Straßen-Krieg: Wer hat Recht in Vogtareuth?

Vogtareuth – Der Frieden in Vogtareuth ist dahin. Der Streit um die Umgehungsstraße wächst sich zum "Bürger-Krieg" aus. Wer hat Recht? Alle wollen reden, doch es tut sich nichts.

Für die Umgehung oder dagegen? An dieser Frage entlang läuft ein Graben durch ganz Vogtareuth. rosenheim24 hat mit den Protagonisten des Streits gesprochen – Sehen Sie hier die Interviews!

Die Umgehungsbefürworter sind frustriert: Das Gerichtsurteil hat der langen Geschichte der Vogtareuther Verkehrsprobleme ein neues Kapitel hinzugefügt. Die Ortsumgehung war schon in greifbarer Nähe – und jetzt ist doch alles wieder beim Alten: Die Lastwägen und der Berufsverkehr schieben sich durch die enge Ortsdurchfahrt, an Schule und Wohnungen vorbei. Ziele waren mehr Lebensqualität und ein aktives Ortszentrum – beides scheint in weite Ferne gerückt zu sein.  Wie es nun weitergeht und was die „Pro-Umgehung“-Vogtareuther bewegt, erklärt Gerhard Rinser vom Arbeitskreis „Ortsbild und Verkehr“:

„Selbst ein gewonnener Prozess ist ein verlorener Prozess“

Auf der anderen Seite des Konflikts steht der ZEV (Zukunftsorientierte Entwicklung Vogtareuth) und die Anwohner, die gegen die Umgehung geklagt haben. Nach dem Urteil sind in Vogtareuth die Emotionen hoch gekocht. Zwar sind von der geplanten Umgehung mehr Menschen negativ betroffen, als nur die Anwohner am Reuther Feld, aber der Konflikt wurde zum Vogtareuther Präzedenzfall.

Straßen-Streit in Vogtareuth

Der ZEV hat momentan nur 38 Mitglieder, auch wenn mehr Bürger die Ziele des Vereins teilen. „Bei der Stimmung im Ort tu ich mir das nicht an.“, so eine Anwohnerin der geplanten Trasse, die Wert auf Anonymität legt. Für die Gegner der geplanten Trasse sprechen Elisabeth Grabl, Christine Römersberger und Alois Anetsberger. rosenheim24 hat sie an der geplanten Strecke zum Interview getroffen:

Für die Gemeindevertreter war das Urteil des Gerichts ein herber Rückschlag. Die Gemeinde Vogtareuth ist zwar nicht Bauherr, aber seit langem setzen sich Lokal-Politiker für die Ortsumgehung ein. Nun warten die Gemeindepolitiker – im schlimmsten Fall noch mehrere Monate - auf die Urteilsbegründung.Was danach kommt und wie er die Stimmung in Vogtareuth einschätzt, berichtet Bürgermeister Matthias Maier:

Alle Seiten im Vogtareuther Umgehungs-Streit sind „im Prinzip“ für Gespräche offen. Nur miteinander geredet – zumindest im konstruktiven Sinne – wird noch nicht. Der Umgangston, sei es am Stammtisch oder in Internet-Diskussionen, ist merklich rauer geworden. Die „Diese Trasse oder keine“ - Einstellung des Straßenbauamtes ist in den langen Planungszeiten begründet, verschärft aber vermutlich den Konflikt in der Gemeinde. Eine klare Sachlage könnte das Klima in der Gemeinde verbessern. Die Unterstützter und Gegner der Umgehung warten derzeit auf die Urteilsbegründung und eine eventuelle Berufung. Danach wird man sehen, ob der Vogtareuther Umgehungs-Streit beigelegt oder verschärft wird.

(red-ro24/Christian Schernthaner)

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