CORONA-LAGEBERICHT ROSENHEIM UND REGION

Corona-Lage in der Region Rosenheim: Südafrika-Mutation bereitet Sorgen - viele Reiserückkehrer

Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in der Region binnen einer Woche (seit 22. Januar; Stand 28. Januar 24 Uhr).Klinger
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Die aktuellen Fallzahlen aus den Städten und Gemeinden in der Region binnen einer Woche (seit 22. Januar; Stand 28. Januar 24 Uhr).Klinger

Die Corona-Fallzahlen in der Region Rosenheim gehen deutlich zurück, die Inzidenzwerte sinken - und dennoch ist die Besorgnis groß: vor den Virus-Mutationen. Die Südafrika-Variante ist in der Region bereits angekommen - und die Zahl der Reiserückkehrer nicht unbeträchtlich. Die Gesamtzahl geht in die Tausende.

Rosenheim – Die Corona-Fallzahlen in der Region sinken deutlich, der Landkreis liegt inzwischen sogar unter dem Inzidenzwert von 100.

Bayernweit 1. Fall in Rosenheim

Was Sorge bereitet: Mutationen von SARS-CoV-2. Die südafrikanische Variante, die Experten zufolge besonders ansteckend sein soll, ist diese Woche in der Region bereits festgestellt worden – bayernweit das erste Mal. Im Nachbarlandkreis Mühldorf sind zudem drei Infektionen mit der britischen Variante aufgetreten.

Die Südafrika-Mutation

Nicht überbewerten will der Sprecher des Gesundheitsamtes Rosenheim, Michael Fischer, den ersten Treffer in Bezug auf die südafrikanische Virus-Mutation in der Region: „Es handelte sich um einen Reiserückkehrer aus Südafrika, der sich umgehend in Quarantäne begeben hatte und dessen Abstrich nach dem positiven Befund einer genaueren Untersuchung unterzogen wurde. Wir gehen nicht davon aus, dass das Virus weiterverbreitet wurde.“ Inzwischen sei der Betroffene aus der Quarantäne entlassen – und gesund.

25 Reiserückkehrer aus Südafrika

Im Januar registrierte das Gesundheitsamt Rosenheim insgesamt 25 Reiserückkehrer aus Südafrika, wie die Behörde auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilte. Die Gesamtzahl der offiziell vermerkten Reiserückkehrer in diesem Monat: 4124.

Je 1 bis 3 ReiserückkehrerAfghanistan, Bahrain, Benin, Bolivien, Botsuana, Burundi, Gabun, Gambia, Ghana, Iran, Lettland, Libanon, Mazedonien, Montenegro, Peru, São Tomé und Príncipe, Saudi Arabien, Schottland, Syrien, Uganda, Usbekistan, Dschibuti, Kenia, Kolumbien, Nigeria, Seychellen, Togo
Je 4 bis 9 ReiserückkehrerKanada, Kasachstan, Kirgisistan, Zypern, Belarus, Israel, Irak, Marokko, Namibia, Pakistan, Tunesien, Moldau, Finnland, Luxemburg, Philippinen, Argentinien, Dänemark, Tansania
Je 10 bis 25 ReiserückkehrerDominikanische Republik, Estland, Irland, Litauen, Ukraine, Albanien, Indien, Kanadische Inseln, Mexiko, Brasilien, Ägypten, Belgien, Griechenland, Slowenien Malediven, Nordmazedonien, Südafrika:
Je 26 bis 99 ReiserückkehrerNiederlande, Schweden, Russland, England, Vereinigte Arabische Emirate, Frankreich, Portugal, Tschechien, Vereinigte Staaten (USA), Bulgarien, Slowakei:
Je 100 bis 250 ReiserückkehrerSerbien, Italien, Rumänien, Schweiz, Türkei, Kosovo, Spanien, Ungarn
Je 251 bis 585 ReiserückkehrerKroatien, Polen, Bosnien und Herzegowina, Österreich

Zu den meist besuchten Ländern im Monat Januar zählen aus Sicht der Region: Österreich (585 Personen), Bosnien (459), Polen (340), Kroatien (257), Ungarn (246), Spanien (236) und Kosovo (223). Ebenfalls beliebt: die Türkei mit 166 Rückkehrern, die USA mit 85 und Portugal mit 62. Mit dabei sind aber auch: Namibia mit 16, die Malediven mit 24 und die Dominikanische Republik mit zehn Rückkehrern.

Behörde warnt vor Auslandsreisen

Mit Blick auf die Verbreitung der neuen Virusvarianten empfiehlt die Behörde dringlich, von Reisen ins Ausland Abstand zu nehmen. Und: Trotz rückläufiger Neuinfektionen sollten Kontakte so weit wie möglich vermieden werden.

In Stadt und Landkreis Rosenheim gingen im Verlauf der Woche die Fallzahlen deutlich zurück – was sich entsprechend auf die 7-Tage-Inzidenz auswirkt. Sie liegt aktuell bei 107 in der Stadt und bei 76 im Landkreis (Stand 29. Januar 0 Uhr).

