Auwaldpflege an der Mangfall

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Im Vordergrund: Natürlicher Jungwuchs aus Bergahorn und Eschen, den Baumarten des Auwaldes. Im Hintergrund: Fichtenbestand. Der Weg durch das Grünholz muss zeitweilig gesperrt werden.

Rosenheim / Schliersee - Der Auwald im Grünholz wird in einen artenreichen Mischwald umgebaut. Der Fichtenbestand auf den feuchten Auböden wurde in den letzten Jahren stark angegriffen.

„Die neue Waldgeneration aus Bergahorn, Esche und Buche steht in den Startlöchern und braucht nun dringend Licht“, so Stefan Pratsch, Forstbetriebsleiter in Schliersee, „deshalb müssen zahlreiche große Fichten nun gefällt werden.“

Das Holz kann gerade bei Schneelage im Winter gut geerntet werden, ohne das dabei große Schäden am Boden und am Wald zu befürchten sind.

In den kommenden Tagen nutzen die Forstleute die kalten, frostigen Tage, damit die Hiebsmaßnahmen ungehindert beginnen können. Von Natur aus waren die Auwälder entlang der Mangfall auch im Rosenheimer Bereich mit vielen Laubbaumarten, insbesondere Bergahorn, Esche und Eiche, bestockt. So wurden in der Vergangenheit diese Wälder oftmals künstlich in Fichtenbestände umgewandelt.

Heute finden wir vielfach üppige Bergahorn- und Eschennaturverjüngungunter den Fichten, die nun eingeschlagen werden, um der neuen ursprünglichenLaubwaldgeneration Platz zu machen.

„Die Maßnahme ist Bestandteil der nachhaltigenund naturnahen Bewirtschaftung in diesem Bereich“, so der Forstmann. Was wie ein starker Eingriff in den Wald aussieht ist in Wirklichkeit dazu da, der Naturwieder mehr Raum zu geben.

Im Staatswald des Schlierseer Forstbetriebs ist die Fichtemit 65 Prozent führende Baumart und oft auch in Reinbeständen zu finden. Vielerorts steht sie auf Standorten, auf denen sie bereits heute an ihre Grenzen stößt. Dies macht sie anfällig für Schadereignisse wie Sturmwurf oder Borkenkäferbefall. „Das konnte man gerade in den vergangenen Jahren vermehrt beobachten“ sagte Pratsch anlässlich der Hiebsmaßnahme in seinem Forstbetrieb. „Unsere Aufgabe ist es, den Wald auf den einsetzenden Klimawandel vorzubreiten, indem wir den Anteil an Mischbaumarten erhöhen“.

Das Grünholz ist Teil der Rosenheimer Naherholungsgebiete und damit stark frequentiert. Die Forstleute bitten daher um Verständnis für die zeitweilige Sperrung während den laufenden Arbeiten. „Das Betreten der Hiebsorte wäre lebensgefährlich“, so Pratsch, „um Unfälle zu vermeiden bitten wir die Sperrung ernst zu nehmen.“

Pressemitteilung Forstbetrieb Schliersee

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