Rollstuhl in der Schule kein Hindernis

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Stets Hilfe ist zugegen, wenn Alexander Preissinger beispielsweise den Treppenlift in der Schule benutzen will.

Ostermünchen - Menschen mit Behinderungen sind in besonderem Maße auf die Solidarität der Gesellschaft angewiesen.

Ihre Eingliederung ist Voraussetzung für eine gleichberechtigte und diskriminierungsfreie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Vorbildlich scheint dies an der Fritz- Schäffler-Volksschule in Ostermünchen zu sein. 

Dort geht der 13-jährige Alexander Preissinger in der achten Klasse zur Schule. Würde er nicht im Rollstuhl sitzen, könnte man ihn von den anderen Schülern nicht unterscheiden. Schon wenn ihn seine Mutter Susanne zur Schule bringt, wird er von Schulkollegen in Empfang genommen und ins Klassenzimmer begleitet. Dort bewegt sich Alexander wie alle anderen auch, nur mit dem Unterschied, dass sein Schultisch etwas niedriger, eben rollstuhlgerecht ist. Er macht den Unterricht mit, ist einer von ihnen und schreibt auch eigenständig an der Tafel. Auch in der Pause ist Alexander stets von Kollegen umringt, spielt, plaudert oder diskutiert mit ihnen.

Für die Auf- und Abfahrten an den Rampen ist ebenso immer ein Schüler bereit, wie bei der Fahrt im neuen, erst letztes Jahr von der Gemeinde eingebauten Treppenlift. "Erstaunlich wie Alex selbst seine Behinderung annimmt und sich und niemanden anders ausschließt", so Macie Roberts, eine Mitschülerin.

Und Klassenlehrerin Birgit Decker hebt die soziale Einstellung des Schülers besonders heraus. "Er ist auf Hilfe angewiesen und so ist es für ihn auch selbstverständlich, anderen Hilfe zukommen zu lassen", so Decker. Und auch Alexander fühlt sich wohl in seinem Umfeld, jeder hilft ihm. "Kürzlich bin ich mal umgekippt mit meinem Rollstuhl", so Preissinger, "und in ein paar Sekunden waren fast alle Schüler da und halfen mir". Auch in der Freizeit wird Alex von Mitschülern besucht, dann wird gemeinsam geplaudert oder gespielt. Und auch im FC Bayern Fanclub Mietraching ist Alex seit einigen Jahren Mitglied und fährt zu jedem Heimspiel in die Allianz-Arena nach München. Mit Rollstuhl versteht sich.

ws/Mangfall-Bote

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