Ende des juristischen Streits möglich

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Die Ortsdurchfahrt von Vogtareuth ist stark verkehrsbelastet. In Gesprächen wird derzeit nach einem Kompromiss gesucht, der den juristischen Streit um die Umgehungsstraße beenden könnte.

Vogtareuth - Seit fast drei Jahren wartet der Ortskern von Vogtareuth auf die Realisierung der Umgehungsstraße. Der Eindruck, die Situation habe sich festgefahren, täuscht.

Hinter den Kulissen wird derzeit an technischen Änderungen und damit einem Kompromiss gearbeitet, der die Chancen auf den Bau erhöht.

"Wir stehen in Verhandlungen mit den Klägern zu einer außergerichtlichen Streitbeilegung", gibt der zuständige Projektleiter beim Staatlichen Straßenbauamt Rosenheim, Bernhard Bauer, auf Anfrage unserer Zeitung den aktuellen Sachstand bekannt. "Derzeit ist noch alles in der Schwebe, doch wir erwarten, dass sich in den nächsten Wochen ein Verhandlungsergebnis herauskristallisieren wird", ergänzt Andreas Christ aus dem Vorstand der klagenden Anliegergruppe, die sich im Verein "Zukunftsorientierte Entwicklung der Gemeinde Vogtareuth" (ZEV) zusammengeschlossen hat. Zu den Tendenzen der Gespräche und zu ihren Erfolgsaussichten wollen sich weder Bauer noch Christ angesichts der laufenden Verhandlungen äußern, die sich derzeit in einer heißen Phase befinden.

Fest steht jedoch, dass die Planung für die Umfahrung technisch geändert wird. Im Mittelpunkt stünden laut Bauer eine "deutliche Verbesserung des Lärmschutzes" für die Siedlung Reuther Feld und den Bereich südlich des Sportplatzes, eine Absenkung der Trasse am Kreuzungspunkt mit der Eglhamer Straße und ein Kreisverkehrsplatz am Bauende im Bereich des Gewerbegebietes.

Die Ergebnisse dieser Planungen sollen in einen Planfeststellungs-Änderungsbeschluss einfließen. Nachbesserungen hatte der Verwaltungsgerichtshof gefordert, nachdem der ursprüngliche Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern, gegen den mehrere Klagen (ZEV und zwei Einzelklagen) eingereicht wurden, vom Verwaltungsgericht München gekippt worden war (wir berichteten). Der ZEV kritisierte die ursprünglich geplante Trassenführung, die auf seit den 60er-Jahren in Staatsbesitz befindlichen Grundstücken direkt am Wohngebiet Reuther Feld und dem Sportplatz vorbeiführt und hohe Brückenbauwerke beinhaltet.

Die Gemeinde Vogtareuth, beim Bau der Umgehung für die Staatsstraße eher Zaungast, hat ihre Hausaufgaben für eine technische Verbesserung der Trasse erledigt. Der Gemeinderat stimmte einer Absenkung der geplanten Fahrbahn am Kreuzungspunkt mit der Eglhamer Straße (Gemeindestraße) auf eine maximale Höhe der notwendigen Brücke von drei Metern zu. Durch diese Tieferlegung, die noch das Passieren des Schneepfluges ermöglicht, soll ein besserer Lärmschutz erreicht werden. In den nächsten Wochen soll sich definitiv zeigen, ob die angestrebten Änderungen ausreichen, um die juristischen Auseinandersetzungen zu beenden.

duc

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