Euregio Inntal mit zukunftsweisenden Ideen

Wörgl - In ihrer Generalversammlung in Wörgl präsentierte die Euregio Inntal–Chiemsee–Kaisergebirge-Mangfalltal vielfältige Aktivitäten in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Die Euregio arbeitet seit mittlerweile über zehn Jahren für den europäischen Einigungsprozess auf regionaler Ebene und unterstützt so den Gedanken eines zusammenwachsenden Europas.

Sie hat in dieser Zeit eine Schlüsselfunktion eingenommen, was die Beratung, Promotion und Durchführung von Initiativen im Rahmen des EU-Förderprogramms INTERREG Bayern-Österreich 2007-2013 betrifft. Dieses Programm ist speziell auch für die Region zwischen Traunstein, Rosenheim, Kitzbühel und Kufstein konzipiert und ermöglicht Kooperationen zwischen Partnern im Grenzgebiet.

Eine eigene Geschäftsstelle mit Sitz an der Fachhochschule Kufstein agiert als Organisator und Beratungsorgan für die vielfältigen Tätigkeiten. Im Mittelpunkt stehen dabei

  • die Grenzraumentwicklung – z.B. durch spezifische Veranstaltungen, Ideenfindung oder Anstoß für passende Initiativen
  • die Projektunterstützung und –beratung für INTERREG-Großprojekte
  • sowie die eigenständige, koordinierte Vergabe von EU-Mitteln im Rahmen des Euregio- Kleinprojektefonds

Euregio-Präsident Franz X. Heinritzi, Bürgermeister des bayerischen Marktes Bruckmühl, präsentierte den Mitgliedern zusammen mit Geschäftsführer Walter Weiskopf im Rahmen der Generalversammlung die umfangreichen Tätigkeiten der letzten Monate.

So wurden in der Euregio Inntal Großprojekte aus den Bereichen Tourismus, Wirtschaft, Soziales und Netzwerke mit Gesamtkosten von rund 2,1 Millionen Euro genehmigt, die mit Förderungen der EU umgesetzt werden. Dazu kamen Kleinprojekte („people to people – Ebene“) mit rund 125.000 Euro Gesamtkosten.

Veranstaltungen, wie die Euregio Inntal Preisverleihung an Personen und Institutionen für ihre herausragenden grenzüberschreitenden Leistungen oder öffentliche Fachtagungen zu den Themen Ländlicher Raum und Tourismus, unterstützten den regionalen Zusammenhalt und boten eine ideale Diskussionsplattform für raumrelevante Anliegen.

Gemeinden, öffentliche Verwaltungen, Interessensvertretungen und Bildungseinrichtungen bilden das Euregio-Mitgliedernetzwerk und fungieren als wichtige Motoren für eine attraktive Gestaltung des Grenzraums. Sie können von den Projektergebnissen und den verbundenen Zuschüssen aus EU- Fördertöpfen nachhaltig profitieren.

Nach dreijähriger bayerischer Präsidentschaft standen statutengemäß eine Neuwahl des Präsidiums und ein Wechsel der Führung nach Tirol an.

Euregio-Mitbegründer Prof. Walter J. Mayr, langjähriger Vizebürgermeister der Stadt Kufstein, wurde von der Generalversammlung einstimmig als neuer Präsident gewählt. Der bisherige

Präsident und Bürgermeister Franz X. Heinritzi steht weiterhin als Vizepräsident zur Verfügung und begleitet ebenso wie alle anderen bis dato tätigen Vorstandsmitglieder auch künftig den erfolgreichen Weg der Euregio.

Als kooptierte Mitglieder neu im Vorstand dabei sind Sebastian Bauer, Vorsitzender des IHK- Gremiums Rosenheim, Franz Mayer, Polizeipräsident Oberbayern Süd a. D. und Ing. Andreas Waldner, Leiter der Bezirksstelle Kufstein der Landwirtschaftskammer Tirol.

Walter J. Mayr bedankte sich für das Vertrauen der Mitglieder und brachte es in seinem Eingangsstatement auf einen Punkt: „In Zukunft wird es immer wichtiger werden, die gemeinsamen, regionsübergreifenden Potentiale herauszuarbeiten und Ressourcen zu bündeln. Funktionierende Kooperationen wie die Euregio Inntal schaffen für die Beteiligten einen konkreten Nutzen.“

„Fachtagung E-Mobility“

Mit jährlich stattfindenden Fachtagungen behandelt die Euregio aktuelle und in der grenzüberschreitenden Region bedeutende Themen und bietet dafür einen öffentlichen Rahmen. Die mittlerweile dritte Veranstaltung dieser Art beleuchtete den aktuellen Stand und die zukünftigen Entwicklungen der E-Mobilität in der Euregio.

Regionen stehen im Bereich Verkehr in den nächsten Jahren vor zahlreichen neuen Entwicklungen und Herausforderungen. Das Verkehrsaufkommen steigt, nachhaltige und umweltfreundliche Lösungen werden benötigt. Die E-Mobilität bietet hier große Chancen. Neben einem marktgerechten Angebot an Fahrzeugen einerseits bedarf es vor allem auch eines intelligenten Netzes für Verkehrssteuerung und Energieverteilung.

Diese und weitere Ergebnisse brachte die Euregio-Fachtagung E-Mobility“, bei der fachkundige Referenten aus Bayern und Tirol die rund 40 Teilnehmer aus drei verschiedenen Blickwinkeln informierten:

Martin Wex, Vizebürgermeister der Stadtgemeinde Schwaz, sprach über die konkrete Umsetzung von E- Mobility-Projekten im Gemeindebereich, Manfred Resch von der Fa. Schletter im bayerischen Kirchdorf/ Haag beleuchtete die Verkehrsinfrastrukturen der Gegenwart und der Zukunft und Tomas Mezger von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft München berichtete von hochinteressanten Initiativen in der Forschung & Entwicklung.

Der Weg zu einer „elektrischen Massenmobilität“ ist, nicht zuletzt aufgrund der aktuell hohen Preise von E-Fahrzeugen und der dazugehörigen Infrastruktur, noch ein weiter. Die Teilnehmer waren sich aber auch einige, dass die Potentiale vielfältig sind: E-Fahrzeuge weisen einen geringeren Energieverbrauch als konventionelle Kraftfahrzeuge auf, sie produzieren weniger CO2-Emissionen, haben niedrigere Betriebs- und Wartungskosten, der Motor ist nahezu geräuschlos und nicht zuletzt bietet der neu entstehende Markt eine große Chance für die Industrie.

Um die Elektromobilität weiter voranzutreiben, ist neben einer engen Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft vor allem die Entwicklung ganzheitlicher Mobilitätskonzepte entscheidend. Nachhaltige und kundenorientierte Vernetzung, z.B. zwischen öffentlichem und individuellem Verkehr, ist ein Gebot der Stunde.

In der anschließenden intensiven Diskussion wurden konkrete Ideen für gemeinde- bzw. grenzübergreifende E-Mobility-Projekte in der Euregio thematisiert. Die Fachtagung erfüllte somit bestens ihre Aufgabe als Kontaktplattform für potentielle Kooperationspartner.

Pressemitteilung Euregio Inntal

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