Nach jüngstem Vorfall in Rosenheim

Glühende Bremsen, gefährliche Stunts und überfahrene Ampeln: Immer wieder illegale Rennen

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Bayern - Erneut wurde am Mittwoch, dem 6. Mai, ein illegales Autorennen von der Polizei beendet. Ein BMW-Fahrer und eine Ferrari-Fahrerin rasten auf der B15 um die Wette. Immer wieder kommt es auf bayerischen Straßen zu ähnlichen Szenen. 

Es ist leider kein Einzelfall: Zwei oder mehr Autofahrer drücken aufs Gas und liefern sich zu später Stunde ein illegales Rennen, bei dem sie nicht nur ihr eigenes Leben gefährden, sondern auch das anderer Menschen. Was auf der Kinoleinwand spannend ist, ist in der Realität alles andere als spaßig. Ob es der Nervenkitzel des hohen Tempos, der Reiz des Verbotenen oder schlicht und ergreifend falsch verstandener Machismo ist, zu derartigen Szenen kommt es auch auf bayerischen Straßen immer wieder. 

Polizei beobachtet illegales Rennen bei Rosenheim

Auch am Mittwoch kam es auf der B15 zwischen Rosenheim und Kolbermoor zu einem solchen Rennen. Eine 29-jährige Ferrari-Fahrerin aus Dorfen und ein 25-jähriger BMW-Fahrer aus München hatten sich nebeneinander an einer roten Ampel aufgestellt und bei grünem Licht Vollgas gegeben. Die Polizei konnte sie dabei beobachten, wie sie mit quietschenden Reifen davonbrausten, aber wegen der weit überhöhten Geschwindigkeit die Verfolgung nicht lange aufnehmen. Kurze Zeit später konnten die beiden Raser dann aber in einer langen Fahrzeugschlange konfrontiert werden. Das erhöhte Verkehrsaufkommen hatte sie daran gehindert, ungebremst weiterzufahren. 

Zur genauen Geschwindigkeit der beiden Raser konnte die Polizei Rosenheim auf Nachfrage von rosenheim24.de keine Aussage machen. 

Autos nach illegalem Rennen auf B15 sichergestellt

 © Josef Reisner
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Die Polizei stellte beide Fahrzeuge sicher und noch am Tatort wurden BMW und Ferrari abgeschleppt. Ebenso wurden die Führerscheine der beiden Fahrer vor Ort sichergestellt. Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen eines verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens eingeleitet.

Vollgas bis die Bremsen glühen

Nur zwei Tage zuvor, am Montag, dem 4. Mai, kam es auch in München zu ähnlichen Szenen. Wie die Polizei in einer Pressemeldung bekannt gibt, befand sich ein Polizeibeamter gegen 2.20 Uhr gerade in seinem Auto auf dem Heimweg vom Dienst, als er zwei Autos bemerkte. Ein BMW wurde von einer 22-jährigen Münchnerin gefahren, ein Mercedes von einem 24-jährigen Mann aus dem Kreis München. 

Sie waren stadtauswärts auf der Landsbergerstraße deutlich zu schnell unterwegs. Die Situation sah für den Polizisten sehr danach aus, als ob sich die beiden ein Rennen liefern würden, weshalb er seine Kollegen im Dienst informierte. Diese nahmen sofort die Verfolgung auf und konnten die beiden Raser stoppen. 

Während der Verfolgung bretterten die beiden über eine rote Ampel und begingen auch sonst einige Verkehrsverstöße. Als die Polizei sie schließlich aufhielt, stellten die Beamten fest, dass die Bremsen des Mercedes bereits glühten. Der Fahrer war sich augenscheinlich keiner Schuld bewusst und zeigte sich so aggressiv, dass er gefesselt werden musste. Auch diese beiden "Rennfahrer" werden nun wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens, mehreren Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung und einem Verstoß nach dem Infektionsschutzgesetz angezeigt. 

Mit 120 km/h durch den Ort

Am 24. April wurde ein illegales Rennen in Rosenheim von der Polizei gestoppt. Auch diesmal wurde die B15 offenbar kurzerhand zur Rennstrecke umfunktioniert. Der Polizei fiele zwei entgegenkommende BMWs auf, die Richtung Schechen viel zu schnell unterwegs waren. Die Polizei nahm sofort die Verfolgung auf und konnte dabei sehen, dass die beiden Fahrer wie wild überholten, obwohl ihnen Gegenverkehr entgegenkam. 

Als die beiden Fahrer die Polizei bemerkten, versuchten sie, sich mit teilweise über 100 km/h über mehrere Seitenstraßen der drohenden Kontrolle zu entziehen - und fuhren dabei auch durch Wohngebiete. Die Polizei brach kurzzeitig die Verfolgung ab, als die Geschwindigkeit 120 km/h erreichte, wurden jedoch kurz darauf von Augenzeugen über den Verbleib eines der Autos informiert und konnten den Fahrer stellen. Der zweite Fahrer war ebenfalls schnell ermittelt. 

Beide Fahrer wurden vorläufig festgenommen und auf der Wache in Rosenheim verhört. Es handelt sich dabei um 20- bzw. 21-jährige Männer aus Wasserburg. In Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden die Führerscheine der beiden Männer und deren getunte Autos sichergestellt. Zudem gab es Anzeigen, unter anderem auch wegen "verbotswidrigen Kraftfahrzeugrennens".

Mit fast 200 km/h durch München - Raser filmt sich selbst

Auch am 24. Februar gab die Polizei München bekannt, dass sie auf ein Online-Video aufmerksam geworden sei, in dem ein Mann sich offenbar selbst bei einer Raser-Tour durch den Stadtteil Laim gefilmt hatte. Auf seinem Tacho war dabei deutlich zu sehen, dass er 195 km/h schnell war. Die Polizei leitete daraufhin umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts eines illegalen Straßenrennens ein - mit Erfolg.

Entstanden war das Video in den Morgenstunden des 16. Februars auf der Fürstenrieder Straße. Der Fahrer konnte rasch ermittelt werden. Es handelt sich um einen 28-jährigen Münchner. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft München I wurde sein Führerschein sichergestellt. Er wurde wegen eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens angezeigt.

jv

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