für McDonald´s wurden noch an Ort und Stelle neun Praktikumsplätze fix gemacht", freute sich Daniela Raab. Zwei Ausbildungsplätze als Textilreiniger habe die Firma Stangelmayer noch zu bieten. dli

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