Betreuung: Eltern fordern mehr Flexibilität

Feldkirchen-Westerham - Wie zufrieden sind Eltern und Kinder mit den vorhandenen Betreuungseinrichtungen? Dieser Frage ging die Gemeinde jetzt mit Hilfe einer Fragebogenaktion nach.

1020 Bögen hatte die Verwaltung an Eltern von Kindern im Alter von bis zu zehn Jahren verschickt. Ergebnis: Künftig wird der Bedarf an Betreuungsplätzen konstant bleiben. Im Kindergartenbereich sind die Zahlen sogar rückläufig. Außerdem ist es den Eltern ein Anliegen, die Öffnungs- und Buchungszeiten flexibler zu gestalten.

Im Gemeindebereich wohnen aktuell 169 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren und 372 Drei- bis Sechseinhalbjährige. 347 Buben und Mädchen aus der Gemeinde besuchen derzeit die sechs Kindergärten (Höhenrain, Westerham, Bucklberg, Laurentius, Pfarrei Vagen und Waldkindergarten). In der Kinderkrippe im Kindergarten Bucklberg sind zusätzlich 24 Kinder untergebracht.

Im Gesamtüberblick enthalten war auch die Mittagsbetreuung des Vereins Miki, die derzeit weitere 54 junge Feldkirchener besuchen sowie das Angebot von drei Tagesmüttern. Überdies würden die jeweils beiden Ganztagsklassen an Grundschule und Hauptschule gut angenommen. Des Weiteren wies Ines Bertozzi darauf hin, dass es die Spielgruppe im Kindergarten Westerham im kommenden Schuljahr voraussichtlich aufgrund zu geringer Nachfrage nicht mehr geben wird.

Die Volkshochschule (VHS) bietet zudem tageweise beziehungsweise je nach Bedarf ein Angebot für Kinder ab zweieinhalb Jahren sowie für Säuglinge und Vorschulkinder an. In den Ferien erfolgt eine Betreuung durch die VHS und Jugendreferentin Rita Merkt.

Schon alleine mit Hilfe eines Vergleichs der Zahlen zwischen vorhandenen Betreuungsplätzen und in der Gemeinde lebenden Kindern könne von einem Betreuungsangebot von über 100 Prozent ausgegangen werden, so die Geschäftsführerin. Sie stellte die Ergebnisse der Fragebogenaktion dem Gemeinderat vor. Als löblich wertete Geschäftsführerin Ines Bertozzi die Rücklaufquote der Fragebögen von 34,3 Prozent. Diese sei für eine solche Aktion vergleichsweise hoch.

Der Bestand der Kinderkrippe mit 24 Plätzen decke 14,2 Prozent der gemeindlichen Kinder im Alter von einem bis drei Jahren ab. Hinzu käme noch an drei Vormittagen das Angebot der VHS mit zehn bis zwölf Plätzen. "Insgesamt liegt die Versorgung bei theoretisch etwa 25 Prozent", sagte Bertozzi. Bis dato hätten alle notwendigen Betreuungen vermittelt werden können.

Insgesamt zeige sich ein konstanter Bedarf an Betreuungsplätzen. Bei den Kindergärten würden die Zahlen eher zurückgehen, bei der Krippe lägen sie auf gleichem Niveau. Aufgrund eher rückläufiger Geburtenzahlen sei sogar davon auszugehen, dass der Bedarf sinken werde. Auch eine größere Nachfrage aufgrund der gesellschaftlichen Entwicklung (Berufstätigkeit, Familienstruktur, etc.) sei nicht zu erwarten, hieß es.

Die berufliche Situation der befragten Eltern schlüsselt sich wie folgt auf: Bei 200 Paaren sind beide Personen berufstätig, bei 58 Paaren arbeite ein Teil und der andere sei in Elternzeit. Bei 41 Lebensgemeinschaften stehe nur eine Person im Beruf. 17 Alleinerziehende seien berufstätig. 34 Paare machten zu ihrem Berufsstand keine Angaben.

Im Rahmen der Fragebogenaktion äußerten die Eltern auch zahlreiche Anregungen für die Zukunft. So seien flexiblere Öffnungs- und Buchungszeiten (nicht nur volle Stunde, sondern auch halbstündlich) gefragt. Das Bringen der Kinder sollte schon ab 6.30 Uhr möglich sein, das Abholen erst um 17 Uhr. Auch der Wunsch nach einer gesunden Verpflegung sowie mehr Naturprojekten (fester Wandertag einmal pro Woche/Monat) wurde geäußert.

Weitere Anliegen: Es sollte möglich sein, Kinder während des laufenden Jahres aufzunehmen, die Elternbefragung einmal pro Jahr durchzuführen sowie die Anzahl der Betreuer zu erhöhen.

Auch zum Thema "Betreuung in den Ferien" wurden die Familien befragt. Demnach wünschen sich am meisten Eltern (87) mehr Betreuungsangebote in den Sommerferien, Osterferien (56) und Pfingstferien (50). Am leichtesten zu überbrücken seien, so das Fazit der Aktion, die Weihnachtsferien. Hier benötigten nur 16 Prozent der Befragten eine professionelle Betreuung.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat abschließend, 350 Plätze als "bedarfsnotwendig" bis 2014 anzuerkennen. Grundsätzlich bleiben diese Zahlen somit auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahr. Praktisch gibt es laut Ines Bertozzi jedoch immer wieder Schwankungen aufgrund von "auspendelnden" Kindern. So würden Feldkirchen-Westerhamer Buben und Mädchen beispielsweise in Bruckmühl Kindergärten besuchen, oder aber wiederum Aiblinger Kinder in Feldkirchen-Westerham betreut werden.

Die 350 Plätze teilen sich wie folgt auf: 50 in Höhenrain, jeweils 78, davon bis zu zwei integrativ, in Westerham und im Kindergarten Bucklberg, 25 im Waldkindergarten, 47 im Kindergarten Laurentius und 72 in Vagen. Zusätzlich wurden 24 in der Kinderkrippe der Diakonie beschlossen. "Ein Defizit beim Betreuungsangebot kann nicht festgestellt werden", wurde außerdem explizit im Beschluss vermerkt.

Martin Aerzbäck (Mangfall-Bote)

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare