Bruckmühl: Nun doppelte Menge Chlor gefordert

Bruckmühl - Vom Landratsamt Rosenheim wurden die Anforderungen bezüglich des Zusatzes von Chlor erhöht. Nun muss eine Chlorkonzentration von 0,2 Milligramm pro Liter nachgewiesen werden.

Weder bei den Tiefbrunnen I und II noch bei der Tuffbergquelle wurden aktuell coliforme Keime nachgewiesen. Zwischenzeitlich wurden vom Landratsamt Rosenheim aber die Anforderungen bezüglich des Zusatzes von Chlor erhöht. Demnach muss nun eine Chlorkonzentration von 0,2 Milligramm pro Liter nachgewiesen werden.

Ob dieser Nachweis bis zum Wochenende gelingen kann, ist nun fraglich. "Wir sind bemüht, unsere Bürger offen und umfassend über die aktuelle Situation zu informieren. Neue Messergebnisse beziehungsweise unerwartete neue Forderungen des Staatlichen Gesundheitsamtes und des Landratsamtes Rosenheim sind leider nicht vorherzusehen", erklärte Rainer Weidner, Geschäftsführer der Marktgemeinde, Donnerstagnachmittag gegenüber dem Mangfall-Boten.

Die Wasserqualität entspricht den Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Doch aufgrund dieser neuen Anforderungen müssten nun die jüngsten Einschätzungen zum Teil revidiert werden. Ob die Aufhebung der Abkochverfügung zum Wochenende erreicht werden kann, sei zum jetzigen Zeitpunkt deshalb fraglich.

In einigen Leitungsabschnitten könne man die nun geforderten 0,2 Milligramm Chlor pro Liter bereits nachweisen, "aber noch nicht im vollständigen Netz", so Weidner. Laufend würden Gemeindemitarbeiter proben an den entsprechenden Endabnahmestellen nehmen.

Positives gebe es dennoch: Die Tuffbergquelle, welche jüngst eine Verkeimung aufgewiesen habe, sei wieder sauber.

Die Abbruchverfügung hat nach wie vor Bestand. Gilt aber nicht, wie berichtet, für das Versorgungsgebiet des Wasserbeschaffungsverbands Högling. Nicht betroffen seien die Ortsteile, die vom Wasserbeschaffungsverband Högling versorgt werden. Das sind die Ortschaften Kirchdorf, Maxhofen, Noderwiechs, Orthofen, Högling und Weihenlinden sowie der Ortskern von Bruckmühl, die Sonnenwiechser Straße, Eichpold, Angerstraße und Rösnerstraße. Die Rosenstraße sowie ein Teil der Heufelder Straße in Heufeldmühle sind ebenfalls von dem Gebot ausgenommen. "Die Vagener Au ist zwar auf dem Gebiet der Gemeinde Feldkirchen-Westerham, ist aber auch betroffen, da die gesamte "Vagener Au" von der Marktgemeinde Bruckmühl versorgt wird", so Weidner.

Nachdem der Markt Bruckmühl von einigen Bürgern wegen seines "Krisenmanagements" kritisiert wurde, nahm die Kommune noch einmal zur Situation Stellung. "Nach dem Bekanntwerden einer Gefahrenlage wird diese von den Verantwortlichen des Marktes Bruckmühl unter Hinzuziehung von Fachleuten wie hier mit dem Staatlichen Gesundheitsamt bewertet", schlüsselte der Geschäftsführer auf. Anschließend würden geeignete Maßnahmen ergriffen, um die Bevölkerung zu informieren und die Gefahrenlage zu beseitigen.

Bei der vom Landratsamt Rosenheim erlassenen Abkochverfügung handle es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme. Eine konkrete Gesundheitsgefährdung der Bruckmühler Bürger habe zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. Es handle sich in diesem Fall um eine so genannte abstrakte Gefahr, bei der eine mögliche Gesundheitsgefährdung nicht mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden könne.

"Die vom Markt Bruckmühl ergriffenen Maßnahmen waren ausreichend und gingen über das vom Landratsamt Rosenheim Geforderte hinaus. Im Falle einer konkreten Gefährdung - in welchem Zusammenhang auch immer - werden selbstverständlich auch Maßnahmen, wie das Verteilen von Handzetteln beziehungsweise die Information mittels überregionaler Medien oder Lautsprecherdurchsagen ergriffen", betonte Weidner.

Silvia Mischi (Mangfall-Bote)

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