Unterirdisches Naturjuwel aus Dornröschenschlaf erweckt

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Brannenburg/Tiroler Inntal - Deutschlands höchste Schauhöhle soll attraktiver werden: Die Wendelsteinhöhle wird jetzt für rund 150.000 Euro saniert.

Der 1838 Meter hohe Wendelstein bei Brannenburg mit seiner Zahnradbahn ist wohl den Meisten ein Begriff – dass es im Bauch des Berges eine sehenswerte Höhle gibt, wissen weitaus Weniger. Auch die Orte Oberaudorf und Ebbs kennt jeder, der schon einmal auf der Inntal-Autobahn unterwegs war. Doch ist auch bekannt, dass es in deren Gemeindegebieten historisch bedeutsame Höhlen gibt? Eine weitere unterirdische Attraktion auf rund 1.500 Metern ist die Hundalm- Eis- und Tropfsteinhöhle bei Wörgl. „Schade nur, dass sich nur Wenige auf den Weg zu diesen spannenden Naturjuwelen machen“, fand Peter Hofmann, Höhlenforscher und Buchautor aus Oberaudorf, und initiierte bereits 2005 eine fachkundige Wiederbelebung der vier sowohl natur- als auch heimatkundlich interessanten Höhlen im Inntal. Um die vier alpinen Ausflugsziele einer breiteren Öffentlichkeit nahe zu bringen und den Besuchern vor Ort fundierte Informationen anbieten zu können, sind jedoch nicht nur finanzielle Anstrengungen notwendig, sondern auch tatkräftige Unterstützung durch Touristiker, Sachkundige und betroffene Behörden. Der Durchbruch gelingt 2008, als dem Vorhaben EU-Fördermittel aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) bewilligt werden.

Bei dem bayerisch-tirolerischen Interreg-Zusammenschluss mit dem Namen „Inntaler Unterwelten“ beteiligt sind neben der Wendelsteinbahn mit Wendelsteinhöhle die Gemeinde Oberaudorf mit dem so genannten Grafenloch, die Gemeinde Ebbs mit der Tischoferhöhle im Kaisertal und der Tiroler Verein für Höhlenkunde mit der Hundalm-Eis- und Tropfsteinhöhle in Wörgl. Von der Münchner Agentur idee & concept wurde für das Gesamtprojekt „Inntaler Unterwelten“ zwischenzeitlich ein professionell ausgearbeitetes Kommunikationskonzept entwickelt.

Ein Projekt-Mosaikstein im Inntaler Unterwelten-Höhlenquartett, der bis Juli 2010 umgesetzt sein wird, ist die Wendelsteinhöhle:

Drei Kilometer Kabel: Die Wendelsteinhöhle wird neu in Szene gesetzt

Vier interaktive Stationen, die Wissenswertes rund um das Naturerlebnis- und Forschungsthema "Höhle" vermitteln, begleiten den Besucher ab Ende Juli 2010 auf unterhaltsame Weise durch die Wendelsteinhöhle. Auch eine energie-effizientere LED-Beleuchtung wird bis zur Neu-Eröffnung im Bauch des Wendelsteins installiert. Bei der Planung und Anbringung der Leuchtelemente wurde zum einen der Sicherheitsaspekt für die Höhlen-Interessierten berücksichtigt, zum anderen sollte die beeindruckende Höhlenatmosphäre nicht nur optisch in ihrer Natürlichkeit erhalten werden: „Die integrierte LED-Technik unterscheidet sich von der bisherigen, veralteten Beleuchtung deutlich durch einen geringeren Stromverbrauch und niedrigere Wärmeabstrahlung und wirkt sich somit positiv auf die Höhlenbiologie aus, da sie beispielsweise die Bildung von Lampenflora verhindert“, erklärt Hans Vogt, der als stellvertretender Betriebsleiter der Wendelsteinbahn das Bauprojekt leitet. Rund drei Kilometer Kabel wurden für die neue Effekt- und Weg-Beleuchtung am Berg verlegt; die damit verbundenen Sanierungsarbeiten belaufen sich auf etwa 150.000 Euro.

Weiterführende Informationen zur Wendelsteinhöhle und zum EU-geförderten Inntaler Unterwelten-Höhlenquartett unter www.wendelsteinbahn.de bzw. www.tropfstein.de.

Presseinformation Wendelsteinbahn GmbH

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