Gemeindezahlen im Überblick (Stand 5. März)

Corona-Wochenbericht für Stadt und Landkreis Rosenheim

Ein Schild mit der Aufschrift „Hier gilt Maskenpflicht - Bitte tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz“
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Symbolbild

Der vorliegende Lagebericht soll die aktuelle Situation in Stadt und Landkreis Rosenheim zu Erkrankungen mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) widerspiegeln. Die Daten beruhen auf den Meldedaten nach dem Infektionsschutzgesetz bis zum 4. März 24 Uhr. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen. 

Das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim weist darauf hin, dass der seit Ende Dezember bestehende klare Trend für eine Abschwächung des Infektionsgeschehens in der Region aktuell gestoppt ist und die 7-Tage-Inzidenz (Zahl der Fälle bezogen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen) seit Mitte Februar wieder ansteigt. In der Stadt Rosenheim wurde der niedrigste Wert der 7-Tage Inzidenz am 18. Februar mit 36,2 erreicht und liegt aktuell bei 91,3. Im Landkreis Rosenheim stieg dieser Wert von 42,5 am 13. Februar auf 85,3 am 4. März.

Seit dem letzten Wochenbericht wurden dem Gesundheitsamt Rosenheim täglich zwischen vier und 53 neue Fälle gemeldet, dies liegt im Bereich des letzten Wochenberichts. 

Besorgniserregende Varianten

Zunehmend gewinnen die besorgniserregenden Varianten des Coronavirus auch in der Region an Bedeutung: Nachdem nunmehr viele Labors das Testverfahren einer variantenspezifischen PCR-Untersuchung (vPCR) etabliert haben, werden dem Gesundheitsamt zunehmend bestätigte Fälle der britischen Variante (B1.1.7.) gemeldet. Wie bereits mitgeteilt, reicht für die Bestätigung einer britischen Variante aufgrund einer aktuellen Regelung des Bayerischen Gesundheitsministeriums ein Nachweis mittels einer positiven vPCR aus. Für den Nachweis der südafrikanischen (B1.351) sowie der brasilianischen Varianten (B.1.1.28 P.1) ist weiterhin ein aufwändiges Laborverfahren, die sogenannte Gesamtgenomsequenzierung, notwendig. Bislang wurden dem Gesundheitsamt 330 Fälle einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. Seit dem letzten Wochenbericht wurden 143 Fälle der britischen Variante von zuvor 281 positiv in der PCR getesteten Personen gemeldet. Bislang ist in der Rosenheimer Region weiterhin lediglich ein bestätigter Fall der Südafrika-Variante aufgetreten, über den bereits berichtet wurde. Die brasilianische Mutation wurde nicht nachgewiesen. 

Für Verdachtsfälle sowie bestätigte Fälle einer besorgniserregenden Variante gelten strengere Infektionsschutzmaßnahmen: Neben einer 14-tägigen häuslichen Quarantäne, die nicht verkürzt werden kann, ist für die Beendigung der Quarantäne zusätzlich ein negatives Testergebnis erforderlich. Diese Maßnahmen gelten auch für die engen Kontaktpersonen der Kategorie I.

Auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts sind die Gebiete mit einem erhöhten Auftreten der Virusvarianten ausgewiesen: 

Infektionsschutzmaßnahmen

Trotz steigender Fallzahlen kann das Gesundheitsamt weiterhin die positiv Gemeldeten tagesaktuell telefonisch und schriftlich über ihre Infektion informieren und die erforderlichen Infektionsschutzmaßnahmen anordnen. Auch die engen Kontaktpersonen können zeitnah kontaktiert und ebenfalls eine häusliche Quarantäne angeordnet werden.

„Leider ist in der Stadt und im Landkreis Rosenheim der robuste Abwärtstrend des Infektionsgeschehens gestoppt. Wir sehen seit zwei Wochen einen Wiederanstieg der Fallzahlen und der 7-Tage-Inzidenz. Stadt und Landkreis stehen kurz davor, die Marke von 100 in der 7-Tage-Inzidenz zu überschreiten. Wir beobachten im Gesundheitsamt eine klare Trendumkehr in der Region. Aus meiner Sicht stehen wir am Beginn einer 3. Welle.

Große Sorge bereitet uns die Verbreitung der besorgniserregenden Varianten. Bei über der Hälfte der gemeldeten Fälle wird im Labor mittlerweile die britische Variante festgestellt. Die besorgniserregenden Varianten können den Verlauf der Pandemie verschlimmern, zu einer schnelleren Verbreitung der Infektionen, zu schwereren Verläufen, zu erhöhter Sterblichkeit und zu einer Überlastung der Intensivstationen führen.

Unklar ist momentan die Datenlage, ob von einzelnen Varianten auch eine schlechtere Schutzwirkung der Impfung resultieren kann. Bei allem Verständnis für die finanziellen, pädagogischen und psychosozialen Auswirkungen des Lockdowns, sehe ich die Beschlüsse der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs - trotz der nur vorsichtigen Lockerungsschritte - für den Infektionsschutz in der Region als kontraproduktiv. 

Je mehr die Beschränkungen des Lockdowns zurückgenommen werden, desto größer ist die Verantwortung des Einzelnen, die bekannten Regeln – Kontaktreduktion, mind. 1,5 Meter Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Masken tragen und lüften – konsequent einzuhalten, um die Ausbreitung der Virusvarianten zu verlangsamen. Auf Reisen sollte derzeit unbedingt verzichtet werden“, bewertet Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Staatlichen Gesundheitsamtes Rosenheim die Lage.

Infektionsquellen

Infektionsübertragungen ereignen sich weiterhin überwiegend im privaten Umfeld

Derzeit stammen 68 Fälle aus einem großen Ausbruchsgeschehen mit der britischen Variante in einem Betrieb im Landkreisgebiet. In dem Unternehmen wurden in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt etliche Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören die temporäre Schließung eines Teils des Betriebs, das Tragen von FFP2-Masken, organisatorische Maßnahmen bei der Gestaltung des Arbeits- und Pausenbetriebs, wiederholte Reihentestungen der gesamten Belegschaft und häusliche Quarantäne positiv Getesteter sowie enger Kontaktpersonen am Arbeitsplatz. Bei den Testungen neu festgestellte positive Befunde werden sofort an das Gesundheitsamt gemeldet. Zudem stehen Geschäftsführung und Gesundheitsamt in engem regelmäßigem Austausch. 

Vereinzelt kommt es zu Infektionserkrankungen in Einrichtungen wie Kliniken, Pflege- und Behindertenheimen. Als Lichtblick sieht das Gesundheitsamt, dass kaum mehr Infektionen bei Bewohnern von Heimen auftreten. „Dies ist ein großer Erfolg der Impfungen in den Einrichtungen“, so Hierl. Es ereignen sich auch wieder einzelne Fälle in Schulen und Kitas.

Impfungen

Insgesamt sind ca. 28.200 Impfungen seit Impfstart vor allem in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern sowie dem gemeinsamen Impfzentrum von Stadt und Landkreis Rosenheim auf der Loretowiese erfolgt. 18.936 davon waren Erstimpfungen, 9.266 Zweitimpfungen. Insgesamt 7.774 dieser Impfungen wurden in stationären Einrichtungen sowie betreuten Wohnformen in Stadt und Landkreis Rosenheim verabreicht.

Derzeit wird intensiv an einer weiteren Erhöhung der Impfkapazitäten gearbeitet. Im ersten Schritt wurden bereits seit dem 1. März die Öffnungszeiten des Impfzentrums erweitert, welches nun täglich (Montag bis Sonntag) von 8 bis 17 Uhr in Betrieb ist. Es ist geplant, in der laufenden KW 8 insgesamt 6.051 Impfdosen über das Impfzentrum und mobile Impfteams auszugeben.

Bisher haben sich rund 62.898 Personen in Stadt und Landkreis Rosenheim online über das Portal für eine Impfung registriert (Stand: 4. März). Das sind etwa 19 Prozent der Menschen in der Region. Vor diesem Hintergrund appellieren Landrat Otto Lederer und Rosenheims Oberbürgermeister Andreas März an die Bürgerinnen und Bürger, sich online zu registrieren. „Nur, wer sich registriert, kann auch einen Impftermin erhalten“, sagt Lederer.

