Fessler bleibt Bürgermeister in Großkaro

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Bernd Fessler bleibt Bürgermeister in Großkaro.

Großkarolinenfeld - Die Großkarolinenfelder haben ihren Rathauschef gewählt: Alter und neuer Bürgermeister ist Bernd Fessler!

Mit einem sehr deutlichen Ergebnis setzte sich Bernd Fessler gegen Bodo Frommelt durch. Bei einer Wahlbeteiligung von 56,01 Prozent erhielt Fessler 84,35 Prozent und Frommelt 15,65 Prozent der Stimmen.

 

Ein ausführlicher Bericht folgt am Montag!

 

Lesen Sie hier die Vorberichte:

Artikel über Bernd Fessler

Bernd Fessler

"Begegnen und bewegen": Mit diesem Slogan wirbt Bernd Fessler für seine Wiederwahl als Bürgermeister von Großkarolinenfeld am 4. November. "Dieses Motto gilt sowohl für die Arbeit im Gemeinderat als auch für mich persönlich", erklärt der derzeitige Rathaus-Chef. In seiner Wahl-Auftaktversammlung beim "Wirt von Dred" blickte Fessler auf seine bisherige Amtszeit zurück und stellte seine Ziele für die Zukunft des Ortes vor.

Landkreisweit ist der Bürgermeisterwahlkampf in Großkarolinenfeld laut Lilo Wallner, Vorsitzende des CSU-Ortsverbandes Großkarolinenfeld, wohl einzigartig. Der parteifreie Bürgermeister Fessler wird für seine Wiederwahl von den CSU-Ortsverbänden Karo und Tattenhausen, der Jungen Union, von der PLW, der SPD und dem Bündnis 90/Die Grünen unterstützt.

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Der gemeinsame Schulterschluss unterstreiche Fesslers Bestreben, die sich stetig wandelnde Gemeinde unter Nutzung aller Kompetenzen sowie durch Transparenz "so zu gestalten, dass sich die Menschen hier wohl fühlen". Entscheidungsvorgänge würden immer komplizierter und selten könnten Vorstellungen perfekt realisiert werden. Aber der Reiz liegt laut Fessler darin, konstruktiv mit gegenseitigem Respekt, Kompromissen und vielerlei Abstimmungen zu vernünftigen und tragbaren Ergebnissen zu kommen. Jeder Ortsteil habe seine Stärken und seine Identität. Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung seien zudem zur Selbstverständlichkeit geworden.

"Eine konstruktive Zusammenarbeit kennzeichnet auch den Gemeinderat", betont Fessler. Dadurch seien viele Projekte gestemmt und positive Entwicklungen für die Gemeinde auf den Weg gebracht worden.

Hierbei habe Fessler ein besonderes Augenmerk auf eine solide Finanzpolitik gelegt. Obwohl Großkarolinenfeld "keine reiche Gemeinde ist", habe man zehn Jahre keine Neuverschuldung und den kontinuierlichen Rückgang der Pro-Kopf-Verschuldung verzeichnet. "Und das, obwohl wir seit 2001 rund 25 Millionen Euro alleine in Neubau-Maßnahmen investiert haben", so Fessler.

Alle Baumaßnahmen, wie beispielsweise die energetische und behindertengerechte Sanierung der Mittelschule, der Kinderkrippen-Bau oder der Neubau des Bauhofes seien im Kostenrahmen und in enger Abstimmung mit betroffenen Anliegern, Verwaltung und Gemeinderat abgewickelt worden.

Dass dem derzeitigen Rathaus-Chef auch die Belange der Familien und ihres Nachwuchses am Herzen liegen, untermauerte der vierfache, seit 31 Jahren verheiratete, Familienvater mit Angeboten, die in seiner Amtszeit entstanden sind: So sei die Gemeinde mittlerweile in der vorschulischen und schulischen Betreuung mit Kinderkrippe, der sanierten Mittelschule mit M-Zug, einer offenen Ganztagsschule, der Mittagsbetreuung durch den Familienverein und der Jugendsozialarbeit an der Max-Joseph-Schule sowie dem Jugendtreff "insgesamt sehr gut aufgestellt". Welch wertvolle Arbeit Vereine und Ehrenamtliche in Großkarolinenfeld leisten, zeigte der 54-Jährige mit vielen konkreten Beispielen auf.

Doch nicht nur in die Vergangenheit, sondern auch in die Zukunft blickte der Bürgermeisterkandidat. "Mir liegt nichts daran, nur Versprechungen zu machen", so Fessler. Vor der Wahl sei bei ihm auch nach der Wahl. Der Kandidat sprach sich für einen Rathaus-Neubau aus, wobei er das bestehende Gebäude durchaus mit anderer Nutzung erhalten möchte.

Des Weiteren sah Fessler die Notwendigkeit, im Ort eine Pflegeeinrichtung in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen Nachbarschaftshilfe zu verwirklichen. Als weitere Schwerpunkte seiner künftigen Tätigkeit als Gemeindeoberhaupt würde sich Fessler für die Weiterentwicklung des örtlichen Gewerbes mit Unterstützung des Wirtschaftsforums, für den Ausbau des Fuß- und Radwegenetzes, für die Verbesserung des Bahnhofumfeldes und des Ortszentrums, für die Jugendförderung im Zusammenwirken von Schule und Vereinen sowie für die Belange von Familien mit Kindern, Behinderten und Senioren einsetzen.

