Brandschutz und Container verteuern Sanierung

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Die Arbeiten an der Fassade der Theaterhalle sind im vollem Gang.

Bruckmühl - Statt Überschuss nun Mehrkosten - so das Fazit bei der Präsentation der aktuellen Kostenentwicklungen für die energetische Sanierung der Justus-von-Liebig-Schule in Heufeld.

In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderats von Bruckmühl nahm das Gremium eine Kostenmehrung von ursprünglich 2,97 Millionen auf 3,2 Millionen Euro zur Kenntnis. Grund für den Anstieg sind unter anderem Container-Mietkosten sowie der Brandschutz.

Eigentlich hatte bis Mitte Mai alles so gut ausgesehen. Damals hatte Architekt Georg Neumüller sogar von einer Minderung der Kosten von rund 170.000 Euro gesprochen. Deshalb hatte der Gemeinderat auch dem Umbau der maroden Toilettenanlagen im dritten Bauabschnitt zugestimmt. Kostenpunkt: rund 218.000 Euro. Doch nun die schlechte Nachricht im Gemeinderat. Das Projekt wird zuzüglich der WCs um weitere rund 226.000 Euro teurer.

"Der Mehraufwand für den baulichen Brandschutz war zu dem Zeitpunkt, als die Toilettenanlagen dazukamen, in seinem jetzigen Umfang noch nicht absehbar", so Neumüller gegenüber dem Gremium. Er sei zuversichtlich gewesen, dass sich bei einem Betonbau, der sich 40 Jahre lang bewährt habe, weitere Brandschutz-Maßnahmen in Grenzen halten würden. "Dem war aber leider nicht so", bedauerte der Architekt, der zusammen mit Hermann Klimke vom gemeindlichen Bauamt die Zahlen erläuterte.

Die Brandschutzingenieure hätten Rauchabzugsanlagen im Bestand sowie Abschottungen neuer und vor allem alter Kabel verlangt. Darüber hinaus seien eine feuerfeste Verglasung im Aula-Westfenster und Brandschutznachbesserungen in der Gebäude-Aufstockung von 1984 über der Aula notwendig geworden. Begründung: Diese Stahlträger seien nur für eine Feuerwiderstandsklasse von F/0 ausgewiesen gewesen.

Im Brandschutznachweis von 2008 für Ganztagsklassen und Theaterhalle musste Anfang Mai zudem noch eine Korrektur vorgenommen werden. "Das hat ebenfalls zusätzliche Kosten verursacht", so Neumüller.

Wie berichtet, wurden für die Schüler während der Sanierung Container angemietet. "Zunächst dachte man, dass man mit vier Stück auskommt. Da aber, bedingt durch steigende Schülerzahlen, mehr Klassen gebildet werden konnten, mussten vier zusätzliche Container aufgebaut werden", erinnerte Klimke. In der Baukostenkalkulation von April 2010 seien diese Miet- und Aufbaukosten aber nicht enthalten. "Diese gehören eigentlich nicht zum Bau. Außerdem gab es damals noch die Überlegung die Schüler während der Sanierung im bestehenden Schulhaus-Komplex unterzubringen", so Neumüller. Derzeit würden die Kosten für die Container aber im Baukonto mitaufgeführt und würden dort mit 103.500 Euro zu Buche schlagen. Klimke verwies überdies darauf, dass bei der Sanierung der Schule Götting die Container nicht zu den Baukosten gezählt worden waren.

Summa summarum ergebe sich für den WC-Umbau, die Brandschutzmaßnahmen und die Container ein Mehraufwand von 400.000 Euro. "Dieser konnte auch durch günstige Auftragsvergaben nicht mehr abgefedert werden", bedauerte der Architekt. Auf Grund dieser Situation prognostizierte er eine zu erwartende Kostenüberschreitung (abzüglich der vorherigen Einsparungen) von rund 225.000 Euro.

"Wir dürfen uns künftig auch bei abzusehenden Minderausgaben nicht zu weiteren Maßnahmen verleiten lassen", mahnte Engelbert Wolf (CSU) für weitere Projekte an. Nun habe man aber einmal gemeinsam die Sanierung der Toiletten beschlossen und müsse auch dazu stehen. "Dem Brandschutz kommt man nicht aus, das haben wir in der jüngsten Vergangenheit immer wieder durch Kostenmehrungen erfahren", so Wolf. Er betonte, dass das Geld nichtsdestotrotz vernünftig eingesetzt sei.

Als enorm bezeichnete Hubert Maier (CSU) die Mietkosten für die Container und fragte gleichzeitig die weiteren Termine ab. Dazu Neumüller: "Nach Pfingsten wollen wir mit der Turnhalle fertig sein und zum neuen Schuljahr die Maßnahme komplett abschlossen haben." Bürgermeister Franz Heinritzi kündigte an, den Architekten diesbezüglich beim Wort zu nehmen. Er wies zudem darauf hin, dass die maroden WC-Anlagen über 40 Jahre alt waren und deren Erneuerung fällig gewesen sei.

Silvia Mischi (Mangfall-Bote)

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