Aventura: Bund Naturschutz droht mit Klage

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Lokaltermin in Kiefersfelden: Bund-Naturschutz Landes-Chef Professor Dr. Hubert Weiger zusammen mit dem Ortsvorsitzenden von Samerberg, Josef Furtner, Ernst Böckler und Georg Dudek (von rechts) am geplanten Standort.

Kiefersfelden - Der Chef des Bund Naturschutz in Bayern, Professor Dr. Hubert Weiger, kündigt eine härtere Gangart agegen das Aventura-Projekt in Kiefersfelden an.

Als den falschen Weg bezeichnete es Weiger, mit Blick auf das Aventura-Projekt in Kiefersfelden, Naturschutzgebiete zurückzuschneiden und es gleichzeitig Investoren zu ermöglichen, auf diesen Flächen Gewinnmaximierung zu verwirklichen.

Bei einem Ortstermin an der Autobahn in Kiefersfelden sagte Weiger, es könne nicht angehen, dass der Freistaat eine Landesplanung aufstelle und die Ziele der bayerischen Verfassung, die Erhaltung der Schönheit von Natur und Landschaft, dabei missachte. Zudem seien durch das Projekt regionale Firmen und Geschäfte in ihrer Existenz bedroht.

BN-Chef Weiger kündigte eine härtere Gangart an und bezeichnete das Vorhaben einen Präzedenzfall. Im Falle einer Genehmigung drohte Weiger auch eine Popularklage an, um alle Möglichkeiten gegen die Verschandelung der Landschaft auszuschöpfen. "Wir werden es nicht nur bei verbalen Protesten bewenden lassen und fordern die Landesregierung auf, das Landesentwicklungsprogramm so zu ändern, dass solchen Entwicklungen Einhalt geboten werden", sagte Weiger. Die Belastung gerade im Inntal müsse reduziert werden, statt sie weiter zu maximieren. Nicht gelten lassen wollte Weiger das Argument: "Wenn es wir nicht machen, machen es die anderen. Das Land Österreich, in dem ja fast jede Sauerei genehmigt wird, ist als Mitglied der Alpenkonvention genauso in der Pflicht."

Aventura soll Kunden aus dem gesamten Bereich zwischen München, Salzburg und Innsbruck anlocken.

Ernst Böckler, Vorsitzender der Kreisgruppe Rosenheim, machte deutlich, dass der vorliegende Fall in der Diskussion fälschlicherweise nur unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten dargestellt werde. Es gehe vielmehr darum, das 1952 mit der Landschaftsschutzgebietsverordnung Geschaffene weiterzuführen. Mit der Verwirklichung des Projektes verkaufe man den ganzen Raum, wie in der Planung nachzulesen sei, als Sport- und Eventplatz. "Wir werden uns mit aller Macht dafür einsetzen, dass dieses Projekt und die einhergehende Kommerzialisierung des Alpenraumes verhindert werden", sagte Böckler.

Georg Dudek, Vorsitzender der Inntalgemeinschaft, verwies in seiner Stellungnahme darauf, dass es sich bei dem Areal um ein Naturschutzgebiet handle, das auch für die Planer Gültigkeit habe. Wenn Landschaftsschutzgebiete zugunsten privater Interessen herausgenommen werden, verstoße dies eindeutig gegen die bayerische Verfassung. Allerdings hätten selbst die Planer inzwischen gemerkt, dass es so nicht gehe und versuchten den Landesentwicklungsplan entsprechend zu ändern, sagte Dudek.

jre/Oberbayerisches Volksblatt

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