Hin und her um Bootsführerschein

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Eisstockschützen, Schlittschuhläufer und Eishockeyspieler haben zurzeit am Simssee schlechte Karten: Weit und breit ist kein Eis in Sicht.

Riedering - Hitzige Diskussion: 400 Euro übernahm die Gemeinde für den Bootsführerschein eines Feuerwehrmannes. Zu Recht? Zu Unrecht?

Für eine längere Diskussion in der jüngsten Sitzung des Riederinger Gemeinderates sorgte der Bootsführerschein eines Feuerwehrmannes aus Pietzing zur Bedienung eines Rettungsbootes am Simssee. Die Gemeinde Riedering übernahm für den Erwerb des Scheins Kosten in Höhe von rund 400 Euro. "Zu Unrecht", lautete dazu die Meinung der Kommissionsmitglieder der internen Rechnungsprüfung.

"Die Übernahme der Kosten steht im Widerspruch zu einem Gemeinderatsbeschluss", lautete ein Fazit der internen Rechnungsprüfung. Bürgermeister Josef Häusler sah das ganz anders. Einen entsprechenden Beschluss habe es in der Vergangenheit nie gegeben, betonte er.

Die Kommissionsmitglieder konnten diese Aussage zwar in der jüngsten Sitzung nicht widerlegen. Trotzdem bemängelten sie diese Zahlung. Kommissionsmitglied und Gemeinderat Helmut Schmid von der Bürgerwahlgemeinschaft Neukirchen meinte dazu: "Für die Lkw-Führerscheine der Feuerwehrleute wird ja auch nicht gezahlt. Damit entsteht eine Ungerechtigkeit." Dem folgte eine längere Diskussion. CSU-Gemeinderat Dominikus Summerer stellte dabei klar, dass mit dem Geld noch nicht einmal der Bootsführerschein finanziert wurde, sondern nur eine Entschädigung für die dafür notwendige tagelange Ausbildung und den damit verbunden Arbeitsausfall. "Die Summe ist mit 400 Euro sowieso sehr gering", so seine Meinung.

So sah das auch Bürgermeister Häusler: "Was unsere Feuerwehren bei den vergangenen Unwettern 2011 alles für uns geleistet haben, darf es darüber gar keine Diskussion geben." Mit zwei Gegenstimmen stimmte der Gemeinderat schließlich zu, sich auch zukünftig an den Kosten für den Erwerb des Bootsführerscheins für die Feuerwehr zu beteiligen.

Einstimmig zugestimmt wurde einer Kostenbeteiligung in Höhe von maximal 700 Euro für die Sanierung einer 100-jährigen Linde in Siegharting. Der Baum wurde bei den schweren Sommer-Unwettern im vergangenen Jahr massiv beschädigt. Ein Fachmann kam zu dem Ergebnis, dass die alte Linde auf jeden Fall schützenswert sei und durch einen Rückschnitt für viele Jahre erhalten werden könne.

Die "Wirtschaft in Persdorf" beschäftigte den Gemeinderat in einer nichtöffentlichen Sitzung im vergangenen Dezember. Seit den schweren Unwettern im Juni und Juni 2011 ist das Wirtshaus geschlossen. Der Eigentümer zieht nun eine neue Nutzung des Gebäudes in Betracht: "Betreutes Wohnen mit angeschlossenem Gastronomiebetrieb." Vier Vereinen aus Neukirchen gefällt dieses Vorhaben nicht. Sie sprachen sich in Stellungnahmen an die Gemeinde für den Erhalt der Wirtschaft aus. Sie sei der "Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens" in Persdorf. CSU-Gemeinderätin Marianne Loferer konnte diese Bitte nachvollziehen: "Natürlich hat diese Wohnform Zukunft. Aber Persdorf ist dafür nicht der richtige Ort." Aus der Stellungnahme der Gemeinde ging hervor, dass Bauten für soziale Zwecke im Bebauungsplan für Persdorf nicht vorgesehen sind. Der Planung wurde darum nicht zugestimmt.

wu/Oberbayerisches Volksblatt

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