Großkarolinenfeld bei Altenheim-Bau voraus

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Auf diesem Grundstück in Bahnhofsnähe sollen nach den Vorstellungen von Bürgermeister Hans Holzmeier ein Altenheim und ein Gebäude mit behindertengerechten Wohnungen entstehen.

Schechen - Der Plan in Schechen ein Altenheim zu bauen, ist ins Wanken geraten. Der Grund: Auch Großkarolinenfeld möchte ein Pflegeheim bauen - und hat angeblich schon einen Betreiber.

"Deshalb wartet unser möglicher Betreiber jetzt erst einmal ab", sagte Bürgermeister Hans Holzmeier auf Anfrage.


Bereits seit rund fünf Jahren befasst sich Holzmeier intensiv mit dem Wunsch, in seiner Gemeinde eine Senioren-Wohnanlage zu errichten. Auf einem 4500 Quadratmeter großen Teilgrundstück in Nähe des Bahnhofs war geplant, zwei Gebäude zu realisieren. Einerseits sollte ein klassisches Altenheim entstehen und andererseits ein Haus mit bis zu zehn behindertengerechten Eigentumswohnungen (vom Appartement bis zur Dreizimmer-Wohnung), in dem die Bewohner die Möglichkeit des betreuten Wohnens je nach Wunsch und Bedarf nutzen können. Laut Holzmeier war von Anfang an klar, dass die Gemeinde das Altenheim nicht selbst bauen und betreiben will. Für das Wohnhaus mit Betreuungsmöglichkeit konnte Architekt Josef Hörfurter gewonnen werden, der bereits einen konkreten Plan entworfen habe.

"Doch das ganze Projekt ist eine Hängepartie", räumte Holzmeier im Gespräch mit der Heimatzeitung ein. "Der Betreiber, der für das Altenheim großes Interesse bekundet hat, hält uns inzwischen seit zwei Jahren hin." Da der mögliche Schechener Betreiber jetzt gehört habe, dass die Nachbargemeinde Großkarolinenfeld auch ein Altenheim verwirklichen möchte, warte er nun erst einmal ab.


Nach Holzmeiers Informationen soll Großkarolinenfeld sogar schon einen erfahrenen Altenheim-Betreiber an der Hand haben, was eine schnelle Umsetzung der Pläne ermögliche. Über Einzelheiten darüber hält sich Großkarolinenfelds Bürgermeister Bernd Fessler auf Anfrage jedoch bedeckt: "Wir befinden uns in konkreten Verhandlungen und werden selbstverständlich die Öffentlichkeit informieren, sobald das Ganze zur Realisierung ansteht", so Fessler.

Auch Schechens Bürgermeister setzt alles daran, die Pläne seiner Gemeinde zu realisieren: "Deshalb verhandle ich derzeit mit noch zwei weiteren Interessenten, die unser Altenheim eventuell bauen und betreiben würden."

Für das Wohnhaus mit Eigentumswohnungen sei vorstellbar gewesen, eine Zweckgemeinschaft zu gründen. Menschen, die möglichst lange in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben wollen, hätten sich hierbei zusammenschließen, das Haus gemeinsam bauen und sich im Alter gegenseitig unterstützen können. "Doch auch für dieses Konzept haben leider nur wenige Bürger ihr Interesse bekundet", resümierte der Bürgermeister und nannte gleichzeitig mögliche Gründe dafür: Eine solche Zweckgemeinschaft sei für viele Menschen Neuland. Sie würden lieber fertige Wohnungen vom Bauträger kaufen. Hinzu komme, dass gerade Senioren oft nicht genügend Geld hätten, um sich in eine Zweckgemeinschaft einzukaufen.

Eine Alternative sei unter Umständen, dass die Gemeinde ein behindertengerechtes Haus baue, um dies an ältere Menschen zu vermieten. "Doch momentan steht es noch in den Sternen, ob und wie beide geplanten Gebäude am Bahnhof umgesetzt werden", fasst Holzmeier die Situation zusammen und verweist darauf, dass die Gemeinde Schechen in Bezug auf den Bedarf auch auf Auswärtige angewiesen ist.

Daniela Lindl/Oberbayerisches Volksblatt

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