Durch die Zulassung des Impfstoffes von AstraZeneca haben auch jüngere Menschen und Personen, die nicht zur Gruppe 1, höchste Priorisierung gehören, bereits jetzt die Chance, eine Impfung gegen das Coronavirus zu erhalten. „Viele Menschen denken, dass sie aufgrund ihres Alters erst in ein paar Monaten dran sind und registrieren sich darum noch nicht. Das ist ein Irrtum“, sagt März.

Es ist bereits jetzt für alle Impfwilligen möglich, sich online für eine Impfung zu registrieren. Die Einladung zum Impftermin erfolgt automatisch über die Software aufgrund der bei der Registrierung eingetragenen Parameter und des jeweils vorhandenen Impfstoffes. Nur wer sich registriert, kann auch ein Impfangebot erhalten, auch wenn die Impfung erst zu einem späteren Zeitpunkt möglich ist. 

Die bayerische Software BayIMCO errechnet automatisch nach bestimmten Algorithmen die Priorisierung anhand der erfolgten Angaben des Bürgers. Das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt können hierauf keinen Einfluss nehmen. Bitte sehen Sie daher von Anfragen zur Höherpriorisierung oder vorgezogenen Impfungen an das Impfzentrum oder das Gesundheitsamt ab.

Seit dem 1. März können Personen mit seltenen Erkrankungen, die in der jetzigen Impfverordnung wegen ihres relativ seltenen Vorkommens und damit verbundener ungesicherter Evidenz noch nicht Berücksichtigung gefunden haben, Anträge bei der neu eingerichteten Bayerischen Impfkommission einreichen, welche anschließend prüfen wird, ob der Antragsteller mit hoher oder erhöhter Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen COVID-19 hat. Eine Einordnung in die höchste Priorisierungsgruppe ist jedoch nicht möglich.

Die Impfberechtigung muss am Impftag belegt werden (z. B. mittels eines gültigen Ausweisdokuments oder einer Arbeitgeberbescheinigung). Ein Muster für eine Arbeitgeberbescheinigung kann auf der Homepage des Landkreises Rosenheim heruntergeladen werden.

Um Warteschlagen vor dem Impfzentrum zu vermeiden, werden die Bürgerinnen und Bürger mit Termin gebeten, pünktlich zu erscheinen.

„Sehr bedenklich sehe ich die teilweise in der Öffentlichkeit geäußerten Vorbehalte gegen eine Impfung mit der Vakzine der Firma AstraZeneca. Der Impfstoff ist im Zulassungsverfahren – wie auch die bisher zugelassenen mRNA-Impfstoffe – als sicher und wirkungsvoll getestet worden. Aufgetretene Reaktionen nach der Impfung entsprechen nach Aussagen des Paul Ehrlich-Instituts den erwartbaren Reaktionen nach einer Impfung, wie zum Beispiel Kopf- und Gliederschmerzen, Schwindel und Fieber.

Ich sehe es als großes Privileg, gegen das Pandemievirus geimpft werden zu können und verstehe Vorbehalte gegen einzelne Impfstoffe nicht“, beurteilt Hierl. „Ich appelliere daher an alle Bürgerinnen und Bürger, denen ein Impfangebot gemacht wird, dieses auch anzunehmen. Die Impfung dient Ihrem Schutz aber auch dem Ihrer Nächsten und der Allgemeinheit. Es kursieren einige Gerüchte über Impfschäden durch die Corona-Impfstoffe. Schenken Sie dem keinen Glauben, die Vorteile der Impfung überwiegen nach der Studienlage bei weitem mögliche Nebenwirkungen“, so Hierl.

Fallzahlenentwicklung

Seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 25. Februar 24 Uhr wurden dem Gesundheitsamt 281 neue Fälle (am 25. Februar: 264) für Stadt und Landkreis Rosenheim gemeldet. Bisher sind insgesamt 13.747 Fälle von COVID-19 in Stadt und Landkreis Rosenheim aufgetreten (Landkreis: 10.826, Stadt: 2.921). Mittlerweile wurde bei mindestens 12.487 Personen eine Genesung dokumentiert. 475 Personen (am 25. Februar: 474) sind bis zu diesem Zeitpunkt an der Erkrankung gestorben (Landkreis: 422, Stadt: 53). Von den Verstorbenen waren 15 (am 25. Februar: 14) Personen unter 60 Jahren. 326 (am 25. Februar: 326) Verstorbene waren über oder gleich 80 Jahre alt. Dem Gesundheitsamt wurde eine Person gemeldet, die seit dem letzten Wochenbericht verstorben ist. Die Person war unter 60 Jahre, sie war nicht in einem Heim untergebracht.

