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Übelkeit, Kopfschmerzen, Fieber

Corona-Impfstoff von Astrazeneca: Nebenwirkungen auch bei Impfungen an Kliniken in der Region

Eine Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs wird für die Verabreichung vorbereitet.
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Eine Dosis des AstraZeneca-Impfstoffs wird für die Verabreichung vorbereitet: Mehr Geimpfte als erwartet klagen über kurzfristige Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit.

Astrazeneca war der dritte Hersteller, der die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU erhielt. Doch statt Schlagzeilen mit Erfolgen im Kampf gegen die Pandemie zu machen, spricht man derzeit wegen Nebenwirkungen über das Vakzin. Kliniken in der Region machen entsprechende Erfahrungen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Auch Kliniken in der Region berichten von Nebenwirkungen beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca
  • Gesundheitsämter beruhigen: typische Nebenwirkungen, die nach kurzer Zeit wieder abklingen
  • Mühldorfer Landrat: Unter 65-Jährige dürfen vorerst nur mit Astrazeneca geimpft werden

Update 18. Februar, 12.25 Uhr, Berchtesgadener Land: Gesundheitsamt empfiehlt gestaffelte Impfungen an Kliniken

Berchtesgadener Land – Der Landkreis Berchtesgadener Land hat erstmals in der zweiten Februarwoche Impfstoff von Astrazeneca erhalten. Das geht aus einer Anfrage unserer Zeitung hervor. „Da das zentrale Registrierungsportal des Freistaates Bayern noch nicht altersdifferenziert einladen konnte, wurde der Impfstoff zunächst an Kliniken abgegeben, die eigenständig verimpfen dürfen“, sagt Alexandra Rothenbuchner, Sprecherin des Landratsamtes Berchtesgadener Land.

Sie verweist auch auf Studien der britischen Arzneimittelbehörde, wonach bei knapp drei von vier Geimpften vorübergehende Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, Schüttelfrost und Übelkeit auftreten können. „Diese Erhebungen decken sich nominell mit Rückmeldungen der Kliniken, die mit AstraZeneca versorgt wurden“, so die Sprecherin. Daher sei es empfehlenswert, die verfügbaren Impfdosen nicht in einem möglichst kurzen Zeitraum in Gesundheitseinrichtungen zu verimpfen, sondern gestaffelt vorzugehen, „um vorübergehende krankheitsbedingte Ausfälle in den Kliniken kompensieren zu können“.

Update 18. Februar, 10.30 Uhr, Romed-Kliniken: Nebenwirkungen ja, aber moderat

Rosenheim – Das teilte Pressesprecherin Johanna Kaffl auf Anfrage mit. Alle gelieferten Dosen seien verimpft worden – an insgesamt 130 Mitarbeitern. Ob sich jemand aus Sorge um etwaige Beschwerden geweigert habe, dazu wollte sie sich nicht äußern.

Laut Kaffl sind bei den Mitarbeitern „die erwartbaren Nebenwirkungen“ aufgetreten, wie zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel und Fieber. Dem Robert-Koch-Institut zufolge typische Beschwerden nach einer Impfung. Zu der Häufigkeit der Nebenwirkungen könne Kaffl momentan noch keine Aussage treffen.

Im Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese ist laut Christian Schwalm, stellvertretender Pressesprecher der Stadt, bisher „praktisch ausschließlich der Biontech-Impfstoff“ eingesetzt worden.

Inn-Kliniken haben noch keine Erfahrungen mit Astrazeneca

Thomas Ewald, Vorstandsvorsitzender des Inn-Klinikums, sagt über die Impfungen mit dem Astrazeneca-Wirkstoff: „Wir haben bisher noch keinen AstraZeneca-Impfstoff verimpft und deshalb auch keine Erfahrungen damit.“ Künftig sollten aber nach Informationen der Impfzentren Altötting und Mühldorf alle Klinikmitarbeiter unter 65 Jahren mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpft werden.

Bisher seien etwa 800 Beschäftigte Inn-Klinik-Verbundes erst- und etwa 400 zweitgeimpft. Verimpft wurden dabei die RNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer. Etwa 500 Mitarbeiter befinden sich nach Angaben des Klinikums derzeit noch auf der Warteliste für eine Covid-Impfung. „Inwieweit sich der Wechsel des Impfstoffes auf die Impfbereitschaft auswirkt, lässt sich im Moment nicht abschätzen“, sagt Ewald.

Erstmeldung:

Rosenheim / Mühldorf – Übelkeit, Kopfschmerzen, Schüttelfrost, Fieber: Von diesen Symptomen berichten Menschen, die den Corona-Impfstoff von Astrazeneca verabreicht bekommen haben. Knapp 90.000 Dosen wurden bislang laut Robert-Institut davon in Deutschland verimpft. Allem Anschein nach gibt es vor allem kurzfristige und erwartbare Nebenwirkungen, die allerdings mancherorts nicht ohne Folgen bleiben.

