Erstmals eine "Zwei" vor dem Komma

Rosenheim - Seit langem ist die Arbeitslosigkeit in der Region unter drei Prozent gefallen. Aktuell sind bei der Hauptagentur Rosenheim 7.440 Arbeitslose gemeldet. Die Bilanz:

„Die Konjunktur läuft im Agenturbezirk Rosenheim wirklich rund und dies schlägt sich seit geraumer Zeit positiv auf dem Arbeitsmarkt nieder. In diesem Monat haben wir bei der Arbeitslosenquote sogar in allen Geschäftsstellen eine „Zwei“ vor dem Komma (Hauptagentur Rosenheim 2,9 Prozent, Geschäftsstelle Holzkirchen 2,8 Prozent, Geschäftsstelle Bad Tölz 2,6 Prozent und im Bereich der Geschäftsstelle Wolfratshausen 2,2 Prozent). Bereits bei einer Quote von drei Prozent spricht man von Vollbeschäftigung“, so Harald Neubauer, Leiter der Rosenheimer Arbeitsagentur zu den aktuellen Daten. Neubauer weiter: „Der Juni ist für uns insofern ein wichtiger Monat, da er keinerlei saisonalen Schwankungen unterliegt und damit sehr gut die Lage auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt. In unseren Zeitreihen müssen wir weit in die siebziger Jahre zurück gehen, um auf eine ähnlich niedrige Quote zu stoßen. Eine Arbeitslosenquote von 2,7 Prozent hat aber zwei Seiten, die man sehen muss, einerseits haben oder bekommen mehr Menschen eine Chance auf Arbeit, andererseits spüren Betriebe immer deutlicher den Fachkräftemangel und haben Probleme, ihre offenen Stellen zu besetzen.“

Rosenheims Agenturleiter weiter: „Der Begriff „Vollbeschäftigung“ heißt natürlich nicht, dass keine Bürgerinnen und Bürger mehr arbeitslos gemeldet sind. Zum Stichtag (15.06.2011) gab es aktuell 7.440 Arbeitslose, 550 weniger als im Vormonat und 1.840 oder fast 20 Prozent weniger als im letzten Jahr.“

Die Zahl der Arbeitslosen wird in zwei „Rechtskreisen“ ausgewiesen, je nachdem, wer für die Betreuung zuständig ist. Von der Agentur für Arbeit in Rosenheim und deren Geschäftsstellen wurden im Juni nach dem Rechtskreis SGB III insgesamt 3530 Personen betreut (= Arbeitslose, die Anspruch auf das Arbeitslosengeld I aus ihrer letzten Beschäftigung haben, oder die keinerlei finanzielle Leistungen bekommen). Im Vergleich zum Mai sind das 440 Arbeitslose weniger. Auch bei den Langzeitarbeitslosen, die von den zuständigen Jobcentern im Rechtskreis SGB II betreut werden, ist die Entwicklung zum Vormonat positiv. Mit aktuell 3910 Personen sind es über 100 erwerbsfähige Leistungsberechtigte weniger als noch im Mai.

Neubauer führt weiter aus: „Die 7440 ausgewiesenen Arbeitslosen sind jedoch keine starre Größe, sondern eine reine Stichtagsbetrachtung zur Monatsmitte. Die Bewegungen, die sich innerhalb des Berichtszeitraumes (13.05. – 15.06.2011) abspielen, verdeutlichen die Dynamik am Arbeitsmarkt. So haben sich 2310 Männer und Frauen neu oder erneut arbeitslos gemeldet, davon „nur“ 1020 nach einer Erwerbstätigkeit, die anderen waren zuvor in Aus- oder Weiterbildungen oder längere Zeit erkrankt. Im Gegenzug haben sich 2860 abgemeldet, davon 1250 in Arbeit, die restlichen weil sie zum Beispiel einen Lehrgang besuchen oder eine berufliche Qualifizierung machen. Außerdem betreuen wir Erwerbstätige, denen bereits gekündigt wurde, deren Arbeitsverhältnis aber noch läuft. Hier versuchen wir ganz intensiv die Vermittlung von „Job to Job“. Gemeint ist damit, dass Arbeitsuchende so schnell wie möglich eine neue Arbeit aufnehmen, damit Arbeitslosigkeit erst gar nicht eintritt. Ich kann nur allen Betroffenen raten: Nutzen Sie die Zeit der Kündigungsphase! Vereinbaren Sie einen Termin mit dem Arbeitsvermittler, denn so können frühzeitig Aktivitäten eigeleitet werden und …die Chancen auf einen neuen Job sind derzeit sehr gut!“