Daniela Lindl (Oberbayerisches Volksblatt)

 

Interview mit Bodo Frommelt

Wie soll es mit dem Rathaus in Zukunft weitergehen?

Bodo Frommelt

Das jetzige Gebäude ist für die Verwaltung ausreichend, aber nicht optimal. Deshalb ist zu prüfen, wie die Situation verbessert werden kann und was das kostet. Grundsätzlich ist es wünschenswert, dieses traditionsbehaftete Gebäude in seiner Funktion zu erhalten. Ergänzend kann ich mir vorstellen, anstelle des alten Bauhofs ein Bürgerhaus zu errichten, in das Teile der Verwaltung ausgelagert werden können, das aber in erster Linie dem Miteinander der Bürger dient. Passend dazu kann der Umgriff, insbesondere der Kiesplatz zur Rott hin, als Gemeindegarten gestaltet werden. Babensham hat hier mit seinem Mehrgenerationengarten ein schönes Beispiel geschaffen.

Sehen Sie eine Notwendigkeit für eine Pflegeeinrichtung in der Gemeinde? Wenn ja, wie würden Ihre Pläne aussehen?

In Anbetracht der demografischen Entwicklung sehe ich dies als dringend notwendig an. Sinnvoll wäre hier die Integration mehrer Funktionalitäten, sodass nicht ein reines Heim, sondern ein Alten- und Pflegezentrum mit passenden Therapieeinrichtungen und gegebenenfalls einem Mehrgenerationenhaus entstehen kann. Wünschenswert wäre die Einbeziehung bestehender Dienste, wie der Nachbarschaftshilfe und eines Arztes.

Welche Bedeutung messen Sie dem Gewerbe in Karo bei und wie beurteilen Sie das neue Gewerbegebiet Nord?

Gewerbe wurde in Großkarolinenfeld lange Zeit vernachlässigt. Auch das jetzige Gewerbegebiet hat keine neuen Betriebe angezogen, sodass das Gewerbesteueraufkommen als eine der zwei wichtigen Einnahmesäulen der Gemeinde nicht wesentlich gewachsen ist. Im Blick auf die kommende Verkehrssituation mit der Westtangente muss sich die Gemeinde dringend um mehr ertragsstarke Betriebe bemühen, denn diese Einnahmen brauchen wir für die Finanzierung sozialer Einrichtungen und der Infrastruktur.

Sehen Sie Bedarf, in den Straßenbau zu investieren? Wenn ja, welche konkreten Maßnahmen würden Sie in Angriff nehmen?

Auch ein lange vernachlässigter Punkt. Schlimmstes Beispiel ist die Bahnhofstraße, die ich seit über 30 Jahren immer nur in einem maroden Zustand kenne. Aber auch die Hauptstraße in Tattenhausen und viele Nebenstraßen sind noch in einem bedauernswerten Zustand. Hier brauchen wir eine Prioritätenliste, um die Situation mit den vorhandenen Mitteln bedarfsgerecht zu verbessern.

Welche Prioritäten würden Sie in Ihrem Amt setzen?

Oberste Priorität hat für mich ein Zielgerüst für die weitere Entwicklung des Ortes, denn mit der künftig verbesserten Verkehrsanbindung kommen viele Aufgaben und Zielkonflikte auf uns zu. Wichtig wäre es, dass Karo nach den Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms als Unterzentrum eingestuft wird, um die weitere Entwicklung zu stärken.

Wie würde Ihre Finanzpolitik in den nächsten Jahren für Großkaro aussehen?

Entscheidend ist es, im Sinne einer Bilanzierung Einnahmen und Werte den Ausgaben und Schulden gegenüberzustellen, wie es jeder Wirtschaftsbetrieb macht. Grundsätzlich muss aber die Einnahmesituation verbessert werden, um von einer Mangelverwaltung in Schulden zu einer aktiv gestaltenden Gemeindepolitik zu kommen.

Welche Baumaßnahmen beziehungsweise Projekte würden Sie im Ort zeitnah in Angriff nehmen?

Die Förderung der Familien durch ein besseres Betreuungsangebot hat für mich absoluten Vorrang, da die Jugend unser wichtigstes Kapital für die Zukunft ist. Selbstverständlich ist die Verbesserung der Infrastruktur ebenso dringlich. Die Bahnhofstrasse muss hier als erstes in Angriff genommen werden. Insgesamt sehe ich die Ertüchtigung der Infrastruktur vor neuen Bauprojekten als zwingende Notwendigkeit.

Nennen Sie uns bitte drei persönliche Ziele, die Sie sich als möglicher Bürgermeister gesteckt haben.

Mein oberstes Ziel ist es, Transparenz in die Arbeit von Verwaltung und die Vorbereitung von Entscheidungen zu bringen. Um die Gemeinde zukunftsfähig zu machen, möchte ich mit den Bürgern im Dialog die Ziele für die nächsten zehn Jahre abstecken. Damit diese Ziele umgesetzt werden können, will ich die Ertragskraft der Gemeinde stärken und die Lebensqualität für alle Einwohner verbessern.

Interview: Daniela Lindl (Oberbayerisches Volksblatt)

 

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