1000 Astrazeneca-Impfdosen an den Landkreis Mühldorf geliefert

So meldeten sich Medienberichten zufolge in mehreren Kliniken in Norddeutschland Teile der Belegschaft krank, nachdem sie mit dem Astrazeneca-Wirkstoff geimpft worden waren. Die Ausfälle waren teils so erheblich, dass die Kliniken die Impfung mit dem britisch-schwedischen Präparat zeitweise aussetzten, um den laufenden Betrieb nicht zu gefährden. Geimpft wird weiter - aber langsamer.

Sind die Folgen auch in der Region spürbar? Noch ist der Astrazeneca-Impfstoff nicht flächendeckend im Einsatz. So meldete beispielsweise das Landratsamt Mühldorf am Mittwoch (17. Februar), dass die ersten 1000 Dosen der Astrazeneca-Impfung für unter 65-Jährige ausgeliefert wurden. In der kommenden Woche sollen 900 weitere Dosen folgen.

Impfwillige unter 65 Jahren bekommen ausschließlich den Astrazeneca-Impfstoff

„Das Vakzin wird von der Ständigen Impfkommission STIKO für Personen unter 65 Jahren empfohlen und entsprechend der bundesweit geltenden Impfverordnung zunächst an unter 65-Jährige verimpft“, schreibt das Landratsamt in einer Pressemitteilung.

Laut geltender bundesweiter Verordnung dürften Impfwillige unter 65 derzeit ausschließlich mit dem Impfstoff von Astrazeneca behandelt werden. „Das bedeutet, dass weder für Impfberechtigte noch für das Personal am Impfzentrum Wahlfreiheit beim Impfstoff besteht. Wir haben hier keinerlei Einfluss,“ so der Mühldorfer Landrat Max Heimerl.

Diese Entscheidung hat Konsequenzen für Impfwillige: Laut Landratsamt können sich bereits jetzt 65-Jährige aus niedrigeren Priorisierungstufen anmelden. „Das kann dazu führen, dass ein unter 65-Jähriger aus einer nachrangigen Priorisierungsstufe früher einen Termin bekommt, als ein 80-Jähriger aus der höchsten Gruppe“ sagte Heimerl.

Die Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca ist nach Auskunft des Ärztlichen Leiters des Impfzentrums Mühldorf, Dr. Timm Büttner, völlig unbegründet: „Mit einer Wirksamkeit von 70 Prozent verhindert die Vakzine fast Dreiviertel der Covid-Erkrankungen, die ohne Impfung auftreten.“ Viel wichtiger sei jedoch, dass in den Zulassungsstudien keine geimpfte Person später mit einer Covid-Erkrankung in eine Klinik aufgenommen werden musste.

Grippale Symptome vor allem nach der ersten Impfdosis

Damit erfülle der Impfstoff, trotz beschriebener kurzfristiger Nebenwirkungen, die wichtigste Anforderung überhaupt: Klinikaufnahmen und Todesfälle zu verhindern. „Und die Wirksamkeit ist auch gegen die britische Variante B.1.1.7 gegeben, die zuletzt auch in Deutschland vermehrt aufgetreten ist“, so Büttner über den Astrazeneca-Impfstoff.

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Der Leiter des Mühldorfer Impfzentrums wendet sich auch gegen die in vielen sozialen Medien beschriebenen starken Impfnebenwirkungen. „Die Nebenwirkungen unterscheiden sich nicht von denen der bislang zugelassenen Impfstoffe“, sagt Büttner. „Es scheint nach bisherigen Beobachtungen nur so zu sein, dass die Ausprägung der häufig beobachteten grippalen Symptome nach der ersten Impfung mit dem Vektorimpfstoff stärker ist als nach der zweiten.“ Bei den Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna würden deutlichere Symptome eher nach der zweiten Impfung als nach der ersten beobachtet.

Am Klinikum Traunstein bislang keine nennenswerten Nebenwirkungen

Die Ärzte im Impfzentrum für den Landkreis Traunstein konnten bisher noch keine Erfahrung mit Astrazeneca machen, da die Impfung damit erst nächste Woche startet. Auf Anfrage heißt es aber, dass in der Betriebsmedizin am Klinikum Traunstein Astrazeneca seit letzter Woche an Mitarbeiter verimpft werde.

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Bis auf normale und zu erwartende Impfreaktionen in geringer Anzahl - Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber oder Schüttelfrost - traten laut Aussage des Gesundheitsamtes Traunstein bisher bei keinem Mitarbeiter schwere Nebenwirkungen auf oder solche, die einer stationären Behandlung bedurften. 

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