2760 freie Stellen waren am 15. Juni in den Computern der Agentur für Arbeit gespeichert, die meisten sind unbefristet und für sofort zu besetzen. Neu akquirieren und entgegennehmen konnten die Vermittlungsfachkräfte des Arbeitgeberservice im Berichtszeitraum 1120 sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen. Viele Stellen bietet die Zeitarbeitsbranche an, die seit Monaten regelrecht boomt. Neubauer dazu: „Wir arbeiten hier in der Region schon seit vielen Jahren sozialversicherungspflichtige Arbeitsstellen waren am sehr gut und vertrauensvoll mit den Personaldienstleistern, das heißt den Zeitarbeitsfirmen, zusammen. Gerade bei Helfertätigkeiten sind sie oft die Partner, die längerfristig Arbeitslosen mit dem Instrument Zeitarbeit die Türe zum Unternehmen öffnen.“

Allgemein gut sind die Aussichten auf eine Stelle für folgende Berufsbereiche und Berufsgruppen (nach der neuen Klassifikation der Berufe 2010, in Klammern jeweils die Anzahl): Metallerzeugung/-bearbeitung (214), Maschinen- und Fahrzeugtechnik (188), Mechatronik, sowie Energie- und Elektroberufe (174), Lebensmittelherstellung und –verarbeitung (194), Verkehr, Logistik usw. (334), Verkaufsberufe (189), Tourismus, Hotel- und Gaststättenberufe (208) und für den gesamten Bereich Gesundheit, Soziales, Lehre, Erziehung (473).

Auch auf dem Ausbildungsmarkt sieht es noch sehr gut aus. Es gibt für den Ausbildungsbeginn im Herbst noch eine Vielzahl interessanter Ausbildungsmöglichkeiten.

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen mit 1447 Betroffenen gegenüber dem Vormonat um 101 Personen zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote ist auf 4,5 Prozent gesunken. Von den betroffenen Personen werden derzeit 508 (minus 85) im SGB III – Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut. Die Zahl der durch das Jobcenter Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II – Bereich ist mit 939 gegenüber dem Vormonat um 16 gesunken.

Der Landkreis Rosenheim weist eine Arbeitslosenquote von 2,5 Prozent auf. Hier sind mit 3152 erwerbslosen Personen 219 weniger gemeldet als im Mai. Von den Beschäftigungslosen werden 1561 Personen durch die Hauptagentur in Rosenheim (SGB III) betreut, 198 weniger als im Mai. Das Jobcenter Landkreis Rosenheim (SGB II) ist für 1591 Frauen und Männer zuständig, 21 weniger als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1491 gemeldeten Arbeitslosen eine Abnahme (minus 112) bei der Arbeitslosigkeit. Die Quote hat sich hier auf 2,4 Prozent verringert. Die Arbeitsagenturen Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 757 Erwerbslose, 64 weniger als im Vormonat. Das Jobcenter Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 734 SGB II – Kunden (minus 48 gegenüber dem Vormonat).

Im Landkreis Miesbach beträgt die Arbeitslosenquote 2,8 Prozent (minus 0,2 Prozentpunkte zum Vormonat). Hier sind derzeit 1351 Personen erwerbslos gemeldet, 120 weniger als im Vormonat. 701 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 93 weniger als im April. Die optierende Kommune verzeichnet bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat ein Minus von 27 Betroffenen, aktuell sind 650 SGB II – Kunden als arbeitslos gemeldet.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Rosenheim

Rubriklistenbild: © dpa

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