Hitzige Diskussionen auf Facebook und im Forum

Was unsere User über die neue Corona-Warn-App denken

Berlin/Landkreis - Die Einführung der neuen Corona-App wird von vielen Diskussionen begleitet. Dies zeigt auch ein Blick in unser Forum sowie auf die Facebook-Seiten von OVB24.

Die neue Corona-App sorgt auch in unserer Region für emotionale Diskussionen: Die einen sehen in ihr ein wertvolles Instrument, um Infektionsketten zu verkürzen - und damit Leben zu retten. Andere wiederum sehen in der App ein banales Werkzeug zur Überwachung der Bürger. rosenheim24.de veröffentlichte am Dienstag einen Bericht zur Einführung der App. Wir haben euch gefragt, ob ihr euch die App zulegen werdet. Im Forum und Facebook-Post zum Artikel kam es dann zu Debatten über die Sinnhaftigkeit der App. Das Stimmungsbild sieht dabei wie folgt aus:

Das sagt das "Pro"-Lager...

Vom "Pro-App"-Lager wird vor allem ins Treffen geführt, dass der Vorwurf einer möglichen Überwachung bei vielen andere Apps ebenso erhoben werden könnte - diese aber von den meisten Menschen bedenkenlos installiert worden seien. So schreibt ein User im Forum: "Also wer bei dieser App Bedenken wegen des Datenschutzes hat, der muss sich auch sofort bei WhatsApp, Facebook, Twitter, Google, Apple etc. abmelden ... Der Quelltext der App liegt offen und bisher hat noch niemand konkret etwas zu beanstanden gehabt, dass es hier Lücken gäbe."

Und ein weiterer User macht seinem Ärger über das "Contra"-Lager auf Facebook Luft - offenbar trifft er mit seinen Aussagen den Nerv vieler Leser, immerhin 138 Likes und ein Herz wurden für diesen Kommentar vergeben:

"Es ist schon höchst amüsant, wie Menschen mit einem Facebook-Account (!) sich über den Datenschutz einer App aufregen, die im besten Fall das eigene und das Leben Anderer retten kann. Obwohl jeder Datenschützer und IT-Experte die Unbedenklichkeit der App bestätigt. Wer nur aus Ignoranz, Verfolgungswahn und penetranter Politikphobie eines der elementaren Mittel zur Vermeidung einer zweiten Welle und des damit einhergehenden nächsten Lockdowns verweigert, sollte im Fall der Fälle auch nicht auf die Solidarität der Gemeinschaft zählen. Deshalb: Hirn einschalten, App installieren - und weder Herr Spahn noch das RKI wird euch an euren geheimen Standorten aufsuchen. Versprochen!"

... und das sagt das "Contra"-Lager

Doch auch das "Contra-App"-Lager steckt keineswegs zurück. Vor allem das Thema der Freiwilligkeit umtreibt viele, wie auch ein User in einem Forums-Kommentar ausführt: 

"Leider schon wieder ein ganz offensichtlicher Betrug am Nutzer! die Datenschutzgrundverordnung können nämlich im Katastrophenfall und ähnlichem, durch Verfügungen des Staates beliebig erweitert, geändert oder außer Kraft gesetzt werden! Und dann? Und wenn der "breite Konsens" irgendwann der Meinung wäre, das alle die App zu nutzen hätten, dann kann und wird das wohl unabänderlich zu einer Nutzungspflicht führen ~ ich bin überzeugt, das bekommen die schon, wenn auch sonst nix, mit den geeigneten Medien problemlos hin. Ergo, muss die Nutzungsfreiwilligkeit ohne jegliche Beeinträchtigungen für den Verweigerer, weder durch den Staat, noch von Privatpersonen, in einem separaten Gesetz verankert werden.."

Und auf Facebook sekundiert eine Nutzerin: "Ich bin mal gespannt, wie lang es dauert, bis die ersten wegen dieser App / wegen Nichtbenutzung diskriminiert werden. Das geschieht nämlich zwangsläufig, wenn Menschen in Klassen aufgeteilt werden."

Überwachung technisch möglich? Unsere User diskutieren

Auch die grundsätzliche Frage, ob eine Überwachung via App denn technisch überhaupt möglich ist, sorgt für Diskussionen. So schreibt ein User:

1. es werden keine persönlichen Daten zentral gespeichert.... jeder Nutzer bekommt eine sog. Unified User ID (UUID), die nur den produzierten, verschlüsselten Daten zuzuordnen ist. 

2. die Geräte kommunizieren (untereinander!!!!)über eine speziell für dieses Szenario freigegebene Bluetooth-Schnittstelle, nicht mehr und nicht weniger.

Woraufhin ein anderer User einwirft:

"Damit die App funktioniert, müssen Google und auch Apple ihre Schnittstelle für die App zur Verfügung stellen und haben als Anbieter der Betriebssysteme immer Zugriff auf die Daten, die über ihre Schnittstellen laufen – egal ob zentraler oder dezentraler Ansatz."

>>>Lesen Sie hier: Corona-Warn-App: Darum unterliegen viele Deutsche einem Trugschluss<<<

Umfrage zeigt: User in Meinung gespalten

Dass die Meinungen der Bürger in der Frage "Corona-App" auseinandergehen, zeigt auch das Ergebnis unserer Umfrage im am Dienstag veröffentlichten Artikel. Auf die Frage, ob man sich die App herunterladen werde, antworteten (Stand: Mittwoch, 11.40 Uhr) 38 Prozent mit "Ja" - und 38 Prozent mit "Nein". Die Anzahl der abgegebenen Ja- beziehungsweise Nein-Stimmen war mit 1213 beziehungsweise 1199 annähernd gleich groß. 24 Prozent der User sagten, dass sie sich noch nicht entschieden hätten. 

Corona-Warn-App bereits millionenfach heruntergeladen

Sicher ist jedenfalls, dass die am Dienstag gestartete App bundesweit großen Anklang findet. Wie der "Tagesspiegel" unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium berichtet, wurde die App nach einem Tag von rund sechs Millionen Smartphone-Besitzern heruntergeladen. Laut dem Chef des an der Entwicklung beteiligten Softwarekonzerns SAP, Christian Klein, sind es 6,5 Millionen Downloads.

dp

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