„Berufliche Chancen sichern“

Rosenheim - Die Rosenheimer Bundestagsabgeordnete Angelika Graf (SPD) warnt vor einem Sparkurs in der beruflichen Erstausbildung für junge Menschen mit Behinderung.

Die von der Bundesregierung geplante Umwandlung von einer Pflicht- zu einer Ermessensleistung der Arbeitsagenturen schmälere deren beruflichen Chancen, befürchtet Graf. „Es geht aber nicht nur um die Chancengleichheit der in Stadt und Landkreis Rosenheim betroffenen Jugendlichen. Eine neue Studie kommt jetzt zu dem Ergebnis, dass die Investitionen in die Berufsvorbereitung und -ausbildung von jungen Menschen mit Behinderung sich auch für den Staat lohnen“, so Graf. Laut der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln sind fast 70 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Berufsbildungswerke auch noch 15 Jahre nach der Maßnahme erwerbstätig. „Wer in diesem Bereich sparen will, spart also nicht wirklich sondern verhindert die berufliche Integration von jungen Menschen mit Behinderung. Die Berufsbildungswerke arbeiten erfolgreich. Diese Strukturen dürfen nicht einfach mal so zerschlagen werden“, fordert Graf.

Hintergrund: Die Berufsbildungswerke ermöglichen jungen Menschen mit Behinderungen und vergleichsweise niedrigen Schulabschlüssen die Ausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf. Dadurch können diese eine qualifizierte Berufstätigkeit ausüben und ihr Leben eigenverantwortlich gestalten. Die Ausbildung schließt eine intensive sozialpädagogische, medizinische und psychologische Betreuung und meist eine Unterbringung im Internat ein.

Rubriklistenbild: © dpa

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