Bislang wurden dem Gesundheitsamt 330 Fälle (Landkreis 285, Stadt 45) (am 25. Februar: 187) einer bestätigten besorgniserregenden Variante gemeldet. In einem Fall handelt es sich um die südafrikanische Variante (B1.351), über den bereits berichtet wurde, in allen anderen Fällen um die britische (B.1.1.7). Hiervon wurden dem Gesundheitsamt seit dem letzten Wochenbericht mit Stand 25. Februar 24 Uhr 143 Fälle gemeldet. Alle Fälle der bestätigten besorgniserregenden Varianten sind bei der Gesamtfallzahl von COVID-19-Fällen enthalten, der Anteil der besorgniserregenden Varianten an der Gesamtfallzahl beträgt 50,9 Prozent.

103 (am 25. Februar: 97) COVID-19-Patienten werden aktuell in Stadt und Landkreis Rosenheim stationär behandelt. Hiervon befinden sich 18 Patienten (am 25. Februar: 12) auf einer Intensivstation

Die 7-Tage-Inzidenz (Fälle pro 100.000 Einwohner während der letzten 7 Tage) liegt mit Stand 5. März (0 Uhr) für die Stadt Rosenheim bei 91,27 (am 25. Februar: 66,09), für den Landkreis Rosenheim bei 85,33 (am 25. Februar: 84,95).

7-Tages-Inzidenz
Gemeldete Fälle pro Tag
Altersstruktur der Fälle seit dem 1. Januar
Altersstruktur der Todesfälle

Verteilung der Gesamtzahl der Fälle und der Genesenen auf die Gemeinde

Bei der berichteten Verteilung der Fälle auf die Gemeinden, kann es durch festgestellte Ausbrüche z.B. in Pflegeeinrichtung zu einer deutlich höheren Fallzahl kommen als in umliegenden Gemeinden. Im Rahmen von Reihenuntersuchungen werden hier Fälle entdeckt, die in anderen Gebieten nicht entdeckt wurden, so dass die Fallzahlen kein Abbild der Erkrankungen in der Bevölkerung darstellen.

Hierbei werden auch Personen positiv getestet, die einen Verlauf ohne Symptome zeigen. Zusätzlich kann das Testverhalten zu regionalen Unterschieden führen. Deshalb kann man im Moment keine Rückschlüsse auf eine höhere oder niedrigere Gefahr in den unterschiedlichen Gemeinden ziehen. Aufgrund von Aktualisierungen kann es zu Veränderungen kommen. 

GemeindeFälleDifferenz der Fälle zur VorwocheAktive Fälle
Albaching81+00
Amerang120+38
Aschau226+49
Babensham114+02
Bad Aibling896+40105
Bad Endorf337+27
Bad Feilnbach440+518
Bernau am Chiemsee269+013
Brannenburg283+1532
Breitbrunn am Chiemsee64+37
Bruckmühl596+2171
Chiemsee2+00
Edling207+28
Eggstätt149+22
Eiselfing117+02
Feldkirchen-Westerham370+314
Flintsbach am Inn150+1013
Frasdorf84+04
Griesstätt110+18
Großkarolinenfeld258+822
Gstadt am Chiemsee77+14
Halfing116+04
Höslwang66+02
Kiefersfelden403+316
Kolbermoor802+2259
Neubeuern107+18
Nußdorf am Inn144+26
Oberaudorf257+28
Pfaffing155+27
Prien am Chiemsee356+612
Prutting104+33
Ramerberg42+01
Raubling434+1121
Riedering280+1236
Rimsting86+12
Rohrdorf am Inn254+212
Rosenheim2921+57124
Rott am inn133+39
Samerberg144+05
Schechen269+26
Schonstett41+33
Söchtenau142+24
Soyen159+03
Stephanskirchen336+813
Tuntenhausen261+726
Vogtareuth87+35
Wasserburg am Inn630+425

Weitere Berichte zur Situation in Bayern und Deutschland finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit und des Robert Koch-Instituts.

Pressemeldung LRA Rosenheim

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