Das sind die neuen Fälle

Seit dem letzten Wochenbericht (22. Januar) wurden dem Gesundheitsamt 267 neue Fälle gemeldet. Bisher sind insgesamt 12 654 Fälle von Covid-19 in der Region registriert (Landkreis: 9936, Stadt: 2718). Mittlerweile wurde bei mindestens 9932 Personen eine Genesung dokumentiert.

Die regionalen Hotspots

Die Zahl der regionalen Hotspots ist zurückgegangen. Erhöhte Fallzahlen weisen aktuell neben der Stadt Rosenheim (+67) noch Bruckmühl mit +22, Brannenburg und Bad Feilnbach mit +13, Wasserburg mit +11, Oberaudorf und Tuntenhausen mit +9 sowie Feldkirchen-Westerham, Bad Aibling, Rohrdorf und Schechen mit +8 auf. Hinzu kommt Kolbermoor mit +7.

Weitere Ausbrüche in Heimen

Was der Behörde Sorgen bereitet: Dass trotz der sinkenden Infektionszahl weiterhin Ausbrüche in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen auftreten.

Lichtblick: Der Fortschritt bei den Corona-Impfungen, insbesondere in den Alten- und Pflegeheimen. In 54 von 63 Einrichtungen wurden laut Gesundheitsamt bereits Impfungen durchgeführt. Seit dieser Woche werden zudem in Einrichtungen des Betreuten Wohnens Erstimpfungen durchgeführt.

Die Impfstoff-Lieferungen

Insgesamt 10 237 Personen haben in der Region bis dato eine Corona-Impfung erhalten (Stand 29. Januar), davon 3216 eine Zweitimpfung. Zuletzt ist Freitagmittag eine Impfstofflieferung in der Region angekommen, die nächste Lieferung wird Dienstag erwartet: mit 510 Injektionsfläschchen, was 3060 Impfdosen entspricht. Diese sollen laut Impfkoordinator Hans Meyrl für Zweitimpfungen in Heimen verwendet werden.

Wieder neue Corona-Tote

Weiter steigend ist die Zahl der Sterbefälle in Verbindung mit Covid-19: auf zuletzt 444 Personen (Landkreis 395, Stadt 49; +14 gegenüber der Vorwoche, davon zehn über 80, vier zwischen 60 und 80 Jahre). Zwölf der zuletzt Verstorbenen waren in einem Heim betreut worden.

Keine Entspannung ist in den Kliniken in Sicht: 156 Covid-Patienten (+6 zur Vorwoche) werden aktuell stationär behandelt, davon 21 (+4) auf einer Intensivstation.

Alkoholverbot für viele öffentliche Plätze im Kreis Rosenheim

Auf einer Reihe von öffentlichen Plätzen im Landkreis Rosenheim tritt ab sofort (29. Januar, Mitternacht) ein Alkoholverbot in Kraft. Das Landratsamt Rosenheim hat dazu eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Betroffen sind: in der Stadt Wasserburg die Innbrücke („Rote Brücke“), Bruckgasse, Marienplatz, Rathausgasse, Salzsenderzeile, Herrengasse, Frauengasse, Färbergasse, Schustergasse, Hofstatt und Ledererzeile. In der Stadt Kolbermoor gilt das Alkoholverbot auf dem Vorplatz der Pauline-Thoma-Schule und in der Stadt Bad Aibling auf dem Maximiliansplatz.

Zur Begründung heißt es: „Der Konsum von Alkohol erhöht das Risiko, entweder aus Übermut oder Unachtsamkeit infektionsschutzrechtliche Regeln, wie das Abstandsgebot, zu missachten“. Laut Behörde erhöht sich dadurch die Gefahr, dass Infektionsketten in diesen Fällen wohl nur mit besonders großem Ermittlungsaufwand nachvollzogen werden können. Zudem findet sich in der Begründung ein Hinweis auf neue Virusvarianten des Coronavirus SARS-CoV-2, die mit hoher Wahrscheinlichkeit in erheblichen Maße infektiöser sind. „Daher kann unter freiem Himmel keine pauschale Entwarnung vor einer Infektion gegeben werden.“

Stadt verzichtet auf Neufassung des gerichtlich gekippten Alkoholverbots

Die Stadt Rosenheim, deren Alkoholverbot aufgrund der jüngsten Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ausgehebelt worden war, will indes vorerst auf eine Neuauflage verzichten. „In Absprache mit der Polizei und dem Ordnungsamt sind wir übereingekommen, dass aktuell kein Handlungsbedarf besteht“, erklärt Sprecher Christian Schwalm auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen. Sollten Probleme auftreten, will sich die Stadt ein erneutes Alkoholverbot vorbehalten.

Verlängert hat die Stadt indes ihre Allgemeinverfügung (bis 14. Februar), unter anderem bleiben die Maskenpflicht in der Innenstadt bestehen und die Besuchsbeschränkungen in den Alten- und Pflegeheimen sowie in den Kliniken. Aufgehoben ist indes das Verzehr- und Konsumverbot im Innenstadtbereich – wobei bei bestehender Maskenpflicht der Verzehr dennoch untersagt ist, ebenso das Rauchen.

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