Eine grau-grüne Schulmaus wird bunt

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Sie waren die ersten Kreativen, die die graue beziehungsweise grüne Maus Otfried-Preußler-Schule optisch aufgepeppt haben - mit großer Begeisterung, wie die strahlenden Gesichter der Hauptschüler zeigen.

Stephanskirchen - Für fast drei Millionen Euro ist die Otfried-Preußler-Schule Stephanskirchen energetisch saniert worden - Gelder, die sich hinter den gedämmten Fassaden „verstecken“.

Jetzt soll eine farbliche Verschönerung im Rahmen eines ungewöhnlichen Kreativkonzeptes garantieren, dass die Modernisierung der Grund- und Hauptschule auch sichtbar wird.

Ein Kirchenmaler in der Hauptschule: Diese ungewöhnliche Konstellation ist nichts Neues für die Otfried-Preußler-Schule. Denn Thomas Pertl, der vor allem Gotteshäuser farblich gestaltet, aber auch anderen öffentlichen Gebäuden optischen Glanz verleiht, hat mit Jugendlichen im vergangenen Jahr bereits eine Musterfläche bemalt. Die Hauptschüler opferten dafür freiwillig ihre Herbstferienwoche - nach Ansicht des Stephanskirchener Gemeinderates der beste Beweis dafür, dass Pertl die Jugend für sein kreatives Tun begeistern kann.

Nun möchte die Otfried-Preußler-Schule die farbliche Verwandlung von der grauen Maus in eine bunte Schönheit fortsetzen. Denn noch immer geben in der Bildungseinrichtung trotz hochmoderner Dämmung und Energietechnik die Farben der 70er-Jahre den Ton an. Am Olivgrün hat sich die Schulfamilie satt gesehen, bedauern Rektor Walter Abel und sein Stellvertreter Hans-Peter Hofmeister. Gemeinsam mit Pertl entwickelten sie ein modernes Farbkonzept, das zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Es wertet die Schule optisch mit leuchtenden Farben auf und bezieht die Schüler in die dafür notwendigen Arbeiten aktiv mit ein. Auf diese Weise sollen sie sich neu mit ihrer Schule identifizieren und ein Wir-Gefühl samt Stolz auf das Geleistete entwickeln.

"Wenn die Schüler selber werkeln, bleibt was hängen", ist auch Bürgermeister Rainer Auer, früher selber Hauptschullehrer, überzeugt. "Die Motivation aller Beteiligten ist in der Regel um ein Vielfaches höher als dies bei einem von Außen aufgesetzten Konzept der Fall wäre."

Die erste Malaktion, sozusagen die Probe auf`s Exempel, war noch über das Programm der vertieften Berufsorientierung mit Unterstützung der Regierung von Oberbayern und der Arbeitsagentur getragen worden. Die Kosten in Höhe von 10 000 Euro hatte zum Großteil der Freistaat getragen. Für die nun anstehenden Arbeiten werden 90 000 Euro veranschlagt. Als Zeitrahmen sind drei Jahre festgesetzt worden, teilte die Verwaltung mit. Ob weiterhin eine öffentliche Förderung möglich ist oder die Kosten allein von der Gemeinde zu tragen sind, steht noch in den Sternen. Der Gemeinderat sprach sich dafür aus, das Projekt auf jeden Fall umzusetzen - trotz der relativ hohen Kosten. Von "gut investiertem Geld" sprach Jürgen Richter von der CSU angesichts des stimmigen Realisierungskonzeptes. "Schön, Schule einmal anders zu erleben", freute sich Ulrike Demberger von der SPD. Karl Mair von der CSU regte an, später auch die Klassenräume farblich aufzupeppen.

Vorerst sind jedoch die Aufenthaltsbereiche dran. Geplant ist die Gestaltung von Farbfeldern, die wichtige Schulbereiche betonen - etwa die Eingänge zu bedeutenden Räumen wie dem Physiksaal. Einfach drauflos malern: Das kommt nach Informationen von Experte Pertl nicht in Frage. Die Jugendlichen würden umfangreich in die unterschiedlichen Arbeitstechniken rund um die Farbgestaltung eingeführt und lernen, im Team zu arbeiten. "Das Projekt ist keine Spielwiese", unterstrich er den professionellen Anspruch und den Bildungsauftrag.

duc/Oberbayerisches Volksblatt

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